Im Reinen mit der Welt. Auf Streifzug durch sächsische Heidelandschaften.

In den letzten Jahren ist es mir immer häufiger passiert, dass ich mit einem friedvollen Lächeln im Gesicht und staunenden Augen wie Kind durch urwüchsige Naturlandschaften meiner sächsischen Heimat zog – und in dem Gesumm und Gezwitscher, im Farbenspiel der Blüten, Gräser und Sträucher der sächsischen Heidelandschaften völlig aufging. Wenn der Wind durch die dicht stehenden Halme streicht und dabei dieses leise Rascheln erzeugt, wenn er Blütenköpfe nicken lässt und ihnen die letzten morgendlichen Tautropfen entlockt, wenn die Schmetterlinge einen umgaukeln und scheinbar gar keine Furcht haben, wenn Rehe und Hirsche in einem Anflug ungestümen Schreckens direkt vor deinen Augen aus dem Unterholz brechen und 100 Meter weiter irritiert stehen bleiben, ehe sie mit weniger kapriziösen Sprüngen wieder im Dickicht verschwinden – dann bin ich im Reinen mit der Welt.

Königsbrücker Heide bei Lüttichau. Winter.
Königsbrücker Heide bei Lüttichau. Winter.

In den weiten Heidelandschaften, von denen Sachsen glücklicherweise noch vergleichsweise viele besitzt, bekommt man eine Ahnung davon, was Freiheit bedeutet, was es heißt, nicht hinter jedem Busch die Zivilisation zu erblicken. In den großflächigen Gebieten von Gohrisch-, Königsbrücker, Dübener, Oberlausitzer oder Muskauer Heide sind nicht nur Pflanzen- sondern auch Tierarten mittlerweile wieder heimisch, denen sonst über weite Strecken der Lebensraum abhanden gekommen ist. Wölfe, Luchse, Biber und sogar Elche kann man hier zwischenzeitlich wieder antreffen – stark bildlich gesprochen natürlich.

Königsbrücker Heide bei Lüttichau. Winter.
Königsbrücker Heide bei Lüttichau. Winter.

Im Juni und Juli hat die Heide ihre Leben voll entfaltet, wenngleich hier eigentlich immer – selbst im Winter – irgendetwas blüht. Doch jetzt sind die farbenprächtigen Blumen an der Reihe, die weithin leuchten, während viele andere typische Heidegewächse wie Gräser, Moose, Flechten und Stauden häufig eher unscheinbare Blüher sind. Dort draußen gibt es Pflanzen, von denen ich früher dachte, dass sie dafür gemacht worden waren, als Zierde an einem sonnigen Zimmerfenster zu stehen. Sie außerhalb eines Blumenladens zu finden, war eine überaus erfreuliche Entdeckung. Vom Spätsommer bis zum Herbst verwandelt sich die Heide dann in einen einzigen rosa- bis fuchsiafarbenen Teppich, wenn die Besenheide blüht, die weite Teile typischer Heidegebiete überzieht.

Fast ist es, als würden hier alle Zuflucht suchen, denen es in den urbanen Fluren zu hektisch, zu laut, zu schmutzig ist.

Moosblüte im Winter. Königsbrücker Heide nahe Röhrsdorf.
Moosblüte im Winter. Königsbrücker Heide nahe Röhrsdorf.
Federnelke. Gohrisch-Heide.
Eigentlich in den Alpen zu Hause: Federnelke. Gohrisch-Heide.
Bunter Hund. Schachbrettfalter an Wiesenblume. Gohrisch-Heide.
Bunter Hund. Schachbrettfalter an Wiesenblume. Gohrisch-Heide.
Gute Tarnung. Wiesenbläuling. Gohrisch-Heide.
Gute Tarnung. Wiesenbläuling. Gohrisch-Heide.
In freier Wildbahn in unserer urbanen Welt kaum noch aufzufinden: Orchideen. Gohrisch-Heide.
In freier Wildbahn in unserer urbanen Welt kaum noch aufzufinden: Orchideen. Gohrisch-Heide.

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Wilde Lilien. Gohrisch-Heide.
Wilde Lilien. Gohrisch-Heide.
Unbekannter Falter. Königsbrücker Heide.
Unbekannter Falter. Königsbrücker Heide.
Schwäne in einem der Biberweiher des Boraer Wassers. Königsbrücker Heide.
Schwäne in einem der Biberweiher des Boraer Wassers. Königsbrücker Heide.

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Bildrechte: Jane Jannke.

0 Gedanken zu „Im Reinen mit der Welt. Auf Streifzug durch sächsische Heidelandschaften.“

  1. Der Beitrag „Im Reinen mit der Welt. Auf Streifzug durch sächsische Heidelandschaften.“ beschreibt sehr schön die Schönheit unserer Heimat!
    Leider ist diese wunderbare Heidelanschaft zum großen Teil für die Allgemeinheit gesperrt und zum Spielplatz für Priviligierte entwickelt wurden.
    Sehr schade!

  2. Hallo. Danke für Ihren Kommentar. Ich bin zwiegespalten, was die Sperrung weiter Teile unserer Heidelandschaften für den normalen Tourismusverkehr betrifft. Zum einen ist es natürlich schade, dass die schönsten Stellen dieser wunderschönen Landschaften dem menschlichen Auge dadurch verborgen bleiben. Andererseits aber muss man überlegen, ob diese Stellen wirklich so schön wären, würden sie ähnlich touristisch erschlossen wie etwa die Dresdner Heide. Und wären sie dann noch ein solcher Rückzugsraum für seltene Arten? Leider haben die Menschen immer wieder gezeigt, dass sie zu großen Teilen (Ausnahmen bestätigen die Regel) nicht in der Lage sind, verantwortungsbewusst mit diesen Geschenken der Natur umzugehen. Vielleicht, so denke ich manchmal, haben wir sie einfach nicht verdient.
    Auch sind ja nicht alle Bereiche unserer Heiden gesperrt. So gibt es durchaus in der Königsbrücker und der Gohrisch-Heide Wege, die zugänglich sind. Allerdings würde ich mir wünschen, dass nur Menschen sie beschreiten, die sich bewusst sind, wessen sie Zeuge werden.

    1. Hallo,
      leider gibt es faktisch keine für die normalen Bürger frei betretbaren Wege in der Gohrischheide. Die Gohrischheide darf nur von Priviligierten, wie z.B. Jägern, welche für ihr Jagtrecht zahlen betreten und auch mit Fahrzeugen (Naturschutzgebiet) befahren werden. Die Gohrischheide ist für diese Priviligierten ein riesiges Jagtsportgebiet mit einer kaum zählbaren Anzahl von Jagtansitzen. Die ortsansässige Bevölkerung wohnt wie im früheren Zonenrandgebiet und darf nur zusehen wie die Heide unter dem Vorwand der Munitionsbelastung und des Naturschutz immer mehr zum Spielplatz für Priviligierte Zahlemänner und amtliche bürgerfeindliche Naturschutzfanatiker entwickelt wird.

      1. Lieber Jens, es gab Zeiten, da habe ich ähnlich gedacht wie Sie: Wieso überall diese Schranken und Verbotsschilder? Die NSG-Verwaltung bietet zwar geführte Touren (z.B. mit Bus durch Königsbrücker Heide) an, aber die kosten eben auch gleich mal 20 Euro. Also habe ich mich „auf eigene Faust“ auf den Weg gemacht und vor mich hingegrollt, das ich mich quasi einer Ordnungswidrigkeit schuldig machte, nur weil ich diese schöne Landschaft erkunden wollte, ohne dafür zahlen zu müssen.
        Was ich auf meinen Streifzügen gelernt habe ist zum einen: Die Menschen, die in der Umgebung leben, finden ihre Wege. Wie oft mir auf eigentlich verbotenen Pfaden schlendernde Pärchen und ganze wandernde Familien begegnet sind, kann ich gar nicht mehr zählen. Die meisten gehen verantwortungsvoll mit dieser kleinen ergaunerten Freiheit um und warnen Ortsunkundige, unbedingt auf den Wegen zu bleiben und vor den Gefahren abseits. Und die gibt es wirklich. Ich habe die Munitionsreste (in der Königsbrücker Heide) selbst gesehen. Jedes Jahr wird dort mehrmals was gesprengt.
        Zum Zweiten: Was ich auf meinen Touren zu sehen bekomme, ist einzigartig. Man kann auf Fährtensuche gehen und wilde Tiere live beobachten. Das ist aber eben nur etwas für Demütige, die zu schätzen wissen, was sie da sehen. Und deshalb bin ich heute froh, dass so viel für den Naturschutz getan wird und dass nicht jeder dort einfach so „durchtrampelt“. Übrigens: Die Königsbrücker Heide wurde erst nach und nach wieder zugänglicher für Wanderer. All diese Wege kampfmitteldienstlich zu sichern, ggfs. zu beräumen und für die touristische Nutzung zu erschließen (Beschilderung, Infotafeln, Aussichtspunkte usw.) kostet aber Geld. Und deshalb finde ich es auch in Ordnung, dass versucht wird, über kostenpflichtige Jagdtätigkeiten Geld in die Kasse zu bekommen. Bejagt muss das Gebiet sowieso werden, sonst hat man dort bald Überpopulationen, die dann wieder verstärkt die umliegenden zivilen Strukturen schädigen. Warum also nicht Geld dafür nehmen?

        Die Gohrisch-Heide ist ein noch recht unerschlossenes Refugium, da haben Sie recht. Aber auch hier kann man seine Wege finden – allerdings sollte man die Grenzen kennen und sich verantwortungsvoll in diese wilden Umgebung bewegen. Wenn es zu viele Menschen werden, werden seltene Tierarten, die absolute Abgeschiedenheit brauchen, wieder verschwinden. Das kann doch aber keiner wollen?

  3. Eine sehr eigene Sicht der Dinge. Ich hoffe Sie geraten bei ihren Steifzügen nie in Not! Hilfe wäre da nur schwer zu Organisieren und mit Sicherheit für Sie sehr sehr teuer.
    Ihre ganz eigene Lösung kann natürlich keine für Verantwortungsbewusste aber ebenso Naturinteressierte sein.
    Deswegen gibt es keine Alternative zu einer Öffnung der Gohrischheide. Die Rechtsnachfolger der Verursacher der jetzigen Zustände in der Heide (Munitionsbelastung) müssen Verantwortung übernommen! In anderen Bundesländern wurden auch akzeptabel Lösungen gefunden.

    1. Jens, wie meinen Sie das mit „Ich hoffe Sie geraten bei ihren Steifzügen nie in Not! Hilfe wäre da nur schwer zu Organisieren und mit Sicherheit für Sie sehr sehr teuer.“ ?

      Die Gohrisch-Heide ist meines Wissens nach nicht komplett gesperrt. Es gibt Wege, auf denen sich Wanderer durchaus bewegen dürfen. Beispiel: Wenn Sie von der Lichtenseer Straße (nordöstlich von Zeithain) die alte Regimentsstraße in die Heide hineinlaufen, können Sie das ohne Weiteres tun. Die Schranke, die dort noch bis vor wenigen Monaten den Weg versperrte, ist fort, und ein Schild weist den Waldweg lediglich als für Kraftfahrzeuge und Motorräder gesperrt aus. Es gibt dort kein sichtbares Schild, das auf ein generelles Betretungsverbot hinweist. Sie können sich auch ungehindert durch das Gelände des alten Lagers bewegen, ohne sich strafbar zu machen. Auch dort habe ich nirgendwo Schilder entdecken können, die das Betreten der Wege untersagen. Wenn ich dort in Not geraten würde, würde ich den Rettungsdienst rufen, und es würde mich nichts kosten.

      http://www.elbe-roeder.de/fileadmin/dokumente/presse/SZ_2013_04_03_Gohrischheide_Rie.pdf

      Es scheint sich seit den vor eineinhalb Jahren geäußerten Plänen also schon einiges getan zu haben, auch wenn die Wanderwege längst noch nicht markiert sind.

      Im Übrigen würde mich interessieren, warum Menschen, die ja gerade das mangelnde Verantwortungsbewusstsein vieler im Umgang mit der Natur beklagen, in Ihren Augen „verantwortungslos“ sind. Und eines ist wohl sicher: Würde die Gohrischheide für den Breitentourismus geöffnet, hätten Sie auch diese Menschen massenweise dort, denn kontrollieren können Sie nicht, wer dann alles durch die Heide stromert bzw. sein Unwesen treibt.

      Und wen meinen Sie eigentlich mit „Rechtsnachfolger der jetzigen Zustände (Munitionsbelastung)“?

  4. Jane, ich möchte wie folgt auf Ihre Fragen antworten.
    Das komplette Naturschutzgebiet Gohrischheide ist für die Allgemeinheit gesperrt. Das Alte Lager ist auch für die Allgemeinheit durch den Eigentümer gesperrt.
    Die Lichtenseer Straße liegt komplett im Sperrgebiet und ist durch Bewuchs nicht mehr passierbar. Die Schranke von welcher Sie sprechen wurde Mitte Juni vor der ENSO-RUNDUM-TOUR entfernt. Sie sperrte den Lagerweg, welcher sich außerhalb des Naturschutzgebietes befindet unrechtmäßig ab. Die Gebietsgrenze befindet sich nördlich des Weges.
    Es hat sich bis Dato überhaupt nichts getan, bis auf die Korrektur der Position dreier Schranken, welche zu unrecht einen Weg außerhalb des Naturschutzgebietes absperrten.
    Sie sprachen im Vorfeld vom betreten verbotener Wege und nicht von Wegen außerhalb des Naturschutzgebietes. Benötigen Sie momentan im Alten Lager bzw. im Naturschutzgebiet Gohrischheide Hilfe kann die nur unter Mitwirkung der verwaltenden Behörden erfolgen, da die beiden Gebiete komplett verschlossen sind. Den Aufwand für solch eine Aktion können Sie sich vorstellen. Ganz zu schweigen von dem Zeitverlust, welcher entsteht bis ein Schlüsselgewaltiger vor Ort ist. Eine alternative wäre die Mitarlamierung einer ortsansässigen Feuerwehr welche im Besitz von Notfallschlüsseln ist. Das alles unter den Gesichtspunkt, Sie haben das Gelände unrechtmäßig betreten.
    Nur das halte ich für unverantwortlich.
    Wenn Sie diese Gefahr für sich für vertretbar halten, ist daß Ihre Sache. Wenn es Familien mit Kindern tun, ist es verantwortungslos.
    Aber auch unsere Kinder haben wie Sie das Recht, die Schönheiten ihrer Heimat kennen zu lernen!
    Das es im NSG gefahren für Leib und Leben gibt ist unbestritten. Wenn man sich an bestimmte Regel hält, kann man sicher Sie fast gänzlich ausschließlich. Aber eben nicht ganz. Eben die gesundheitlichen Dinge, welche nun mal passieren oder die Begegnungen mit Tieren, wie z.B. mit den Riesenhunden der Heideschäfer, welche sich nach belieben frei im NSG bewegen und die Heide als ihr Revier sehen.
    Naturschutz und gelenkter Tourismus funktioniert anderswo auch. Das ist nur die Frage von Konzepten. Dabei ist die Einbindung der ortsansessigen Bevölkerung unabdingbar. Anders als z.Z. praktiziert!
    Rechtsnachfolger der Verursacher der Kontamination ist natürlich vom Grunde her die Bundesrepublik Deutschland. Die Verursacher sind ja zweifellos bekannt. Bei der Beseitigung gilt sicher wie im Zivilleben das Verursacherprinzip.

    1. Guten Tag Jens,

      wenn es tatsächlich so ist, wie Sie sagen, dann hat die Naturschutzbehörde für meine Begriffe ein Riesenproblem. Nämlich der Gestalt, dass es eine Vielzahl ein Zuwegungen gibt, die in die Gohrisch-Heide hineinführen, die aber nicht ausreichend beschildert oder abgesperrt sind, sodass sich etwa Wanderern, die sich im Gebiet nicht auskennen, nicht der Eindruck ergeben muss, dass sie hier nicht wandern dürfen. Ein Beispiel ist die besagte Zufahrt über die Lichtenseer Straße, vorbei am alten Russen-Checkpoint. Dort wurde die Schranke abmontiert, und der Weg offiziell nur für Fahrzeuge und Fuhrwerke gesperrt. Dort kann also jeder unbehellig in die Heide hineinlaufen und wähnt sich vollends legal unterwegs. Biegt man vorne an der Weggabelung nach links, kommt man direkt ins Alte Lager. Auch dort ist die Schranke ständig oben, und kein Schild weist darauf hin, dass der Durchgang für Unbefugte gesperrt ist. Das Gleiche bietet sich, wenn man nach rechts abbiegt und damit direkt in die offene Heide hineinläuft: Keine Schranke, keine Verbotsschilder. Ihre Darstellung, dass das Naturschutzgebiet „komplett verschlossen“ ist, kann ich deshalb aus eigener Erfahrung überhaupt nicht teilen. Wie gesagt, über den Lagerwegs kommt man ungehindert auch in die offene Heide – zumindest war das bislang so. Und ich finde auch, dass eine einfache Schranke nicht reicht, selbst, wenn sie geschlossen ist. Ich muss mir die Mühe schon machen und die Leute mit einem Schild auch auf ein Passierverbot hinweisen und den Grund dafür nennen, sonst ist solch eine Schranke ganz schnell mal ohne die Kenntnis des Risikos umgangen – z.B. weil ich denke, dass die Schranke lediglich das Hindurchfahren von Fahrzeugen verhindern soll.

      Zwar gibt es Schilder, die auf das ehemalige militärische Gelände hinweisen und den Betritt untersagen, allerdings wird hier nicht klar, dass auch das Begehen der Wege verboten ist, sodass der Einruck entsteht, man dürfe lediglich die Wege nicht verlassen. (so ist es ja auch in Teilen der Königsbrücker Heide gehandhabt). Genau diesen Eindruck hatte ich bislang auch. Zumal es nirgends an den Eingängen zum Heideland größere Infotafeln gibt, die auf das totale Zutrittsverbot hinweisen. Naturschutzgebiet heißt ja eben nicht zwangsläufig immer, dass das gesamte Gebiet nicht betreten werden darf. Meist heißt es eben, dass ich vorgegebene Wege nicht verlassen darf. Ich finde, hier hat die NSG einiges vernachlässigt. Ich kann nicht ein Zutrittsverbot für ein ganzes Gebiet verhängen, aber dann nicht ausführlich öffentlich und gut sichtbar darauf hinweisen. Wenn hier Ortsfremde in die Heide gehen, und denen passiert dort was auf einem als solchem erkennbaren Weg, dann haftet nach meinen Begriffen die NSG – aus genau dem genannten Grund.

  5. Herr Kraze, es ist überhaupt nicht der Punkt, ob ich Ihnen glaube oder nicht. Lesen Sie doch meinen Beitrag bitte noch einmal. Ich glaube Ihnen, dass die Heide gesperrt ist. Ich bezweifle aber – und das hatte ich nun mehrfach hingeschrieben – dass die Naturschutzbehörde das auch in ausreichendem Maße so kenntlich gemacht hat. Das ist auch der Grund, weshalb ich bislang nicht davon ausgegangen war, dass wirklich die komplette Heide gesperrt ist – es ist schlicht und ergreifend nirgendwo ersichtlich. Die einzelnen Sperrschilder, die es dort gibt, hatte ich bislang so interpretiert, dass man in bestimmte Gebiete nicht gehen darf, da dort eine Belastung mit Altlasten vorliegt. Es gibt aber eben viele Wege, die man durchaus gehen kann, weil es keine Verbotsschilder gibt. Da kommt man als Unwissender gar nicht erst drauf, dass das verboten ist. Ich war erst neulich wieder dort – und mir ist eine ganze Radler-Gruppe (Erwachsene und Kinder) aus Richtung des Alten Lagers entgegengekommen. Die klangen nicht, als wären sie von hier.
    Worauf ich hinaus will: Wenn die ganze Heide für eine touristische Nutzung gesperrt ist, dann ist die NSGV für meine Begriffe verpflichtet, das kenntlich zu machen. Heißt: An alle großen Zugänge zum Heidegebiet (z.B. der Weg von der B169 vor Lichtensee) gehören große Hinweistafeln, die darauf hinweisen, dass die GESAMTE Gohrischheide für die öffentliche Nutzung gesperrt ist. Denn gerade dieser Weg ist ja das ideale „Einfallstor“ für Wanderer und Spaziergänger. Ich bin das letztes extra mal abgelaufen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, von diesem nicht gesperrten Waldweg aus über klar als solche erkennbare Wege in die offene Heide zu gelangen, ohne dass man ein Verbotsschild übergehen müsste.

    Im Übrigen: Nett, dass Sie der SZ so viel Vertrauen entgegenbringen. Ich arbeite nämlich für diese Zeitung 😉

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