Ostwindkinder – in den Weiten Russlands verschwunden, nach Europa verschleppt? Vermisst: Danil Beliy (12)

Kind sein in Russland ist nicht einfach. 25 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion sterben fast 1800 Mädchen und Jungen unter 18 Jahren jedes Jahr einen gewaltsamen Tod. Zum Vergleich: Bei mehr als halb so vielen Einwohnern sterben in Deutschland jährlich circa 150 Kinder infolge eines Verbrechens. Sie werden Opfer von häuslicher uns sexueller Gewalt mit Todesfolge oder einfach umgebracht. Jedes zweite in dem größten Land der Erde begangene Sexualverbrechen wurde 2009 gegen Kinder verübt. Dabei besonders erschreckend: Jeder dritte Fall bleibt ungeklärt. In einem Land, in dem die Aufklärungsrate von Verbrechen allgemein bei unter 30 Prozent liegt, wenig verwunderlich. 2008 waren zudem mehr als 120000 Kinder erwiesenermaßen Gewalt und Misshandlungen ausgesetzt – die Dunkelziffer dürfte erfahrungsgemäß weitaus höher liegen. Nach mehr als 12000 Minderjährigen wird in Russland ständigt gesucht,  oft gelten sie bereits seit Jahren als vermisst. Mangelnde Präventions- und Aufklärungsarbeit in den Schulen, kaum Wissen über Sexualität sowie die sich seit dem Niedergang der Sowjetunion stetig verschlechternde soziale Lage vieler russischer Kinder außerhalb der großen Entwicklungszentren sorgen dafür, dass sie häufig leichte Opfer sind.

Gleichzeitig blüht in Europa, vor allem in Italien und den Niederlanden, aber auch in Deutschland, der Kinderhandel, insbesondere zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung. Schätzungsweise 80 Prozent aller in Deutschland ausgebeuteten Kinder stammen aus Osteuropa und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Ihre Spur verliert sich zumeist im Niemandsland zwischen EU und Resteuropa. Derweil suchen ihre Eltern häufig immer noch über soziale Netzwerke nach ihren verschwundenen Kindern. In meinem Blog möchte ich diesen kleinen, gequälten Seelen einen Platz einräumen. In unregelmäßigen Abständen werden hier Suchmeldungen in Russland und anderen postsowjetischen Staaten vermisster Kinder veröffentlicht. Wer die abgebildeten Mädchen und Jungen gesehen hat, glaubt, gesehen zu haben, egal wie wenig realistisch dies scheinen mag – bitte melden Sie sich. Sie können mir eine E-Mail schreiben oder sich direkt an die betreffende Polizeidienststelle vor Ort wenden. Daten und Informationen werden streng vertraulich behandelt und nur im Einverständnis der Zeugen an Ermittlungsbehörden weitergereicht. Vielen Dank für Ihre Mithilfe.

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DANIL BELIY – geboren 14. Januar 2002 – heute 12/13 Jahre alt

Danil zu Hause vor seinem Verschwinden. Diese Jacke trug er auch, als er vermutlich gekidnappt wurde.
Danil zu Hause vor seinem Verschwinden. Diese Jacke trug er auch, als er vermutlich gekidnappt wurde.

Danil Beliy, genannt Danja, verschwand am 2. Mai 2012 auf dem Weg zum Schulbus in der Ortschaft Bolschaja Kusminka, Bezirk Lipezk, Lipezker Gebiet. Die Großstadt Lipezk liegt in Südwestrussland, rund 400 Kilometer südöstlich von Moskau. Damals war Danja zehn Jahre alt. Laut Aussage seiner Mutter ging der schlanke, etwa 1,40 Meter große Junge gegen 12 Uhr am Mittag aus dem Haus, um mit dem Schulbus zur Schule zu fahren – kam dort aber nie an. Seine Spur verliert sich an der Bushaltestelle. Zeugen haben den Jungen gesehen, wie er zur Haltestelle ging. Doch der Bus fuhr ohne Danja ab.

Danil Beliy zwei Monate bevor er verschwand.
Danil Beliy zwei Monate bevor er verschwand.

Danil hatte zum Zeitpunkt seines Verschwindens kurze mittelblonde Haare und trug ein blaues Hemd mit weißen Streifen, schwarze Hosen, eine schwarze Jacke mit dem weißen Schriftzug „Adidas“ darauf und eine Schirmmütze aus Jeansstoff. Das Kind trug zudem einen schwarzen Schulranzen mit Adidas-Aufschrift bei sich.
Danil hat braune Augen und auffällige Sommersprossen im Gesicht.

Danil ist heute knapp 13 Jahre alt.
Danil ist heute knapp 13 Jahre alt.

Der Junge wäre heute 12 (fast 13) Jahre alt und könnte 1,50 bis 1,60 Meter groß und schlank sein. Wahrscheinlich spricht er ausschließlich Russisch, eventuell gebrochen Deutsch oder eine andere Sprache. Seine Mutter, sein Vater, sein Großvater und seine kleine Schwester hoffen sehnsüchtig auf seine Rückkehr. Mit Stand 30. Oktober 2014 ist Danil noch immer vermisst. Danil ist ein hübsches Kind und kann leicht Opfer von Menschen- oder Kinderpornohändlern geworden sein, die ihn nach Europa verschleppt haben, um ihn sexuell auszubeuten. Womöglich hält er sich heute in Deutschland auf oder wurde hier zeitweise festgehalten. Wer Angaben zu seinem Verbleib machen kann, glaubt ihn gesehen zu haben – bitte melden Sie sich. Jeder Hinweis kann helfen, dieses Kind wieder zurück zu seinen Eltern zu bringen.