Nach dem Axt-Anschlag von Düsseldorf: Mutter macht mit Fotos ihres lebensgefährlich verletzten Sohnes Stimmung gegen Medien und Flüchtlinge.

Ein junger Mann steht am Düsseldorfer Hauptbahnhof am Bahnsteig. Plötzlich Tumulte: ein scheinbar Irrer schlägt wahllos mit einer Axt auf die Wartenden ein, nachdem er zuvor bereits in einem Zug wildfremde Passagiere attackiert hatte. Der junge Mann wird am Kopf getroffen, schwerz verletzt. In einem Krankenhaus verlegt man ihn ins künstliche Koma, um sein Leben zu retten. Seine Mutter eilt an sein Krankenbett. An dieser Stelle machen wir kurz einen Punkt. Nach dem Axt-Anschlag von Düsseldorf: Mutter macht mit Fotos ihres lebensgefährlich verletzten Sohnes Stimmung gegen Medien und Flüchtlinge. weiterlesen

Festes Bekenntnis.

Nicolaus Fest will gemeinsam mit der AfD den Totalitarismus bekämpfen – und sieht sich dabei in der Tradition seiner Vorfahren. Warum das ein Zynismus ohnegleichen ist. Festes Bekenntnis. weiterlesen

Schlag ins Wasser.

Quelle: YouTube, Jibi / Kritik-Satire

Update:
Das ging flott: „anonymous“ ist  erwartungsgemäß wieder am Start – allerdings nicht mehr auf Facebook, sondern auf dem russischsprachigen Zwilling „vkontakte“. Logisch: Wo geht man hin, wenn man mit seiner Hetze im eigenen Land nicht mehr willkommen ist? Richtig! Nach Russland. Dort ist man ein straffes Regiment gegen Minderheiten  und das Recht des Stärkeren gewohnt – und letztlich findet man dort auch viele Freunde im Geiste, wenn’s gegen Deutschland, den Westen, Toleranz und vorwärtsgewandte Gesellschaftsmodelle geht.
Und weil das noch nicht genug ist, überschwemmen die Rassisten um Mario R. aus Erfurt Deutschland nun gleich über ein eigenes „Nachrichtenportal“ mit ihrem verbalen Giftmüll. Journalistisch absolut unterirdisch, jedes zweite Wort irgendeine zur Lüge aufgeblasene Halbwahrheit, Dämonisierung oder Verzerrung. Mit Pseudo-Artikeln zu vorgeblich harmlosen Themen wie Gesundheit, um den Eindruck eines breiten Themenspektrums zu erwecken, wie es sich ja für ein seriöses Nachrichtenportal gehörte. Doch schon zwei Klicks weiter wird klar: Alles nur Mache. So sind die beiden bislang veröffentlichten Gesundheitsartikel völlig wahllos platziert und – das Beste – einfach aus der Wikipedia abgeschrieben, die Fotos aus dem Internet geklaut. Bloß keine Recherche! Wer sich SO WAS freiwillig antut, der hat es auch nicht besser verdient.

Dass hier zudem eine enge Kooperation mit russischen Partnern besteht, zeigen nicht zuletzt die Werbebanner auf der Seite, die auf russische Seiten verlinken, auf denen unter anderem Schusswaffen angeboten werden – zur „Selbstverteidigung“, versteht sich. Inhaltliche Beiträge werden vorrangig von RT Deutsch, dem russischen Propagandasprachrohr in Deutschland, übernommen. Unterm Strich kommt man mal wieder zu dem Schluss: Russland unterstützt massiv Spaltungsaktivitäten in Deutschland, mit Geld, Ressourcen und Propagandamaterial.

Insgesamt wundert es mich, dass hier keiner rechtliche Schritte ergreift. Angriffspunkte gäbe es zur Genüge – vom Urheberrechtsmissbrauch bis hin zu Volksverhetzung und Anstiftung zu Straftaten.

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Originalbeitrag:

Mit „Anonymous“ ist eine der schlimmsten Hetzseiten auf Facebook seit Samstag tot. Das meldet heute zumindest die Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung. Auf Facebook ist die Seite auch heute noch nicht wieder abrufbar. Doch was ist das Kaltstellen dieser Seite wirklich wert?
Meiner Ansicht nach ist es gut, dass sie weg ist. Aber man sollte nicht dem Glauben verfallen, dass hier ein echter Schlag gegen Menschenfeindlichkeit und Rassismus gelungen wäre. Auf diese Idee mag man fast kommen, glaubt man etwa dem Magazin „Focus“, das „Anonymous“ gar als „Deutschlands größte Hetzseite“ förmlich adelte. Ja, „Anonymous“ – übrigens nicht zu verwechseln mit der weltweit organisierten gleichnamigen Hacker-Bewegung , deren Identität hier offenbar rechtsextreme Elemente für ihre Zwecke kaperten – hatte über zwei Millionen Fans. Doch bei Weitem nicht alle kamen aus Deutschland, zigtausende allein aus der Schweiz. Und nur allzu oft steckten dahinter auch Betreiber anderer Hetzseiten, die so teilweise mit mehreren Accounts und Identitäten am Start waren. Wie clevere Rechercheure zudem schon vor Langem aufdeckten, sind die meisten Likes zudem offenbar gekauft – von Mario R. aus Erfurt, dem letzten Admin der Seite. Sein IT-Unternehmen verdient nämlich unter anderem auch damit sein Geld.

Die Fakeseite „Anonymous/Kollektiv“ als „Deutschlands größte Hetzseite“ zu bezeichnen, halte ich vor diesem Hintergrund für gewagt. Zumal es suggeriert, dass mit ihrer Abschaltung ein gewaltiger Schlag gegen deutschsprachige menschenfeindliche Hetze im Internet gelungen sein muss. Sicher hat hier offenbar die Bundesregierung hart mit Facebook gerungen, damit dieses digitale Armutszeugnis für unser Land endlich verschwindet. Doch an anderer, viel gefährlicherer Stelle schaut man weiter tapfer weg. Die definitiv größte Gefahr in Sachen Hetze und Herausbildung rechtsradikaler Internet-Subkulturen stellt nämlich nicht eine Facebook-Seite dar, die die meisten ihrer Likes sehr wahrscheinlich aus der Retorte hat. Die eigentliche Wiege dieser Hetze steht ganz woanders – und das bis heute.

Politically Incorrect – rund 250000 Zugriffe pro Tag

Bereits seit 2004 wurde auf dem von Stefan Herre gegründeten Hetzportal „Politically Incorrect“ der Nährboden bereitet, auf dem sich diese neue Form von Menschenfeindlichkeit und Rassismus kultivieren konnte, die heute in Form von AfD und Pegida in voller Blüte steht. Gehetzt wird dort bis heute – und das mit Hunderttausenden Abrufen pro Tag. Laut Alexa-Internet-Dienst waren es 2011 bis zu 60.000, PI damit eine der 1000 meistgelesensten deutschen Internetseiten. Pegida und die damit einhergehende zunehmende Etablierung rassistischer Grundüberzeugung in unserer Gesellschaft wirkten wie ein Lebenselixier für die Statistik des Hetzblogs. Im April 2016 rühmte sich PI denn auch bereits mit rund 100.000 Besuchern und knapp 250.000  Seitenaufrufen pro Tag.

Aus PI formierten sich die sogenannten „Pro“-Bewegungen, die schließlich sogar in die Gründung der rechtsextremen und islamfeindlichen Partei „Pro Deutschland“ mündeten. PI wurde zur Plattform für Hassprediger wie Udo Ulfkotte, Akif Pirinci und andere, die Islamfeindlichkeit und Ausländerhass zum gesellschaftlichen Trend machten. Die Seite wurde zum öffentlichen und quasi-legalen Sammelbecken für all jene, die ihre fragwürdigen Ansichten bis dato im Verborgenen gepflegt hatten. Viele Jahre lang ließen Bundesregierung und Verfassungsschutz die Macher der Seite gewähren – obgleich für jeden ersichtlich war, welch geistiges Brandstiftertum sich da auf den Weg machte und wohin dies langsam aber sicher führte. Irgendwann schaute der Verfassungsschutz dann doch mal genauer hin, was zur Folge hatte, dass die Seite auf ausländische Server umzog. Aber es ist ja nicht so, dass man dagegen nun völlig machtlos wäre, das hat letztlich ja auch der Druck der Bundesregierung auf Facebook gezeigt.

Damit dürfte klar sein: Das Abschalten einer einzigen Seite, die ich persönlich im Gesamtkontext eher als kleinen Fisch einstufen würde, dürfte wirkungslos sein im Kampf gegen die Verbreitung solch gefährlicher Gesinnungen über das Internet. Der Zeitpunkt, wirksam gegenzusteuern, wurde verschlafen. Und im Grunde schläft man noch immer. Noch immer wird nichts unternommen, den Aufbau extremistisch-revolutionärer Strömungen über das Internet zu unterbinden oder aber zumindest zu erschweren. Wo wir wieder bei der Forderung nach einem eigenen Ministerium für Internetfragen wären, die ich hier schon vor Jahren aufgeworfen hatte. Die Gefahr, die vom Internet für die bestehende Ordnung ausgeht, ist den Damen und Herren in Bundestag und Regierung aber offenbar immer noch nicht aufgegangen. Selbst der Fall Anders Brejvik hat die Augen nicht öffnen können. Und die Medien thematisieren diese Gefahr nicht, was eigentlich fast das schlimmere Übel ist, denn sie sollen ja gerade das lebendige Korrektiv sein und damit Einfluss nehmen, statt unter Einfluss zu stehen.

Neujahrsbotschaft an die Das Volk AG – Warum Pegida eine lausige Pille gegen Ängste ist.

Liebe Anhänger von Pegida, liebe Mitbürger!
Dies soll kein Affront, sondern ein Aufruf zur Annäherung sein. Denn genau das sind Sie für viele in diesem Land noch immer – Mitbürger. Obwohl wir Sie und Ihr Denken nicht verstehen, Ihre Standpunkte nicht teilen und so manchen davon auch ganz einfach nicht fassen können. Wenn Pegida etwas gelungen ist, dann genau dieses Zusammengehörigkeitsgefühl ganz normaler deutscher Bürger, das im Herbst 1989 mit Blut, Schweiß und Tränen erkämpft worden war, schwerstens zu beschädigen. Mit seiner wortgewaltig propagierten Kultur des „Wir“ oder „Die“, der institutionalisierten Kompromisslosigkeit, der Intoleranz gegenüber Andersdenkenden und -aussehenden hat diese Bewegung einen Keil mitten durch unser Land getrieben und ein Klima des permanenten Misstrauens und der permanenten Hysterie geschaffen. Ein Klima, in dem schon Jugendliche ausländische Mitbürger bespucken, verprügeln oder Schwangere zusammentreten. Und natürlich schläft auch die andere Seite nicht, die, gegen die Pegida (und davor andere) vor allem Stimmung macht: die Muslime in unserem Land. Wer Intoleranz und Hass sät, wird von der Zielgruppe ebensolches ernten. Dies ist ein Naturgesetz. Und wir müssen uns nicht wundern, wenn Muslime immer häufiger den Weg in die Radikalisierung suchen, je stärker und offensichtlicher wir ihnen Verachtung entgegenbringen. Wollen wir wirklich so miteinander leben? In einem Zustand permanenter Anspannung? Des sich gegenseitig Belauerns? Der Intrigen? Des Misstrauens und Hasses? Wo vermeintliche „Nazis“ beim Arbeitgeber angeschwärzt werden und Flüchtlingshelfer, Politiker oder Journalisten samt Adresse und Autokennzeichen auf „schwarzen Listen“ landen, bedroht oder direkt angegriffen werden? Wo Asylbewerberheime brennen und Sharia-Milizen durch Städte patrouillieren? Wie hoch soll der Preis denn sein, den man für das Obsiegen der eigenen Überzeugungen bereit ist, zu zahlen?

Ich sage: Schluss damit! WIR ALLE sind „das Volk“! Nicht ihr, nicht wir, wir alle – 82 Millionen Menschen! Also lasst uns wieder nüchtern werden! Schlaft euren revolutionären Vollrausch, aus, werft die Fahnen und Brandsätze weg und schärft die Sinne! Lasst uns endlich wieder eine Einheit bilden. Multikulti ist eine Herausforderung. Und nicht immer und überall wird diese Hürde problemlos gemeistert werden. Aber wir müssen uns begreiflich machen, dass wir in unserer hochmodernen, schon allein durch das Internet globalisierten Welt nicht verhindern können, dass andere Kulturen ein Teil unserer Gesellschaft werden. Wer das fordert, hat unsere Welt nicht verstanden und bedient plumpe Kulturchauvinismen. Wer entrüstet „Multikulti ist gescheitert!“ schreit, lässt fast immer die Alternative missen. Wer keine Flüchtlinge oder Zuwanderung will, fordert im Grunde nichts anderes als eine radikale Abschottungspolitik eines Landes, das derzeit vielfältig global vernetzt und eingebunden ist und dieser Tatsache auch zu einem guten Teil seinen Wohlstand verdankt. Was Isolation zu Zeiten der Globalisierung bedeutet, sieht man derzeit am Beispiel Russlands – eine Wirtschaft auf Talfahrt, eine Währung im totalen Verfall begriffen, eine galoppierende Inflation (Teuerung) und eine Armutsrate, die sich in zwei Jahren fast um 50 Prozent erhöht hat. Soll so die Zukunft aussehen, die Sie für Deutschland wollen – um den eher ideellen (vermeintlichen) Segen völkisch-abendländischer Exklusivität willen?

Fakt 1: Die deutsche Nation wird ohne Zuwanderung untergehen

Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe! Der Zuwanderer selbst kann sich nicht integrieren und wird es auch mit wachsendem Maße gar nicht wollen, wenn man es ihm unnötig schwer macht oder ihm gar offen feindselig entgegentritt. Er wird – wie jeder von uns – das Spiegelbild unserer Gesellschaft sein. Niemand von Ihnen würde auf einen derart abwehrenden Empfang hin offen und zugewandt reagieren. Ein gut integrierter und ausgebildeter Zuwanderer hingegen ist für unsere Gesellschaft ein Gewinn. Wie sehr wir in Zukunft auf solche Menschen angewiesen sein werden, wenn unser Sozialsystem weiterhin funktionieren soll, lässt sich für viele heute noch gar nicht ermessen. Was wird in 30, 40 Jahren sein? Wenn viele von Ihnen, die heute bei Pegida mitlaufen oder sie unterstützen, alt und auf Pflege angewiesen sein werden? Wer wird Ihre Rente zahlen? All diese Probleme wischen Sie heute noch mit der reflexartigen Unterstellung weg, dass die aus dem Ausland zu uns kommenden Menschen ja mehrheitlich gar nicht arbeitswillig oder aber so schrecklich ungebildet seien, dass sie sich schwerlich zum Steuerzahler eigneten. Doch Sie machen sich dabei etwas vor. Solche Pauschalismen dienen lediglich dem Bemänteln tief sitzender völkischer Ressentiments. Sie sind Ausdruck einer gewissen Hilflosigkeit, eines Nichtwahrhabenwollens von tiefgreifenden Veränderungen, vor denen unsere Welt zwangsläufig aufgrund der technologischen und demografischen Entwicklung steht.

Feindbilder haben den angenehmen Effekt, dass sie zunächst in einem Gefühl der Bedrängnis verbindend und identitätsstiftend wirken. Aber sie haben auch den ausgesprochen unschönen Effekt, dass sie langfristig häufig wie eine selbsterfüllende Prophezeiung wirken: Sage einem Muslim tausendmal, dass er ein nicht integrierbarer blutrünstiger Gotteskrieger ist und lege ihm auf dem Weg zur Integration so viele Balken wie nur möglich in den Weg, sodass er möglichst keine Ausbildung, keinen Job und keinen Anschluss an die Mehrheitsgesellschaft bekommt – und er wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann aus dieser Gesellschaft zurückziehen, sich auf seine Wurzeln besinnen und sich in seinen Glauben flüchten. Denn woraus soll er sonst Wertschätzung schöpfen? Wer bei Pegida mitläuft muss sich eines ganz klarmachen: Schlimmstenfalls helfen Sie direkt mit, radikale Muslime und damit potenzielle Attentäter zu produzieren und gefährden dadurch unmittelbar die öffentliche Sicherheit in unserem Land. So wie die Nazis mit ihrem Antisemitismus und Ariertum Angehörige betroffener Volksgruppen in den Widerstand trieben und zu Attentätern werden ließen, tut es auch Pegida mit seiner unmittelbar gegen den Islam gerichteten Stoßrichtung. Und bitte: Bügeln Sie diesen Vergleich nicht einfach wieder plump als „Nazi-Vergleich“ ab. Hier wird nichts gleichgesetzt. Aber es sollen Ihnen die offenkundigen Parallelen zwischen beiden Bewegungen bewusst gemacht werden und damit die potenzielle Gefahr, die von Pegida für Sicherheit und Ordnung in unserem Land ausgeht. Sie und Ihre teils durchaus realen Ängste werden dabei benutzt – für ein politisches Ziel, dessen weitreichende Folgen vielen von Ihnen heute vermutlich in keinster Weise klar sein dürften.

Fakt 2: Pegida bedroht Frieden und Freiheit

Ein Volk wird niemals nur aus Individuen bestehen, die exakt das Gleiche denken, fühlen und wollen – es sei denn, man sorgt mit Gewalt dafür. In einer freien Gesellschaft aber wird es niemals ohne Kompromisse, ohne Toleranz und die Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner gehen. Das Vertrauen, das binnen Monaten zerstört wurde, wiederaufzubauen, wird Jahre dauern. Aber wer ein Deutschland in Frieden und Wohlstand auch noch für seine Kinder und Enkel will, der wird alles daran setzen, es wiederherzustellen. Auch hier sind wieder ALLE gefragt, nicht nur Sie oder wir oder die Muslime.
Nicht der Islam oder die Flüchtlinge sind derzeit die größte Bedrohung für den Frieden in unserem Land: Es ist der durch Pegida herbeigeführte Zustand tief sitzender Feindseligkeit zwischen denen, die auf nationale und/oder kulturelle Exklusivität setzen, und jenen, denen im Sinne eines friedlichen Zusammenlebens Weltoffenheit und Demokratie wichtiger sind als völkische Ideale. Eine Feindseligkeit, die bereits jetzt teilweise so hochkocht, dass Rufe nach Bürgerkrieg und Revolution laut werden. Wer sich ein wenig mit der Geschichte unseres Landes befasst hat, dem schlagen spätestens in solchen Momenten die Alarmglocken. Denn genau so dämmerte er einst herauf, der Vorabend der nationalen Revolution Adolf Hitlers, die dem Holocaust, dem Zweiten Weltkrieg und der totalen Vernichtung Deutschlands den Boden bereitete. Wollen wir das wieder? Brauchen wir sie abermals, die Erfahrung der totalen Diktatur der Unmenschlichkeit? Wollen Sie wirklich das Risiko eingehen, möglicherweise Ihr vergleichsweise friedliches und sorgenfreies bisheriges Leben für eigene politische, ideologische oder religiöse Überzeugungen zu opfern und das ganze Land in eine ungewisse Zukunft zu steuern? Und vor allem: Wollen Sie dafür und für die möglichen Folgen auch die Verantwortung übernehmen?

Wollen wir wirklich wieder in einem Staat leben, in dem nach Herkunft oder Glaube entschieden wird, wer Grundrechte genießen darf und wer nicht? Und was wird dann mit denjenigen Menschen, die hier bereits leben und nicht in dieses neue exklusiv-völkische Gesellschaftsmodell passen? Wollen Sie also wirklich für Deutschland Verhältnisse, wie sie in Russland, in der Türkei oder gar in Israel Realität sind und wie sie es zu Beginn auch im Dritten Reich waren? Wollen Sie wirklich, dass die Medien wieder nur so berichten, wie es die herrschende Elite, für die Sie selbst gern stehen wollen, einfordert? Dafür müsste unser Grundgesetz gravierend verändert werden. Und wer oder was garantiert Ihnen denn, dass das nicht schlussendlich zu Einschränkungen führt, die am Ende auch wieder jeden Einzelnen von uns beeinträchtigen? Wollen Sie diese Büchse der Pandora wirklich wieder öffnen? Die Sicherungsmechanismen, die genau das verhindern sollen, wurden nach dem Ende des genau aufgrund solcher konstitutionellen Mängel möglich gewordenen Dritten Reiches nicht ohne Grund in unser politisches System eingebaut. Fakt ist: Pegida, AfD und NPD könnten sich auf legalem politischem Wege derzeit und auch in nächster Zeit niemals durchsetzen. Der einzige Weg, dennoch an die Macht zu gelangen, wäre deshalb ein gewaltsamer Umsturz – oder aber wie schon in der Weimarer Republik die aktive Mithilfe großer Teile des Volkes, die schon damals die Gefahr nicht erkennen wollte, die von der NSDAP als vermeintlichem Heilsbringer ausging. Und GENAU DAFÜR demonstrieren Sie, wenn Sie mit Pegida auf die Straße gehen.

Wieder und wieder hat Pegida mit Wort und Tat unterstrichen, dass sie für Abschottung, für eine völkisch-nationale Kultur, für Intoleranz und Ausgrenzung gegenüber bestimmten Volksgruppen steht. Ja, sie trägt diese Merkmale sogar im Namen. Die Naivität und Realitätsverlustigkeit vieler Anhänger scheint dahingehend grenzenlos. Neulich schrieb eine Unterstützerin, dass Pegida ja schließlich „gar nicht fremden-, sondern nur islamfeindlich“ sei. Hass lediglich auf eine ganz bestimmte Gruppe fremder Menschen zu konzentrieren, war DAS zentrale Merkmal nationalsozialistischer Politik in der „Judenfrage“, die in eine Vernichtungspolitik gipfelte, die zu Beginn die wenigsten so gewollt hatten und absehen konnten! Es ist gewiss kein Argument FÜR Pegida, sondern dagegen! Fremdenfeindlich bleibt es trotzdem.

Pegida ist offiziell für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen. Doch auf den allwöchentlich stattfindenden Demos in Dresden und anderswo wird oft ziemlich schnell klar, dass dies nichts als eine leere Hülse ist, die der Bewegung einen pseudo-rechtsstaatlichen Anstrich verpassen und die wahren Ansichten ihrer Anhänger verbergen soll. Denn tatsächlich bescheinigt man den Flüchtlingen zu (frei erfundenen) Prozentsätzen irgendwo zwischen je nach Quelle 70 und 90 Prozent, wirtschaftlichen Motiven zu folgen. So einfach ist das mit der „Wahrheit“: Kriegsflüchtlinge ja – aber wenn es zu viele werden, einfach die meisten zu Asyltouristen umetikettieren und fertig.

Pegida fordert offiziell die Aufnahme eines Rechtes und einer Pflicht zur Integration für Zuwanderer ins Grundgesetz. Schön und gut und für die meisten von uns sicherlich auch vertretbar. Aber sind Sie denn als Bürger auch bereit, Ihren Beitrag dazu zu leisten? Ein Recht auf und die Pflicht zur Integration für Zuwanderer bedingt unmittelbar auch die Pflicht zur Integrationsbereitschaft aufseiten der Mehrheitsgesellschaft. Die sehe ich bei Pegida mitnichten.

Offiziell tritt Pegida für die dezentrale Unterbringung von Kriegsflüchtlingen ein – doch seit es die Bewegung gibt, werden gerade solche dezentralen Wohngebäude, oft auch in kleinen Gemeinden, immer wieder zerstört. Auch lässt Pegida Vorschläge vermissen, wie man eine dezentrale Unterbringung bei den aktuellen Flüchtlingszahlen garantieren könnte.

Ebenso gibt sich Pegida offiziell sehr fürsorglich und fordert eine bessere Betreuung für die „teils traumatisierten Menschen“ – doch ihre Anhänger zeigen in Blogs und sozialen Netzwerken immer wieder, wie sie wirklich über die „traumatisierten Menschen“ und diejenigen denken, die alles tun, um ehrenamtlich deren Betreuung zu verbessern: Sie werden zur Zielscheibe von ätzendem Zynismus, menschenverachtender Hetze und offenen Anfeindungen. Wenn den hier ankommenden Flüchtlingen von vorn herein und ohne jede Prüfung jegliche legitimen Beweggründe für ihre Flucht abgesprochen und sie mehr oder weniger pauschal als kriminelle Schmarotzer abgestempelt werden – wo bleibt da noch die von Pegida im offiziellen Duktus viel beschworene Differenzierung?

Pegida fordert offiziell eine „schnellere Integration“ von anerkannten Flüchtlingen – doch ihre Anhänger propagieren massenhaft und ohne Scheu offen deren Ausgrenzung und sofortige Ausweisung, wie beispielsweise die Pegida-nahe Bürgerinitiative Freital, deren Chef René Seyfried im April gegen die Ausweitung von Integrationsleistungen wie etwa Deutschkursen anwetterte, die man nicht wolle, weil diese Leute so schnell als möglich wieder abreisen sollen, statt bei uns anzukommen.

Pegida ist offiziell gegen eine „frauenfeindliche, gewaltbetonte Ideologie“, die aber nicht näher benannt wird. Was ist denn damit gemeint? Am Ende Pegida selbst? Wie oft wurde Angela Merkel als Hure, Nutte und Schlimmeres beschimpft. Wie oft wurde ihr und anderen Gegnern der Pegida der Tod gewünscht bzw. angedroht? Wie oft wurden auch Flüchtlingsfrauen und -mädchen Opfer fremdenfeindlicher Attacken? Nicht aber gegen „hierlebende, sich integrierende Muslime“, fügt Pegida diesem Grundsatz, der keiner ist, hinzu. Damit widerspricht man – um nicht sofort den volksverhetzenden Charakter zu offenbaren – dem Anspruch, den man im Namen trägt, oder aber man hat den Begriff Integration nicht verstanden. Integration ist nicht gleichbedeutend mit Assimilation im Sinne völligen Aufgehens in der Mehrheitsgesellschaft, sondern sie fußt auf der Beibehaltung eigener kultureller Traditionen und deren Anpassung an die hiesigen Werte und Gesetze.
Was überhaupt ist Islamisierung? Woran erkennt man sie im deutschen Alltag? Geht es um die Radikalen, die Terroristen – von denen gerade wir Deutschen bislang weitgehend verschont geblieben sind? Wie vielen Burka-tragenden Frauen begegnet man in Dresden oder Leipzig beim Einkaufsbummel? In meinem ganzen Leben habe ich hier zwei gesehen. Wie viele Burka-tragende Frauen sind unter den meist syrischen Flüchtlingen? So gut wie keine. Und wenn doch: Welches Unrecht geschieht Ihnen persönlich dadurch? Glauben Sie wirklich, dass irgendwann in Deutschland die Frauen alle eine Burka tragen werden müssen, wenn wir unsere Muslime von Kindesbeinen an zu guten deutschen Staatsbürgern erziehen und ihnen offen und herzlich begegnen? Haben Sie das mal versucht? Wir haben es doch in unserer Hand! Und was genau ändert sich denn für Sie, wenn die muslimische Frau aufgrund eines Burka-Verbotes statt der Burka ein Kopftuch trüge? Werden Sie ihr deswegen wirklich toleranter, freundlicher und offener gesinnt sein? Und kümmert es Sie eigentlich, welche inneren und äußeren Konflikte der Frau daraus entstehen könnten?

Oder geht es nicht vielleicht doch um den Islam als solchen, der gerade mit den aktuellen Flüchtlingsströmen natürlich präsenter werden wird in unserem Land? Wie oft hört man es auf Pegida-Demos, liest es auf den Transparenten: Der Islam sei eine menschenverachtende Ideologie! Wäre es in diesem Fall aber nicht völlig belanglos, wie sehr sich ein Muslim integriert, wenn seine Religion das eigentliche Problem ist? Die wird er in den seltensten Fällen freiwillig abgeben – und muss es auch nach unserem Grundgesetz nicht.

Und so präsentiert sich Pegida bei genauem Hinsehen als zähnefletschender Wolf im gut entlausten Schafspelz. Schlimmer noch: Es ist eine Dynamik entstanden, über die die politisch unerfahrenen, eher unterdurchschnittlich gebildeten und teilweise vorbestraften Urheber längst die Kontrolle verloren haben. Rechtsextreme und rechtsnationale Gruppierungen und Parteien ziehen längst die Fäden und drücken der Bewegung ihren Stempel auf. Und SIE müssen ganz allein für sich entscheiden, ob Sie sich von dieser Mogelpackung und ihren Demagogen weiter blenden, aufhetzen und aufzehren lassen wollen – um am Ende vielleicht wie Ihre Eltern oder Großeltern anno 45 vor den Trümmern der eigenen wie unserer nationalen Existenz zu stehen. Oder ob Sie Ihren Ängsten nicht doch einfach mal versuchsweise auf Augenhöhe begegnen wollen.

Wider Angst und Hysterie – es lebe der gesunde Menschenverstand!

In Zeiten von Psychiatrien, die sich mit Menschen mit Terror- und Flüchtlingsneurosen füllen, appelliere ich an Ihre Vernunft: Ziehen Sie die Notbremse! Schalten Sie ab. Kehren Sie zu einem reflektierten Denken zurück. Gleichen Sie Ihre Ängste an der Realität ab, statt darin regelrecht aufzugehen: Sind sie überhaupt berechtigt oder einfach nur Mittel zum Zweck, das durch Demagogie und Hate-Speech geschickt gesteuert wird?

Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten!

Gebot Nummer acht der abendländisch-christlichen Lehre. Wie viele Vergewaltigungen durch angebliche Flüchtlinge wurden in den letzten Monaten zur Anzeige gebracht, die sich im Nachgang als reine Erfindung herausstellten? Und wie oft wurden diese vermeintlichen „Fakten“ in sozialen Netzwerken geteilt? Machen Sie sich klar, dass Ihr Eindruck von der Situation im Zuge des Flüchtlingszustroms zumeist eine Ausgeburt niederträchtigster Propaganda ist, die die berühmten Fünkchen Wahrheit bewusst mit jeder Menge Halb- und übler Unwahrheiten vermischt, um die Hysterie der Masse am Kochen zu halten. Schon Adolf Hitler wusste, wie wichtig dieser Faktor ist, um eigene Ziele durchzusetzen.
Prüfen Sie genau nach: Was will eigentlich PEGIDA – und was genau will ich? Möchte ich wirklich Seit an Seit mit Anhängern der rechtsextremen NPD und AfD marschieren, weil mir die Flüchtlingswelle Angst macht? Dass Sie Angst haben, ist natürlich und verständlich. Aber wird Pegida auf legalem Wege an dieser Angst irgendetwas ändern können? Wollen Sie also weiter Angst haben? Oder wollen Sie dagegen etwas tun? Pegida wird nichts dagegen tun – im Gegenteil: Sie wird Ihre Ängste weiter schüren, weil sie sie braucht. Der Leidtragende sind Sie und völlig unschuldige Menschen.

Deshalb, Patrioten! Patriotismus ist per se etwas Gutes, da er die Heimat und ihre traditionellen Errungenschaften preist. Er zielt nicht auf die Bekämpfung oder Abschaffung dieser Traditionen und Prinzipien, sondern auf deren Erhalt sowie auf den Gedanken nationaler Einigkeit – unabhängig vom Glauben und von den Wurzeln der Bürger eines Landes. Es unterscheidet Patriotismus von Chauvinismus und Nationalismus. Besinnen Sie sich der großen deutschen Tradition des aufgeklärten Denkens und der Lehre der christlichen Kirche, die Nächstenliebe und Bescheidenheit statt Maßlosigkeit und Überheblichkeit predigt. Die christlich-abendländische Kultur will Pegida offiziell retten – tatsächlich tritt sie sie mit Füßen, wo sie nur kann, weil ihre Urheber mit Gottes Wort so viel am Hut haben wie der Papst mit Polygamie. Das einzige, was ihnen an der christlich-abendländischen Kultur gelegen ist, ist ihr Ausbau zur Festung gegen den verhassten Islam.

Du sollst den Namen des Herren, deines Gottes, nicht missbrauchen

sagt das zweite Gebot. Dass es keinen anderen Gott neben dem einen geben solle, sagt das erste. Christen, Muslime und Juden – sie alle dienen ein und demselben Gott. Alle achten damit dieses Gebot. Wussten Sie das als Mitstreiter der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes?

Du sollst nicht töten!

lautet übrigens das fünfte Gebot. Doch Hass tötet früher oder später. Wollen Sie das? Reichen bewaffnete Übergriffe auf Asylbewerber und Politiker nicht? Wollen Sie sich ernsthaft mitschuldig machen, wenn der erste Mensch bei solchen Angriffen sein Leben verliert?

Sind Sie „das Volk“?

Nein. Wie auch ich sind Sie lediglich ein TEIL davon. Und auch Pegida ist nur ein winzig kleiner Teil des Volkes. 7-9000 Menschen kommen im Schnitt zu Pegida-Demos nach Dresden. Man kennt und schätzt sich dort, denn es sind fast immer dieselben Gesichter in der Menge. Das ist nicht „Das Volk“, das sind nicht mal „viele“. 184000 Freunde hat Pegida auf Facebook (davon auch viele aus dem Ausland). Selbst wenn man noch ein paar Hunderttausend schweigende Sympathisanten in deutschen Lehnstühlen hinzurechnet – was sind sie gegen 81 Millionen andere? Diese wenigen halten das ganze Auto namens „BRD“ für Schrott, weil hier und da eine Schraube klemmt und die Straßenverhältnisse gerade ziemlich schwierig sind. Würden Sie so im „real life“ mit Ihrem eigenen Auto verfahren? Oder würden Sie es liebevoll pflegen und mit viel Hingabe die kleinen Macken beseitigen, statt es als Ganzes zu entsorgen? Es sind diejenigen, deren Grundstimmung ohnehin nach einem solchen Fatalismus schreit, oft, weil sie selbst das Gefühl haben, im Leben gescheitert oder nicht dort angekommen zu sein, wo sie hinwollten. Oder solche, denen es einfach nach Macht und Gewalt dürstet. Es sind diejenigen, die einfache Wahrheiten und einfache Lösungen bevorzugen, um eben NICHT denken und NICHT mutig sein zu müssen. Stattdessen verwechseln sie Verbitterung, Starrsinn und Menschenverachtung mit vermeintlichem Mut und Standfestigkeit.

Deshalb, werte Pegida-Anhänger: Seien Sie mutig! Kehren Sie zurück in unsere Mitte. Angst und Scheitern sind keine Schande oder sollten es zumindest nicht sein. Lasst uns lernen, einander wieder zu vertrauen – auch wenn wir nicht immer derselben Meinung sind. Lernen aber auch Sie, zu verstehen, dass die Grund- und Freiheitsrechte in Deutschland unveräußerlich sind, dass sie für ALLE Menschen gelten, nicht nur für Sie selbst, und dass auch Sie selbst letztlich von ihrer Aufweichung oder gar Abschaffung Schaden nehmen würden. Verstehen Sie, dass das Recht auf Asyl eines dieser Grundrechte ist. Sie können da anderer Meinung sein, Sie dürfen diese Meinung in diesem Staat auch offen sagen, solange Sie damit nicht die Grundrechte Dritter oder deutsches Strafrecht verletzen. Aber bitte erwarten Sie nicht von der Regierung, dass sie sich danach richtet, nur weil eine Minderheit das so will. Und dass Sie eine solche sind, wissen Sie ganz genau. Nur so lassen sich die ohnmächtige Wut und die unglaubliche Aggressivität erklären, mit denen Pegida-Anhänger häufig jede Annäherungsversuche der „Gegenseite“ abwehren. Doch die Tür ist nicht zugeschlagen. Die Gesellschaft hat Sie nicht vergessen und hat das Brett in den Spalt geklemmt, das viele von Ihnen noch wie ein Schutzschild vor sich hertragen. Nehmen Sie’s doch einfach ab und treten Sie ein. Da Sie sich eigenen Willens von uns abgekoppelt haben, wird man Ihnen das Initiative zu diesem Schritt leider nicht ersparen können. Aber es wird sich lohnen, versprochen. Dann werden Sie vielleicht auch erkennen, dass es unter Deutschen und Türken, unter Juden, Christen, Pegidisten und auch unter praktizierenden Muslimen gute wie schlechte Menschen gibt. Die schlechten wird man strafen. Die guten aber sollten alle die gleiche Chance haben. Was genau ist daran denn eigentlich so inakzeptabel?

In diesem Sinne herzlichst und mit den besten Wünschen für ein gesundes und vor allem ein friedlicheres und versöhnlicheres Jahr 2016 für Sie alle und Ihre Familien,
Jane Jannke

Kann man noch tiefer sinken? Hetzblog frohlockt über niedergestochenen Flüchtlingsaktivisten aus Dresden.

Nichts als Spott und Zynismus für ein Gewaltopfer. Foto: Screenshot Quotenqueen
Nichts als Spott und Zynismus für ein Gewaltopfer. Foto: Screenshot Quotenqueen
Wie tief kann ein Mensch sinken? Wann ist die Grenze erreicht, ab der man sich vom Menschsein verabschiedet und die tierischen Instinkte Oberhand gewinnen lässt?
„Student wäre lieber von Nazi niedergestochen worden“ – so der polemische Titel eines Artikels im bislang lediglich eingefleischten Pegida-Fans bekannten Blog „Quotenqueen“. „Überparteilich, unabhängig, unverkäuflich“ – mit diesen Attributen wirbt das der islamfeindlichen Hetzplattform Politically Incorrect und der Pegida-Bewegung nahe stehende Blog für sich. So unverhohlen, wie dort Werbung für rechte Parteien wie die AfD, die österreichische rechtspopulistische FPÖ, die ebenso ausgerichtete holländische Wilders-Partei für die Freiheit oder auch stramm rechte Medien wie die „Junge Freiheit“ gemacht wird, darf das allerdings stark bezweifelt werden. Besser passte nach kurzem Studium der Kernthemen „antiislamisch, rassistisch, linkenfeindlich“. Der erschwindelte tadellose Leumund bekommt schon gleich zu Beginn einen fetten Knacks: Der kritischen Überpüfung entzieht man sich. Das Blog besitzt weder ein Impressum noch sonst irgendeinen Hinweis auf den Herausgeber. Die angesprochene Klientel wird das freilich wenig interessieren.

Grundlage des erwähnten Artikels bildet ein Überfall einer Gruppe von Männern auf einen 29-jährigen Studenten in der Dresdner Neustadt am vergangenen Samstagmorgen. Gegen 4.20 Uhr war der junge Mann mit drei Freunden gegen 4.20 Uhr auf dem Heimweg von einer Party gewesen, als er vor einer Pizzeria in der Alaunstraße plötzlich unvermittelt von ca. sechs bis acht Männern angegriffen und nach seinen eigenen Angaben völlig grundlos verprügelt und niedergestochen worden war. Die Nacht endete für ihn im Krankenhaus. Bilanz: zweit Messerstiche im Rücken, Lungenquetschung, Schlüsselbeinprellung, weitere Blessuren. Das Opfer selbst, seine Begleiter sowie Zeugen beschreiben die Täter als „nordafrikanischer oder südländischer Abstammung“, das Pizzeria-Personal sprach laut Polizei von „Arabern“. Der Verletzte konnte zwischenzeitlich das Krankenhaus wieder verlassen. Die Täter konnten unerkannt fliehen, die Polizei ermittelt.

Dass solch ein Gewaltakt in meinem Viertel erschüttert und beunruhigt, ist verständlich. Doch was vorgeblich „unabhängige“ Sekundärmedien wie oben genanntes Blog damit machen, stellt all das noch in den Schatten. Unter dem Deckmantel vermeintlicher Unabhängigkeit wird sich völlig unverblümt über das Opfer lustig gemacht und an seinem Leid ergötzt: Sein Unglück könne man sich leider nicht aussuchen, spöttelt der unbekannte Autor über den Verletzten. Für „Quotenqueen“ ist klar: Die Täter waren „Araber“, der Geschädigte wird als „einfacher Besoffski“ verunglimpft und lächerlich gemacht. Die eigentliche Aussage, die sich hinter all dem verbirgt, lautet: Das hat er doch verdient, wenn er sich für die Musels einsetzt. Weil sich das Opfer öffentlich gegenüber verschiedenen Medien als Flüchtlingsunterstützer und Pegida-Gegner zu erkennen gegeben hat und sich betroffen zeigte, dass es ausgerechnet von Migranten angegriffen worden sei, landet es nun am islamfeindlichen Internetpranger. Der Gipfel der Unerträglichkeit ist dann die völlig an den Haaren herbeigezogene und absolut zynische Bemerkung, der Betroffene wäre dann doch lieber von einem Nazi niedergestochen worden.

Dass dieser Wahnsinn Methode hat, zeigen unzählige Facebook-Profile, in denen ähnliche Vorfälle akribisch „ausgewertet“, die Opfer verspottet werden. Notfalls greift man in Ermangelung echter Opfer krimineller Asylbewerber schon mal auf Gewaltopfer zurück, die sehr offensichtlich von Leuten aus den eigenen Reihen aufs Korn genommen wurden, wie das Beispiel des Freitaler Linken-Stadtrats Michael Richter zeigte. Richters Auto war am 27. Juli dieses Jahres vor dessen Freitaler Wohnhaus mit einem Sprengsatz in die Luft gejagt worden – weil er sich als Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Stadtrat jener Stadt, die für ihre Anti-Asyl-Ausschreitungen bundesweite Bekanntheit erlangte, für die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen einsetzte. Im Anschluss weideten asylfeindliche Blogs und Facebook-Gruppen wie etwa die rechtsextreme Freitaler Bürgerwehr den Vorfall aus, verspotteten das Opfer und drohten ihm sogar öffentlich weitere Maßnahmen an. In Zwischenzeit hat es im September und Oktober weitere Anschläge gegeben – auf Richters Freitaler Parteibüro, das nach Vandalismus und einer Sprengstoffexplosion unbenutzbar ist.

Für die asylfeindliche Szene sind solche Fälle – insbesondere wenn Flüchtlingsaktivisten von Tätern mit Migrationshintergrund angegriffen werden – genau der Treibstoff, den man für Hetzkampagnen braucht. Unreflektiert wird sich die Geschichte dann zweckorientiert zurechtgebogen. Die Vermutung des Pizza-Personals, es handele sich bei den Dresdner Messerstechern um Araber, wird einseitig und ungeprüft übernommen, weil sie ins Konzept passt. Was dagegen nicht ins Konzept passt, sind die Aussagen der Zeugen, die zu Protokoll gaben, dass die Täter zwar südländisch wirkten, aber sehr gut Deutsch sprachen. Dies spricht wiederum keineswegs dafür, dass es sich bei den Gesuchten um Protagonisten aus der Gruppe der aktuell in Dresden aufgenommenen Kriegsflüchtlinge handelt, gegen die bei „Quotenqueen“ mit Vorliebe Stimmung gemacht wird. So wird die derzeitige Flüchtlingskrise dort als „sich anbahnende Katastrophe durch illegale Landnahme vor unserer Tür“ dargestellt und in absolut unhaltbarer Weise mit der seit Jahrzehnten fortgesetzten Landnahme der israelischen Religiösen in Palästina gleichgesetzt.

So unbegrenzt die Möglichkeiten des Internet für jeden Einzelnen, so bitter der Beigeschmack, den die Erkenntnis hinterlässt, dass diese eben auch radikalen und extremistischen Schreihälsen aller Couleur – von Nazis über Pegida bis Antifa – ihre Arbeit wesentlich erleichtern. Jeder kann sich an den Rechner setzen und seine „Wahrheiten“ in die Welt hinausposaunen. Und sei es, dass ungelernte Ich-AGler wie die von „Quotenqueen“ in Heimarbeit den Profis der „selbsternannten Qualitätsmedien“ erklären wollen, wie ihrer Ansicht nach „Qualitätsjournalismus“ geht. Im Ergebnis sieht der bei Quotenqueen dann so aus:

Welche Flüchtlinge sind jedoch hier in Massen auf dem Weg zu uns? Junge kräftige Männer, die absolut nicht den Eindruck machen, als dass sie der Hilfe besonders bedürften. Arbeitslose haben wir selbst genug und selbst Fachkräfte werden hier kaum gebraucht. Viele Fachkräfte verlassen das Land, weil sie sich im Ausland mehr Selbstbehalt ihres Einkommens erhoffen, weil im Ausland häufig die Steuer- und Sozialabgabenlast erträglicher ist.

Besser kann man nicht mehr zum Ausdruck bringen, dass man keine Ahnung hat und sich noch nie auch nur ansatzweise mit den hier ankommenden Flüchtlingen befasst hat, von denen viele eine Ausbildung oder sogar ein Studium abgeschlossen haben. Ahnung weder von unseren Gesetzen noch von unserem Steuersystem, den Steuersystemen anderswo in Europa noch von der Fachkräftesituation in unserem Land. Kaum irgendwo in Europa liegt der Eingangssteuersatz so niedrig wie bei uns (14 Prozent). Trotzdem nennt „Qotenqueen“ diese Steuersituation als einen legitimen Grund, dem Land den Rücken zu kehren und sich anderswo niederzulassen, wo man weniger Steuern zahlt. Man meint, sich zu erinnern, dass im Pegida-Jargon ein solches Verhalten auch gern mit dem Terminus „Wirtschaftsflüchtling“ beschrieben wird. Doch wenn’s der Deutsche macht, ist’s natürlich legitim. Wenn’s ein Algerier macht, nennt sich das „Asyltourismus“ und „Schmarotzertum“. Und so ist es gar nicht selten, dass Asylgegner selbst in ihrem Leben schon mehrfach Steuer- und Arbeitsasyl im Ausland in Anspruch nahmen. Die meisten davon im Steuerparadies Schweiz.
Wenn große Industrieunternehmen regelrechte Jobbörsen veranstalten und sich „Leckerli“ in Form von betriebseigener Kinderbetreuung bis hin zur Wohnungsbeschaffung überlegen, um irgendwie die benötigten Fachkräfte an Land zu ziehen – dann sollte das dem einen oder anderen vielleicht doch mal zu denken geben.

Was an all dem eigentlich am meisten ärgert ist, dass es für diese Art „Nachrichten“ einen wachsenden Markt zu geben scheint. Einen Markt für gefilterte, speziell auf bestimmte Meinungsspektren zugeschnittene Informationen, die kritischem Denken gezielt entgegensteuern, niedere Instinkte und Emotionen bedienen und auf diese Weise zur Herausbildung von Zellen aufgehetzter, potenziell handlungsbereiter Aktivisten führt. Man darf davon ausgehen, dass hier zunehmend eine Situation entsteht, die immer weiter außer Kontrolle geraten wird. Einfach deshalb, weil der Zugriff auf die Urheber durch Anonymität häufig erschwert wird und die Fülle an bereits existierenden Angeboten eine Kontrolle quasi unmöglich macht.

Was bleibt ist die Ernüchterung über die menschlichen Abgründe, die sich da auftun. Selbst Menschen, die einem nahe stehen, mit denen man bislang eigentlich gut zusammengearbeitet hat oder gar befreundet war, entpuppten sich plötzlich als Vollblut-Agitateure und Menschenverachter, die ihre gesamte Freizeit daran setzen, vermeintliche „Belege“ dafür ins Netz zu hacken, dass das Abendland kurz vor der Islamisierung und damit vor dem Untergang stehe. Menschen, mit denen man gestern noch Seite an Seite Projekte stemmte oder ein Bier trinken ging. DAS, nicht die Flüchtlinge, ist die wahre Tragödie unserer Zeit. Wie immer sind es die Krisensituationen, die das Wahre im Menschen hervorbringen. Und diese Wahrheit ist untrüglich, denn sie ist nicht fremdinduziert, sondern ein Spiegel der eigenen Sozialisierung.

Das Dresdner Messer-Opfer steht derweil weiterhin zu seinem Flüchtlingsengagement und wehrt sich vehement gegen eine Vereinnahmung seines Schicksals durch Pegida-nahe Akteure. Ein Appell, der schon im Nichts verpuffte, ehe er überhaupt ausgesprochen war.

CDU-Politikerin Madlen Vartian: Muslime sind „Pack“, „Dreck“, „Christenhasser“

Da fehlen einem die Worte. Eine deutsche CDU-Politikerin bezeichnet in aller Öffentlichkeit in ihrem Facebook-Profil Muslime ohne Unterschied als „Pack“:

Ich glaube nicht an die Aufteilung zwischen „Moderaten“ und „Extremisten“. Denn im Ergebnis trägt die überwiegende Mehrheit der Sunniten – egal, ob Türken, Araber oder Kurden – den Christenhass und die Zerstörung von Zivilisation in sich. Im wahrsten Sinne wächst kein Gras, wo dieses Pack lebt. […] Die gekauften Hunde in Europa mögen für dieses Pack bellen wie sie wollen!

„Wir finden Wege zu Ihrem Recht“ – mit diesem Slogan wirbt die Rechtsanwältin Madlen Vartian auf der Homepage ihrer Kölner Anwalts- und Steuerkanzlei. Ob auch Muslime mit dieser Anwältin zu ihrem Recht gelangen würden, darf spätestens seit gestern bezweifelt werden. Denn Vartian hat klargemacht, was sie von islamischer Kultur und Religion hält: nämlich gar nichts. Das muss sie natürlich auch nicht. Doch mit ihrem Facebookpost hat Vartian, die neben ihrer anwaltlichen Tätigkeit im Vorstand des CDU-Ortsverbandes Ehrenfeld sitzt, eine Grenze überschritten. Den Islam nicht zu kennen, zu mögen oder abzulehnen ist eine Sache. Ihn jedoch pauschal und ohne Unterschied und beinahe ohne Unterschied mit Hass und Zerstörung gleichzusetzen und ihn quasi für nicht assimilierbar zu erklären, seine Anhänger wiederum zu „Pack“ oder „Dreck“ zu stempeln – das hat nichts mehr mit Kritik oder einer eigenen Meinung zu tun, das ist Volksverhetzung. Warum ist es das? Weil es genau jene Worte sind, die Ausländerfeinde und Islamhasser in unserem Land regelmäßig gebrauchen, um gegen Muslime Stimmung zu machen. Wozu das bereits geführt hat, sehen wir an der islamfeindlichen Welle, die nicht zuletzt im Zuge von Pegida durch unser Land schwappt. Hass und Feindseligkeit wiederum sind die Vorstufe zu entsprechenden Taten – und genau deshalb hört mit Worten wie solchen der „Spaß“ auf.

Besonders bedenklich: Madlen Vartian ist im Spektrum offiziell als demokratisch und rechtsstaatlich definierter Parteien nicht allein mit ihrer offen zur Schau getragenen Aversion gegen Muslime. Mit ihrer Parteikollegin Vera Lengsfeld und anderen rechtskonservativen Politikern befindet sie sich in „bester“ Gesellschaft. Viele derer, die vor ein, zwei Jahren noch wie Madlen Vartian und Vera Lengsfeld konservativen und liberalen Parteien angehörten, findet man mittlerweile in der AfD und wenn nicht direkt mit auf der Straße, denn doch als Unterstützer von Pegida im Hintergrund wieder. Die antiislamisch-ausländerfeindliche Bewegung hat sie mutig gemacht. Nie zuvor war es gerade für Politiker so verlockend, offen zu seinen menschlichen Abgründen zu stehen: Denn wer heute offen seine Ablehnung gegenüber dieser oder jener ethnischen Gruppe hinausposaunt, der kann sich der Bewunderung und Aufmerksamkeit eines scheinbar stetig wachsenden Teils des Volkes sicher sein. Ein Milieu, das es noch vor einem Jahr so nicht gegeben hat, als kaum jemand außerhalb offen rechtsextremer Kreise es wagte, offen volksverhetzende oder rassistische Positionen zu vertreten. Auch heute will das offiziell keiner der Protagonisten eingestehen. Geäußert werden sie trotzdem – unter dem neupatriotischen Dogma vermeintlicher Wahrheitstreue.

Doch zurück zu Madlen Vartian. Abitur, Studium der Rechtswissenschaften, politische Laufbahn – eigentlich sollte die 33-jährige Kölnerin mit armenischen Wurzeln als Musterbeispiel gelungener Integration gelten. Sollte. Allein – mit ihrem jüngsten Ausbruch kommen daran ernste Zweifel auf. Integration bedeutet, die Werte unseres deutschen Gesellschaftssystems verinnerlicht und anerkannt zu haben, sich danach zu verhalten und umgekehrt darauf bauen zu können, auch als Angehöriger einer ethnischen oder religiösen Minderheit gleichberechtigt und anerkannt hier leben zu dürfen, ohne diskriminiert, angegriffen oder für Taten mitverurteilt zu werden, die Angehörige meiner religiösen Gruppe möglicherweise begangen haben. Völlig zu Recht fordern wir Respekt gegenüber unseren Gesetzen und Werten ein – und zwar gegenüber allen Bürgern dieses Landes, nicht nur von Muslimen.

Vartian aber stellt diesen Grundsatz offen infrage: Sie würdigt die Gruppe der Muslime (und hier insbesondere die der Sunniten) öffentlich herab, spricht ihnen jegliche Zivilisiertheit und auch die Fähigkeit zur Anpassung und Friedfertigkeit ab, nennt sie stattdessen als Synonym für Hass und Zerstörung. Diejenigen, die sich für Differenzierung, Unaufgeregtheit und gegen pauschale Diskriminierung einsetzen, nennt sie im besten Pegida-Jargon „Hunde in Europa“, die „für dieses Pack bellen“.

Man fragt sich: Wie kann eine Rechtsgelehrte und Politikern einer Regierungspartei, die in unserem Lande aufgewachsen ist, derart versagen? Denn da ist noch was, das Leute wie Madlen Vartian oder Vera Lengsfeld offenbar nicht verstanden haben: Als Politikerinnen tragen sie Verantwortung vor dem deutschen Volk und vor dem Grundgesetz. Sie sind es, auf die die Bürger schauen, deren Aussagen im kollektiven Gedächtnis haften bleiben. Und das tun sie – und das wissen wir seit Hitlers großem Vorbild Gustave LeBon – besonders gut, wenn sie in Krisenzeiten Reizthemen auf emotionalisierende Weise weiter anheizen, um Macht über die Masse zu haben. Wie aber kommt Frau Vartian dazu, zumal als Bürgerin mit Migrationshintergrund, die eigentlich im selben Boot sitzt wie viele Muslime hierzulande?

Eine Antwort darauf zu finden, fällt schwer. Eine mögliche Erklärung könnte Vartians Biografie geben. Vor Jahren ließ sie ihren türkischen Namen ändern. Madlen Vartian ertrug es einfach nicht mehr, Madlen Gülbeyaz zu heißen. Den Namen habe man ihr aufgezwungen, Blut klebe daran, so ihre Begründung damals. Und so änderte sie ihn in Vartian. Eine seltsame Begründung für eine Namensänderung – denn Madlen Gülbeyaz/Vartian wurde nicht etwa zwangsverheiratet und von ihrem türkischen Mann jahrelang eingesperrt, geschlagen oder vergewaltigt, wie man jetzt vermuten könnte. Dann wäre der Wunsch nach Namensänderung auch völlig verständlich. Nein, Madlen Vartians Gründe reichen viel weiter zurück, in eine Zeit, in der nicht einmal ihre Großeltern geboren waren.

Vartians armenische Vorfahren wurden 1915 Opfer des türkischen Völkermordes an den Armeniern, der von offizieller türkischer Seite bis heute geleugnet wird. Viele ihrer Angehörigen kamen dabei um. Nach Vartians Aussage wurden sie zudem später in der türkischen Republik gezwungen, ihre armenischen Namen abzulegen und gegen türkische einzutauschen. Doch somit wurde der Name nicht ihr, sondern der Generation ihrer Groß- und Urgroßeltern aufgezwungen. Es erinnert an das Schicksal vieler Juden, die während des Holocaustes ihren jüdisch klingenden Namen ablegen mussten, um in falscher Identität zu überleben. Aber auch an jene, die deutsche Namen hatten – und trotzdem litten, ihre Angehörigen verloren und selbst nur knapp überlebten. Auch unter ihnen gab es viele, die Deutschland nach dem Krieg den Rücken kehrten, einen hebräischen Namen annahmen und nach Israel auswanderten. Doch sie standen unter dem Eindruck des unmittelbar Erlebten.

Madlen Vartian aber wuchs in geordneten Verhältnissen in Deutschland auf. Das Leid ihrer Vorfahren erfuhr sie nicht unmittelbar selbst, sondern aus Überlieferungen ihrer Verwandten. Mit solch einer Familiengeschichte gibt es zwei mögliche Wege: Man macht irgendwie seinen Frieden damit – was keinesfalls heißen muss, zu vergessen und zu vergeben! – oder man radikalisiert sich und übernimmt die Wut, die Ohnmacht und den Opferstatus der Vorfahren als eine Art Lebensphilosophie, gepaart mit dem Wunsch nicht etwa nach Aussöhnung, sondern nach einer diffusen Gerechtigkeit und sogar nach Vergeltung.

Madlen Vartian scheint den letzteren Weg gegangen zu sein. Schon seit Jahren beschäftigt sich die Christin mit türkischer Politik und islamischer Religion – doch offenbar weniger aus wohlmeinendem, objektivem Interesse, sondern aus politischen Gründen. Immer wieder schrie Vartian, die Sprecherin des christlich-alevitischen Freundeskreises der CDU und stellvertretende Vorsitzende des 1993 gegründeten Zentralrates der Armenier in Deutschland ist, in ihrem Blog ihren Zorn über vermeintlich noch immer bestehende weltweite Diskriminierung der armenischen Volksgruppe heraus. Dabei haben fast alle wichtigen Staaten der Welt den türkischen Völkermord von 1915 mittlerweile offiziell als solchen anerkannt. Die ohne Zweifel desaströse türkische Position in dieser Frage bringt Vartian dabei offenbar mit der islamischen Tradition des Landes in Verbindung. Immer wieder prangert sie die vermeintlich „türkisch-nationalistische Gesinnung“ vieler türkischer Vereine und Verbände in Deutschland an, fordert die Einstellung von Fördermitteln unter dem Vorwurf vermeintlicher Genozid-Leugnung auf Veranstaltungen, die Vartian nicht einmal selbst besuchte. Allein schon die Ankündigung einer solchen durch einen Verein reichte ihr aus, um sich zu empören.

Nun könnte man Madlen Vartian wohlwollend eine Streiterin gegen Nationalismus und religiösen Wahn nennen. Doch ist das, was Vartian tut, nicht vielmehr auch Nationalismus? Und zwar armenischer Prägung? Treffen hier am Ende nicht vielmehr die politisch organisierten Wortführer nationalistischer Gruppierungen mit widerstreitenden Interessen, Kulturen und Werten aufeinander, mit Vartian als vehemente Fürstreiterin für die armenischen Interessen?
Hier ist eine junge Frau, die das Schicksal ihrer Familie aus verständlichen Gründen nicht vergessen kann. Aber hier ist auch eine Frau, die ihre Stellung nach Kräften dazu nutzt, um sich ihrer Verbitterung darüber hinzugeben und eine Lobby für ihre Überzeugungen zu schaffen. Eine Frau, die offenbar (noch) nicht bereit ist, zwischen den Tätern von damals und den Muslimen von heute (und hierin nochmals zwischen den verschiedenen Strömungen) zu unterscheiden. Damit spricht sie Muslimen die Fähigkeit ab, das, was 1915 im Osmanischen Reich geschah, genauso wie sie selbst als das zu beurteilen, was es war: ein Völkermord an Hunderttausenden Armeniern. Doch es gibt genügend, die genau das tun. Wie ist das möglich, wenn sie doch alle Christenhasser und notorische Zerstörer sind, wie Vartian behauptet?

Madlen Vartians Islambegriff wird offenbar hauptsächlich durch ihre eigene Familiengeschichte bestimmt: die grausamen Verbrechen muslimischer Osmanen gegen die armenische Minderheit. Der daraus resultierende Tunnelblick lässt sie – sowohl in ihrem Blog als anscheinend auch im Geiste – stets nur das zu, was ihre negative Sicht bestätigt. Islamismus, Repression gegen Minderheiten – alles nachweislich reale Phänomene. Doch Vartian lässt sie für sich stehen, statt sie historisch und vor allem politisch einzuordnen.

Als 1915 der Völkermord an den Armeniern geschah, waren Vernichtungswille und ein totalitäres Staatsbild nicht nur im Osmanischen Reich, sondern in ganz Europa verbreitet. Der Kontinent versank im furchtbarsten Gemetzel, das er bis dato erlebt hatte, und ihm standen Zeiten bevor, die all dies sogar noch in den Schatten stellen sollten. In den seltensten Fällen waren die, die für all diese Grausamkeiten verantwortlich waren, Muslime. Fast immer dagegen gute, gottfürchtige Christen. Für die grausamsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte zeichnen Christen oder andere Glaubensansätze verantwortlich. Die Frage, ob eine Religion zu Grausamkeit fähig ist oder nicht, kann also für Madlen Vartians antiislamische Überzeugungen unmöglich ausschlaggebend gewesen sein – denn dann hätte sie Religionen insgesamt ächten müssen, statt lediglich eine herauszugreifen. Nein – entscheidend ist ihre ganz persönliche Biografie und womöglich die Art und Weise, wie damit in ihrer Familie und in ihrem Umfeld über die Generationen hinweg umgegangen wurde. Das mag als Erklärung vielleicht funktionieren, eine Rechtfertigung für solch entmenschlichendes Denken ist es hingegen niemals. Dafür kann es keine Rechtfertigung geben, schon gar nicht, wenn man selbst mit Unrecht argumentiert, das Menschen einst aufgrund ihres Glaubens und ihrer Herkunft angetan wurde.

Noch vor Jahren hätte sich auch Madlen Vartian vermutlich nie derart haarsträubend abfällig gegen Muslime geäußert. Doch das neue Klima des Pseudo-Patriotismus in unserem Land, der im Grunde auch nichts anderes als ein verdeckter Nationalismus ist, hat etwas verändert. Man weiß eine vergleichsweise große, starke Masse hinter sich und muss daher weniger fürchten, mit seinen Aussagen von allen verschmäht am öffentlichen Pranger zu landen. In einer Zeit, in der Nationalismen aller Couleur weltweit im Kommen sind, wollte offenbar auch Madlen Vartian nicht länger Zurückhaltung üben. Da mag man sich fast fragen, wer eigentlich die größere Gefahr für unsere Gesellschaft ist: Die Muslime (die zwar häufig sehr gläubig und manchmal auch radikal sind, aber dafür nur äußerst selten in ein hohes politisches Amt von Einfluss vorstoßen) oder aber nach außen gut integrierte, aber dafür von innen her von einem extremen Nationalismus und Revanchismus erfüllte Staatsbürger, die es verstehen, sich durch Anpassung in Position bringen, indem sie vor allem Nationalismen am rechten Rand bedienen.

Wie Regenwürmer nach einem starken Regenguss kamen sie seit vergangenem Jahr aus ihren Löchern gekrochen – Nationalisten, Rassisten, Extremisten. Längst nicht alle sind frustrierte Wutbürger oder Provinzpolitiker aus kleinbürgerlichen Verhältnissen wie etwa unlängst die Meißner CDU-Politikerin und gelernte medizinisch-technische Assistentin Daniela Kuge. Immer öfter sind auch Bildungsbürger wie Madlen Vartian oder Vera Lengsfeld dabei. Und man hat das Gefühl, es werden mehr. Das aber kann doch schwerlich nur an Pegida liegen? Nein. Tatsächlich ist auch Pegida selbst nur ein Symptom, eine Folge eines viel langfristigeren gesellschaftlichen Umwälzungsprozesses in unserem Land. Die Wurzeln dafür wurden spätestens mit dem 11. September 2001 gelegt. Denn die Deutung dieses einschneidenden Ereignisses spaltete das Land als engem Verbündeten der USA ein erstes Mal in jene, die die offizielle Version der USA anerkennen und daraufhin eine unbestimmte Ablehnung gegenüber Muslimen entwickelten, und in jene, die sie anzweifeln. In jene, die sich daraufhin in ihrem Argwohn gegenüber den „Kanacken“ und „Muselmanen“ bestätigt fühlten, und jene, die zur Besonnenheit mahnten. In dieses Vakuum stießen Agitatoren, die vermeintlich einfache und plausible Erklärungen anboten – und erstmals seit Jahrzehnten rassistische Positionen wieder in die Nähe einer vorgeblich zulässigen „Meinung“ rückten, die vonseiten des Staates „unterdrückt“ werde. Dabei entfalteten sie eine ähnliche Wirkung wie in den 20er-Jahren die Schriften der Nationalsozialisten.

Wie sagte schon Heinrich Mann? Die Bücher von heute sind die Taten von morgen. Heute wird sichtbar, welch unheilvolle Saat Bücher wie „Deutschland schafft sich ab“ (2010) von Thilo Sarrazin oder „Der Krieg in unseren Städten“ (2003) und „SOS Abendland: Die schleichende Islamisierung Europas“ (2008) von Udo Ulfkotte in die Köpfe eines beachtlichen Teils unseres Volkes gepflanzt haben. Pegida gäbe es heute ohne diese geistigen Brandstifter im Hintergrund nicht. Es waren jene Werke, die an unausgesprochenen, teils sogar unterbewussten Ängsten und Frustrationen rührten und den Nährboden für ihre politische Institutionalisierung bildeten. Bis dato hatten nur politische Außenseiter, Hardliner und Gescheiterte wie Henryk M. Broder oder Stefan Herre in Blogs wie „Politically Incorrect“ oder „Die Achse des Guten“ gegen Überfremdung, Multikulti und vor allem den Islam gewettert – ohne jemals größere Reichweiten zu entwickeln. Scheinbar. So ist es im Nachgang besonders unverständlich, warum das politische Wetterleuchten auf PI, das sich schon bald nach dessen Gründung im Jahr 2004 abzeichnete, seitens der Bundesregierung quasi nie beachtet wurde.

Als dann 2008 Ulfkottes Buch „SOS Abendland – die schleichende Islamisierung Europas“ erschien, wurde das abermals als Randerscheinung gewertet und war Politikern wie Intellektuellen keinerlei kritischer Besprechung wert. Als Sarrazin dann seine Thesen an die Kirchtür schlug, war es eigentlich schon zu spät. Denn mit seinem Buch wurden Rassismen und Kulturchauvinismus erstmals wieder in die Mitte unserer politischen Landschaft und damit in die Mitte der Gesellschaft getragen – ein verheerendes Signal. Manche wurden nun stutzig, aber die Weitsicht derer setzte sich nicht durch – mit bösen Folgen. Schon kurz nach Erscheinen des Buches bildeten sich die ersten antiislamischen Pro-Bewegungen, die mittlerweile im ganzen Land neue rechtskonservative bis -extremistische Parteien bilden. Kurz darauf gründete sich die in dieselbe Kerbe schlagende Alternative für Deutschland (AfD), im Herbst 2014 entstand Pegida. Gefährlich macht diese Entwicklung vor allem der Umstand, dass sie kein rein deutsches Phänomen ist, sondern sich vielmehr durch ganz Europa zieht – und sie wird weiter befördert von den alten Agitatoren.

Allein in den letzten drei Jahren hat der frühere FAZ-Journalist Udo Ulfkotte sieben Bücher zu den Themen Asyl, Migration, Islam und „Staatsterror“ verfasst – die meisten davon im für seinen Hang zu Verschwörungstheorien und Hetzschriften aller Art bekannten Kopp-Verlag und in passendem Duktus. Migranten und vor allem der Islam werden darin als staats- und kulturzersetzend dargestellt. Sie bilden die Bibel für alle, die sich abgehängt und unverstanden fühlen in unserem Land. Sie lesen, fühlen sich bestätigt und lächzen nach dem nächsten Werk. Und Ulfkotte verdient daran. Er suggeriert ihnen, sie müssten etwas tun (z.B. „wütend sein“, „aufwachen“, „hinter die Fassaden schauen“ usw.). Und sie tun es – einseitig, hirngewaschen, durch die Brille des Zorns. Die traurige Erkenntnis daraus: Kaum jemand hat dieser Tage so viel innenpolitische Macht in seinen Händen wie die Ulfkottes dieses Landes. Nicht mal Angela Merkel.

Wer bislang um seine Karriere fürchten musste, wenn er offen seinen rassistischen Überzeugungen gefrönt hätte, wurde nun mutig. Im Falle Madlen Vartians muss Thilo Sarrazin eine wahre Initialzündung gewesen sein. Seit Erscheinen des Buches „Deutschland schafft sich ab“ im Jahr 2010 wetterte sie in ihrem Blog zwei Jahre lang immer wieder gegen „die Zustände in den Zwanderermilieus“ und ergriff offen Partei für Sarrazin. Die Debatte um „Deutschland schafft sich ab“ nannte sie „exemplarisch für eine seit Langem bestehende Maulkorb-Mentalität in der politischen Kultur in Deutschland.“

Ob nun pauschal als „Pack“, „Dreck“, „Christenhasser“ (Vartian) oder „Flächenbrand“ (Lengsfeld) verschrien – Muslime müssen als religiöse Minderheit in unserem Land einiges aushalten. Wenn es aber ausgerechnet die Repräsentanten unseres demokratischen Systems sind, die sich solcher inakzeptabler Pauschalhetze bedienen, dann geht hier gehörig etwas schief. Folgen wir weiter diesem Weg, wird die Zukunft uns wenig Gutes bringen. Es sind solche Stimmungen, dieser absolute Unwillen, Gleichheit und Toleranz zu üben, die in anderen Ländern Bürgerkriege auslösen. Ja, es gibt Muslime, die nicht willens sind, sich in unser Wertesystem zu integrieren. Zum Beispiel, weil sie eine Burka tragen, oder weil sie die deutsche Lebensweise ablehnen. Und ja, man muss hier fragen dürfen, ob der deutsche Staat das hinnehmen muss. Aber sind diese Leute wirklich so viel schlimmer als eine Madlen Vartian oder Vera Lengsfeld, die diese Verhaltensmuster in rassistischer Manier willkürlich au alle Muslime übertragen, um nicht etwa gegen einzelne Personen, sondern gegen die Religion und die Kultur insgesamt Stimmung zu machen?

Die Welt auf Standby.

why isnt the world standing up for us tooAnalysen dessen, was in den vergangenen Tagen geschehen ist, fallen schwer. Sie sollten zumindest schwerfallen, angesichts der Erschütterungen, die die Welt zuletzt erfahren hat. Vielleicht wäre kollektives Schweigen, eine heilsame Stille, jetzt am angebrachtesten. Doch die Welt schweigt nicht. Sie heilt nicht. Sie wütet. Sie hasst. Sie lächzt nach Rache. Statt um Fassung ringt sie um einen undefinierbaren Sieg. Statt Trauer, Innehalten, Reflexion – Jetzt erst recht.
In dem Aufruhr nach dem Anschlag geht die Sehschärfe verloren, Konturen verwischen und damit auch der Blick auf das Ganze, über den eigenen Tellerrand hinaus. Dorthin, wo Leid und Tod Alltag sind und nicht nur alle paar Jahre auf verstörende Weise über friedens- und wohlstandsverwöhnte Gesellschaften hereinbrechen.

2000 Menschen sind in Nigeria in der letzten Woche bei einem Terroranschlag der Boko-Haram niedergemetzelt worden. Deren Divisionen des Schreckens rekrutieren sich aus Muslimen. Aber auch aus Tausenden erwachsen gewordener Kindersoldaten, die in den Bürgerkriegen Afrikas ihre Familien und ihre Kindheit verloren und zu seelenlosen Zombies wurden. Kriege, die von europäischen Mächten häufig indirekt befeuert oder mit Waffen unterstützt wurden. Was tut Europa angesichts Tausender, ausgelöscht an einem Tag? Es bringt Millionen auf die Straße – aber ihre Trauer, ihre Wut und ihr Entsetzen bleiben den 16 französischen Terroropfern vorbehalten. Man braucht die Kraft. Zum Beispiel, um die Millionenauflage jenes Blattes am heutigen Tag zu preisen, das mit seinen unappetitlichen Karikaturen keine Gelegenheit auslässt, Hass zu schüren, Konflikte zu vertiefen, ohne Blick für die wahren Probleme, die wahren Ursachen bestimmter Phänomene – eigentlich ein unverkennbares Markenzeichen seriöser, konstruktiver Satire. Jetzt erst recht. Statt mutiger Ausbrecher – nur Lemminge, die sich in die Masse flüchten und nicht sehen, dass sie gemeinsam auf den Abgrund zusteuern.

Fremdenfeinde unter sich.

Öffentlich oder von Medien nach Zielen und Beweggründen gefragt, bleiben die Pegida-Anhänger meist erstaunlich wortkarg. Nichts sagen ist für viele der einzige, Weg, die menschenfeindlichen Ansichten zu verbergen, die hinter der gutbürgerlichen Fassade („für unser Volk, für unsere Kinder!“ usw. usf.) lauern, die man sich so gerne gibt. Besorgt sei man, angsterfüllt, patriotisch. In Wahrheit sind viele von einem blindwütigen Hass zerfressen. Und dieser Hass hat ein Ziel: den Islam.
Möglicherweise sind diese Leute nicht die Mehrheit derjenigen, die auf die Straße gehen. Das Gefährliche aber ist, dass sie es mehr und mehr schaffen, das Ruder zu übernehmen. Mit ihnen laufen mittlerweile jene, die nicht hassen um des Hasses oder der Gewaltfantasien willen, sondern aus ideologischen Gründen oder Unwissenheit heraus Vorurteile entwickelt haben. Es ist so viel einfacher, zu hassen, sich in Rage zu schimpfen – über die Drecksmusels, die Drecksmedien, den Drecksstaat. So viel einfacher, als sich selbst zur Raison zu rufen und sich zu sagen: Halt. Hier geht etwas gehörig gegen den Baum. Und zwar gegen denselben, gegen den es auch bis 1945 schon gegangen war.

Eine Dokumentation der Besorgnis. Eine Dokumentation des Grauens. Und es handelt sich hierbei nur um die Einträge aus drei Foren, in denen Pegida-Anhänger unter sich waren.

der denkende Denker (1.12.14 19:17)
Dresden – Montagabend werden wieder Tausende Dresdner durch die Innenstadt ziehen – gewaltlos, aber umstritten demonstrieren sie gegen die aktuelle Asylpolitik.
Eingeladen von PEGIDA – die Abkürzung steht für „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Seit sieben Wochen veranstaltet die Initiative um Lutz Bachmann (41) die Demonstrationen, nennt sie Spaziergänge. Und jedes Mal wurden es mehr Teilnehmer.
Bitte nachmachen, bis in allen grossen deutschen Städten marschiert wird gegen die Asylwirtschaftsschmarotzer, die die Hilfsbereitschaft des deutschen Volkes ausnutzen und ihm schädigen!!!

Bonner (1.12.14 22:14)
@ Kreuzritter Siegfried (KS)
dein „langer“ Beitrag hat mir gefallen, wobei ich nicht finde, dass du zu viel geschrieben hast, das war die absolute Kurzfassung,
man könnte Tagelang darüber schreiben und es würde kein Ende nehmen..
Asyl nur für Christen!!
Lösung: soviel Asyl-Anträge wie von Christen gestellt werden, dafür müstte man genauso viele Moslems abschieben!!!!!
Dann brauchen die Politiker sich auch nicht schämen vor der Weltöffentlichkeit, denn das hätten die Moslems sich selbst eingebrockt…

(1.12.14 22:16)
Logik UNMORALISCHE Islamistische PARASITEN:

Gutmensch 68 (1.12.14 23:32)
Bitte festhalten…. laut Umfragen sollen in Frankreich 27 Prozent aller 18 bis 25 jaehrigen mit den isis sympathisieren in England sind es 14 Prozent! UNSER schoenes Europa ist bis in die letzte Faser mit der faschistoiden hassideologie Islam infiziert! Wir muessen JETZT einschreiten in 10 Jahren ist es zu spaet! MDG Gutmensch 68

Thomas (2.12.14 05:42)
Im Grunde lässt sich alles doch auf einen Grundsatz reduzieren. Wie es weiter vorne im Thread schonmal angesprochen wurde, ist es doch wirklich so, daß einseitige Toleranz, also nur von uns, aber von der Gegenseite nicht, unser langfristiger Untergang ist. Deshalb müssten wir eigentlich längst aufhören zu quatschen, sondern aktiv gegen Moslems zur Waffe greifen.

Gutmensch 68 (2.12.14 22:59)
@Thomas genau wir haben keine Zeit mehr! Die deutschen kriegen immer weniger Kinder die gerburtenrate driftet ins laecherliche ab! Auf unseren Schulen schwafeln rot gruene antideutsche Lehrer den Kevin und die Lisa voll wie benachteiligt doch der achmed und die fathima sind! Die Muslime hingegen werden immer zahlreicher und dreister! Selbst an der kleinsten Dorfschule laufen die schleiereulen rum und unterdruecken die Kuffar! Bin selber erst 18 Jahre alt aber sage lieber ein ende mit Schrecken als ein schrecken ohne! Bei den der Generation unter 18 sind sie in vielen L0Š1ndern Europas schon in der Mehrzahl! Staedte wie Duisburg Frankfurt Bremen oder Duesseldorf Hamburg oder Berlin sind so gut wie verloren! 2015 wird ein entscheidendes Jahr werden und man wird sehen wohin der weg f¨¹r Deutschland und Europa hingeht! MDG Gutmensch 68

(2.12.14 23:31)
Alle muslime müssen in Deutschland seine letzte ruhe finden und fliegen in Paradies !
Muslimische PARASITEN müssen von NOT und HUNGER aus DEUTSCHLAND RAUS gehen !
Ignorieren Sie ISLAMISCHE Geschäfte !
Alle DEUTSCHE müssen IGNORIEREN ANTICHRISTEN , oder GOTT Deutsche Volk vernichtet !
Muslime sind PARASITEN und GOTTES SOHN und DEUTSCHE CHRISTEN Feinde !
Alle DEUTSCHE Kinder muss wissen Wahrheit ,
dass MUSLIMEN will TOTEN alle CHRISTEN !

der denkende Denker (4.12.14 00:15)
das ich nicht lache „Nur ein Moslem ist ein richtiger Mann“ – Moslemmänner sind nichts weiter als vorhautlose Hurenschweine, ausgeschissen von wertlosen dreckigen Musliminneneselsfotzen!!! Tote Moslems sind gute Moslems!!!

der denkende Denker (4.12.14 00:28)
Sofortige Abschiebung ausländischer Salafisten / Islamisten
Wir verlangen die Abschiebung aller politischen und dschihadistischen Salafisten ohne deutsche Staatsbürgerschaft in ihre Heimatländer.
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https://www.openpetition.de/petition/online/sofortige-abschiebung-auslaendischer-salafisten-islamisten
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Hey aufrechte Deutsche, nicht nur hier im Forum sich den Ärger von der Seele schreiben!!! Macht alle mit bei der obigen Petition!!!!!!!!! 5 Finger sind eine Faust und meine Faust will unbedingt in die Fresse eines dreckigen Moslem!!!

Woldemort (5.12.14 22:41)
Wo haben die pegida, oder die hogesa denn schon mal irgendwen geköpft , Kinder getötet, geplündert, vergewaltigt oder geschossen ?
Wo sind die Leute denn rassistisch ? Darf man nicht über Missstäde reden, diskutieren, sich austauschen?
Und wenn ich es recht sehe haben nicht die Schwarzen Angst, sondern die Deutschen und weisst Du auch wovor?? vor dem Scheiss Islam und einer ungebremsten Einwanderung!
Bleib mal schön auf dem Teppich und wenn du Dich hier nicht wohl fühlst kannst Du ja mal ein Jahr in Syrien verbringen, oder Somalia, dann werden Dir die Unterschiede wohl klar.
Schau hier mal rein :

Schwarze Asylanten brüllen in Berlin: „Wir werden euch Deutsche alle töten!“ Ein aktueller Bericht über den autorassistischen Asylantenwahn



der denkende Denker (6.12.14 03:13)

Femen Aktivistin — „Kopfschüttel“ – wie kann sich nur eine angeblich aufgeklärte Frau auf die Seite des Koran, der Moslems und der Negerwirtschaftsflüchtlinge stellen!? Hast wohl große Lust auf Burka und Genitalverstümmelung??? Deutsche Frauen und Mädchen F I C K T nicht mit Moslems und Ausländern überhaupt!!!

White trash (6.12.14 17:44)
Pegida in Dresden hat schon extrem viel gebracht, die antifa weiss wenn sie in Dresden jetzt Fehler macht, das sie mit ihren leben Spielt! DEUTSCHLANDS OSTEN LEBT NOCH!!!!!! F¨¹r die Irrenanstalten NRW Hessen Bremen Hamburg und Berlin seh ich allerdings tiefschwarz! Wenn der Tag gekommen ist, schlachten wir den antideutschen abschaum ab, dann geht es den korannazis an den Kragen und der Rest der musels wird sich in Angesicht des angestauten hass verpissen! FUROR TEUTONICUS

der denkende Denker (6.12.14 22:00)
Wir brauchen unbedingt wieder ein bißchen mehr Rostock-Lichtenhagen in Deutschland, dann wird auch den dreckigen Wirtschaftsflüchtlingsschmarotzern ein bißchen wärmer in ihren Luxuscontainerunterkünften!!!

(6.12.14 22:33)

Es ist einfach brutaler Neid der Muslims, weil sie in ihrer jämmerlichen geistigen Verfassung nichts anderes als Hass, Gewalt und Tod verbreiten können. Während andere mit ihrer Intelligenz nicht nur Menschen zum Lachen bringen, sondern durch ihre Erfindungen anderen Menschen das Leben erleichtern und sogar retten können (Medizin).

Nightmare (7.12.14 00:15)
Es wird Zeit das Moslem sterben, f¨¹r all die verfolgen Christen! Von Indonesien bis Marokko von Nigeria bis.Pakistan sterben unsere christlichen Brueder und Schwestern nur weil sie Christen sind! UND HIER HEULEN DIE LEUTE WEGEN DEN NSU RUM!!!!!!!!!!! WAEHREND DIE LETZTEN CHRISTEN DES NAHEN UND MITTLEREN OSTENS STERBEN SINGEN DIE GUTMENSCHEN HIER DAS LIED DES FRIEDLICHEN ISLAMS!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! TOD ALLEN MOSLEMS!!!!!!!!! WEHE EUCH WENN LE PEN 2017 AN DIE MACHT KOMMT DANN GIBT ES KEIN HALTEN MEHR!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Niggertyp (7.12.14 15:11)
Hoffentlich fliesst morgen in Dresden rotes aus der antifa raus!!!!!!!!!

Heinz (7.12.14 18:08)
Der Islam ist eine Geisteskrankheit, die von der Geburt bis zum Tod das logische Denken und die Vernunft blockiert.
Man muss sich darueber im Klaren sein, dass diese Krankheit so gut wie nicht heilbar ist.
Ich moechte jeden warnen, der muslische „Freunde“ hat oder mit Muslimen Geschaefte macht.
Fuer einen glaeubigen Moslem sind wir alle nur „Kuffar“ (Unglaeubige), die man beluegen, betruegen, bestehlen, beleidigen und auch toeten darf.
Der Islam ist der letzte Dreck, zum Teufel mit dem Islam und seinem irren Propheten.

der denkende Denker (8.12.14 01:45)

Niemann – WIR SIND DAS VOLK

Unsere neue Hymne!!!!!!!!!!!!!!!!!!

ES IST AUS (8.12.14 05:48)
HOLT EUCH EINE AXT ODER EIN MESSER UND ZEIGT ES DEN MUSELS IN EURER STRASSE !!! PASST SIE EINZELN AB UND WARTET AUF SIE HINTER HECKEN UND BÜSCHEN UND WENN SIE KOMMEN – ZACK !!!


der denkende Denker (8.12.14 08:54)

@ES IST AUS – die Idee ist nicht gut, dann kommst Du durch die deutsche Kuscheljustiz in einen Knast voller Musels und kannst Dich bücken und bücken und bücken!? Unser Kampf gegen die sch. Moslems muss viel subtiler sein: 1. kauft nicht bei Musels, 2. fahrt nicht in Muselländer in Urlaub, 3. geht den Musels im Alltag ausm Weg z.B. Du bringst Dein Auto in die Werkstatt und ein Musel soll es annehmen, dann verlange den Chef und sage ihm, dass Du nicht möchtest das ein Musel seine dummen Finger an Dein Auto legt, 4. kauft Euch Superkleber und macht Abends / Nachts (am Besten in Begleitung von ein paar Kumpels) einen kleinen Spaziergang durch die Stadt und verklebt den moslem Gemüse- und Dönerläden die Türschlösser – Superkleber ist nicht TEUER, das sollte Euch Eure Heimat schon wert sein!?!?!?, 5. wenn Ihr wisst welches Auto in einer Straße einem
Musel gehört widmet Euch dem Lack und den Reifen, ein paar Nägel oder einen alten Schraubenzieher hat doch jeder zu Hause!?, 7. sucht Euch z.B. im Mädchen-Markt einen deutschen Verkäufer (im M-M arbeiten leider schon oft Musels) — UND wir sind doch nicht BLÖD!?!?!?
Ob friedlich oder militant – wichtig ist der WIDERSTAND!!! Nicht nur labern und posten M A C H E N – MACHEN!!! Viel Erfolg und eine schöne Woche!!!

Bonnn (9.12.14 00:47)
ich kann nicht mehr schlafen, kann das alles nicht mehr mitanschauen….
ich verstehe auch nicht, wie man als christicher deutscher die Moslems verteidigen kann und die deutschen Kirchen sind auch noch gegen den Pegida Demonstranten und rufen zu gegendemos, wie soll ich das als Katholik verstehen??!

Ich flehe alle Pegida an, auch in Köln und Bonn aktiv zu werden!!
Bonn hat sich schon zu Terroristenparadies entwickelt…


Linkes Gezeter 9mm (10.12.14 00:14)

ISLAM BEDEUTET UEBERSETZT UNTERWERFUNG ICH WILL ABER KEINE UNTERWERFUNG ICH WILL FREIHEIT ES HAT BEGONNEN LIEBE KANACKEN WENN UNSERE DEMONSTRATIONEN ERSTMAL DIE KRITISCHE MASSE ERREICHT HABEN GEHT ES LOS DANN GIBT ES KEIN HALTEN MEHR!!!!!!!!!

Heinz (10.12.14 08:54)
I had a dream … Ich hatte einen Traum …

Ich hatte den Traum, dass eine Million junge intelligente Juden nach Deutschland einwandern und dafuer alle Araber und Tuerken samt Familienanhang innerhalb eines Jahres Deutschland und Europa verlassen.
Was wir brauchen sind Leute wie Albert Einstein, Paul Ehrlich, Niels Bohr oder Wolfgang Pauli, um nur einige zu nennen,
Wir importieren jedoch Dumme aus Afrika und dem Nahen Osten, deren einzige Begabung die Vermehrung ist.
Mit diesem Schmarotzerpack kann es nur bergab gehen, Nobelpreis ade.
Ich empfehle Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“.
Dort ist datailliert beschrieben, welche Zuwanderung uns schadet, naemlich die von Arabern und Tuerken.
Frau Merkel muss abgewaehlt werden, denn sie ist die groesste Verraeterin unseres deutschen Volkes.
Wenn Pegida zur Demo aufruft, dann geht hin und nehmt auch eure Kinder mit, damit diese lernen, wie man sich gegen die schleichende Islamisierung wehren kann.

Luftwaffe (12.12.14 02:18)
MOSLEMKANAKEN RAUS AUS EUROPA !!!

VIELE LÄNDER EUROPAS SIND HOCHZIVILISIERTE WIRTSCHAFTSNATIONEN, WAS SOLL MAN IN SOLCHEN LÄNDERN MIT ESELZÜCHTERN UND KAMELTREIBERN MACHEN ???


Heinz (12.12.14 17:03)

Die Mehrheit der Deutschen hat den Ernst der Lage noch gar nicht erkannt.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es ueberall eine Kanacken-Quote gibt, z.B. im oeffentlichen Dienst.
Dann wird man von einem Kanacken-Polizisten verhaftet und von einem muslimischen Quoten-Richter verurteilt, weil man gegen die Islamisierung Deutschlands demonstriert hat.
Unsere Multi-Kulti-Volksverraeter arbeiten genau darauf hin.
Wundert euch ueber nichts mehr.
Macht die kaputt, die uns kaputtmachen wollen!!!

Woldemort (12.12.14 22:56)
@Heinz Ich glaube das die Gesellschaft den Ernst der Lage sehr wohl erfasst hat. Überall in Deutschland bilden sich Gruppen die gegen den Islam protestieren. Sie dir doch die Pegeda + Hogesa + wie immer sie heissen an. Das werden immer mehr. Die Politik macht aber aus diesen Menschen Kriminelle z.B. mit Sprüchen wie das sind „Nazis im Nadelstreifen“ etc. Allerdings knicken die ersten Politiker schon ein wenn sie sagen „Die Anliegen der Bürger sind berechtigt“ Es ärgert mich aber das die Meinung vorherrscht, das die Besucher diese Demos als „Nazis“+ Rechtsradikale abgeurteilt werden. Wie kann man nur so eine Meinung haben?

(13.12.14 15:22)
„““Schon der Name ist merkwürdig:
„„Pegida““ . Das Kürzel steht für „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“.
Am Montag dieser Woche trafen sich über 10.000 Bürger einer Kundgebung in der Mitte der sächsischen Hauptstadt Dresden. !!!!!!! Noch nie sind so viele Menschen in Deutschland auf einmal gemeinsam auf die Straße gegangen um ihren Unmut über unkontrollierte Einwanderung und den fehlenden Dialog darüber deutlich zu machen.“““ SROP ISLAMISCHE FASCHISTEN in EUROPA ! STOP BÜRGER KRIEG ! ! ! !
STOP islamische FASCHISTEN= RATTEN !

Jigsaw (13.12.14 18:06)
Der größte Dank sollte den Hooligans gelten, sie haben den Stein ins Rollen gebracht! DRESDEN, DIE STOLZESTE, AUFRECHTESTE STADT DER WELT, BRECHEN WIR DEN ISLAM DAS GENICK!!!!!!

Jigsaw (14.12.14 02:37)
Nächsten Montag will der H*rensohn, Cem Öcdemir die deuschenhassenden Horden in Dresden anführen, bin gespannt darauf wie ihn der Arsch auf grundeis gehen wird, in Angesicht der unglaublichen Masse an PEGIDA Anhängern, in der Hölle soll er schmoren der dreckige Musel!

Gino (14.12.14 04:54)
Ist euch eigentlich schonmal aufgefallen, daß in den Puffs und Freudenhäusern der Republik, immer ein extrem hoher Anteil der Kunden Moslems sind? Diese heuchlerischen Dreckschweine verbieten den eigenen Weibern jeglichen Spaß am Leben, den eigenen Töchtern verbieten sie jeglichen Kontakt zu Männern oder Jungs.
Und was machen sie selbst? Nageln im Puff die Nutten und viele Moslems gehen auch sehr gerne zu südamerikanischen Transsexuellen und lecken denen die Schwänze. Das ist jetzt KEIN WITZ, sondern Fakten. Einer meiner frühere Kumpels ist Steuerberater und nebenbei am nem Puff in Darmstadt beteiligt. Der hat mir das erst neulich wieder erzählt, als wir auf das Thema kamen, welche Kundschaft so zu ihm kommt.
Ist das nicht HEUCHELEI HOCH ZEHN von den Kamelficker-Moslems? Machen der eigenen Familie über auf prüde.konservativ, aber sind nebenbei heimlich Stammkunden in allen möglichen Puffs. Da zeigt sich wieder die Verlogenheit dieser Untermenschen, man sollte sie endlich alle ausrotten, zumindest hier in Europa.

Meckerer
Sonntag, 14. Dezember 2014 6:59

Unsere Eliten ob Regierungen und Parteien sind widerlichster Dreck und Abschaum die gegen das dt. Volk sind. Klar auf Geheiß der US-Besatzers der dies fördert und fordert. Eben die Pegida entlarvt diese Mißstände und Miststände in der BRD.Ich habe nicht gegen Einwanderung bin aber gegen jede Aufnahme von Musels ob als Asylant oder Migrant.


#3 Richard A.   (15. Dez 2014 08:39)
 
Jede gewaltfreie Aktion gegen den Islam ist gerechtfertigt. Folgende Auflistung zeigt auf, was uns blüht, je mehr Muslime in ein Land eingedrungen sind.
“Die ganze Irrlehre Islam per se ist eine Gefahr für die Welt ! „Der Islam ist weder eine Religion noch ein Kult, sondern ein umfassendes System.
Der Islam hat religiöse, rechtliche, politische, ökonomische und militärische Komponenten. Die religiöse Komponente ist der Bart, hinter dem sich alle anderen Komponenten verstecken.


10 Kleinzschachwitzer   (15. Dez 2014 08:51)
 
#2 Zentralrat der Deutschen
Na, da wartet mal in Thüringen ab, bis der neue Ministerpräsident Ramelow erst so richtig loslegt mit (dunkel)rot-rot-grüner “Migrationspolitik”.
Da wird es nicht mehr ausreichen, nur vom Stammtisch aus “moralische” Unterstützung zu versichern. Da werden bald randalierende Afrikaner in der Kneipe um den Stammtisch herumlungern. Ihr werdet sehen!

#32 Don Quichote   (15. Dez 2014 09:23)  
Es ist nun mal so, dass der Islamisierung nicht mit demokratischen Mitteln beizukommen ist. Mohammedaner denken wesentlich langfristiger bei ihrer Eroberungsstrategie als wir! Stichwort: Geburtenjihad. Wenn “die demokratische Mehrheit” der Mohammedaner einmal auf diesem Weg erreicht worden ist, ist dies die einzige Möglichkeit die Gefahr die mit brutaler Gewalt auf uns zukommt, eben nur mit noch brutalerer Gewalt abzuwenden, genau, wie in dem Film dargestellt.

#33 Freya-   (15. Dez 2014 09:23)
 
Auf geht’s !Wir sind das Volk!
KEINE MACHT DEM ISLAM !!!

„Es brennt, Brüder, es brennt!“ – Die Islamophobie der Vera Lengsfeld

NSPropaganda
Juden als verbrecherische Vaterlandsverräter: Antisemitische Hetzpropaganda im Dritten Reich.

Als Ilja Ehrenburg 1943, als der grausame Siegeszug der Wehrmacht im Osten langsam aber sicher am erbitterten Widerstand der Roten Armee zerschellte und in einen Untergang in Schimpf und Schande überging, zur Vergewaltigung deutscher Frauen aufrief, stiftete er  – so würde man wohl heute sagen – zu Kriegsverbrechen an. Als Abba Kovner 1946 mit seiner Terrorgruppe Nakam furchtbare Rache für den Holocaust an seinen Volksgenossen an Millionen deutscher Zivilisten plante (was gottseidank vereitelt wurde), plante er – so würde man wohl heute sagen – ein grausiges Verbrechen. Ihm dabei behilflich war Chaim Weizmann – der spätere israelische Ministerpräsident. Drei Juden, die genug kriminelle Energie in sich vereinten, um Millionen Menschen ins Unglück oder gar in den Tod zu stürzen – ohne zu fragen, ob sie schuldig oder unschuldig sind. Aber würde man  deshalb so weit gehen, zu sagen, dass die Nazis recht hatten mit ihrer abscheulichen antijüdischen Propaganda, die alle Juden gleichsam als habgierig, notzüchtig und überhaupt verbrecherisch darstellte und das nur aus einem Grunde: Weil sie Juden waren? Wohl kaum, so man über gesunden Menschenverstand verfügt, der einem sagen wird: Die Religion bzw. Volkszugehörigkeit eines Menschen entscheidet nicht über Gewalttätigkeit oder Friedfertigkeit, Gut oder Böse. Und wer das Gegenteil behauptet? Der ist nach allgemeiner Lesart nichts anderes als ein Rassist.

Die CDU-Politikerin und frühere DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld scheint sich darüber wenig bis gar keine Gedanken gemacht zu haben, als sie für das Anti-Islam-Sprachrohr „Die Achse des Guten“ (Henryk M. Broder) zum publizistischen Angriff überging.  Was sich Frau Lengsfeld da leistete, ist nicht weniger als der momentane Gipfel der mittlerweile scheinbar zum guten Ton gehörenden Hetze gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe. Nur dass es diesmal nicht gegen Juden geht, sondern gegen den Islam. Dabei darf man darüber streiten, was eigentlich genau nun schlimmer ist: die unverhohlene Stimmungsmache gegen Andersdenkende einer Bundespolitikerin und Frau, die vor gerade zwei Jahrzehnten als Bürgerrechtlerin gegen staatlich institutionalisiertes Unrecht ankämpfte, oder aber die wahrlich unterbelichtet zu nennende Art und Weise, wie sie dies tut.

Scheinbar ohne überhaupt die kleinste Anstrengung zur Rechrche zu unternehmen, verfasste Lengsfeld einen Brandartikel auf AchGut. Schon der Titel erinnert an die Abgründe dunkelster NS-Propaganda, die auf das Entfachen maximaler Hysterie im Volk abzielte: „Es brennt, Brüder, es brennt!“ Die „Brandursache“ ergibt sich denn aus dem Text. Da habe doch angeblich „GESTERN“ (26. August, Anm. Verf.)  in Berlin-Kreuzberg ein Mann mit dem Ruf „Allahhu-Akhbar, Sheitan! (Gott ist groß, Teufel!)“ seine Frau vor den Augen seiner der sechs Kinder enthauptet. Die Quelle für diese wahrlich schockierende Nachricht: Ein Posting auf Facebook, das Vera Lengsfeld über den Weg lief, und das einen Link zur Berliner Zeitung enthielt, die tatsächlich über den Vorfall berichtet. Das reichte Lengsfeld, um Blut zu lecken. Und wie das so ist, wenn der Film einmal im Kopf läuft, gab es für die Politikerin, die offensichtlich wenig vom Islam hält, kein Halten mehr. Im Stürmerstil ergeht sie sich in der Folge  in einen flammenden Appell, dass Deutschland endlich „wach werden“ möge. Zu Anschauungszwecken werde ich ihn hier komplett veröffentlichen:

 

Es brennt, Brüder, es brennt!

by Vera Lengsfeld

Wer in diesem Sommer nicht wach geworden ist, dem ist nicht zu helfen. Allein heute drei Meldungen auf meiner Facebook- Seite, der ich mühelos weitere Horrornachrichten an die Seite stellen könnte:

1. Im multikulturell enorm bereicherten Kreuzberg hat ein Moslem gestern Nacht auf der Dachterrasse seiner Wohnung unter den Augen seiner Nachbarn und vermutlich seiner sechs Kinder mit dem Ruf: „Allahu Akbar Sheytan“(Gott ist groß, Teufel) seine Frau enthauptet. Die wievielte Enthauptung einer Frau ist das? Die zweite, die dritte? Mit dem Islam hätte das aber nichts zu tun, beeilte sich die „Berliner Zeitung“, einen Anwohner zu zitieren.“

 

2. Die IS kreuzigt auch Kinder und ist in Deutschland als Organisation immer noch nicht verboten.

3. Ein Journalist, der u.a. für den Deutschlandfunk, das Neue Deutschland und die taz arbeitet, findet Hinrichtungen „sozial“, jedenfalls wenn sie von der Hamas an mutmaßlichen Kollaborateuren vollzogen werden.

Jede dieser Meldungen wäre in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch ein sensationeller Einzelfall gewesen, dem ein gesellschaftlicher Aufschrei gefolgt wäre. Heute kommen sie fast im Stundentakt aus dem Aus- aber auch aus dem Inland.

Ein Aufschrei bleibt aus. Wie im jiddischen Lied stehen die Zeitgenossen da, gucken um sich und rühren, abgesehen von ein paar Unentwegten, keine Hand. Es haben schon die Feuerzungen den ganzen Westen heiß umschlungen und die bösen Winde blasen, aber nur eine winzige Minderheit lehnt sich auf. Ich fühle mich in die DDR-Zeiten zurückversetzt, wenn mir dazu gratuliert wird, dass ich ausspreche, was viele denken, aber (warum eigentlich?) nicht zu äußern wagen.  Mit einem Unterschied! Damals hatte ich den Trost, dass ich in den Westen gehen könnte, wenn ich es nicht mehr aushielte. Wohin soll ich heute gehen? In allen westlichen Ländern herrscht der gleiche ideologische Irrsinn.

Amerika? Da darf in manchen Schulen schon kein Weihnachtslied mehr gesungen und außer über den Islam über keine Religion mehr gesprochen werden. Regenwasser zu sammeln soll, nach einer Meldung heute, in einigen Staaten schon verboten sein, weil das Wasser dem Staat gehört und privater Gemüseabbau sei auch geächtet. Frankreich, England, Schweden, Norwegen? Überall dasselbe Bild. Die grünen Ideologen beherrschen das Feld.

Dabei gibt es eine unheilige Allianz von linksradikalen und islamistischen Extremisten. Diese Melange war maßgebend für die antisemitischen Demonstrationen und Übergriffe dieses Sommers.  Die Polizei ließ nicht nur gewähren, sondern wandte sich gegen die Gegendemonstranten. Bekenntnisse zu Israel in Wort, Bild oder als Fahne sollten die Linksislamisten nicht „provozieren“. Dabei machten die Demokraten, die sich stark machen wollten für die zivilisatorischen Standards des Westens die Erfahrung, dass sich die Instrumente des Rechtsstaates gegen sie wendeten, was Raul Hilberg seinerzeit als maßgeblich für den Erfolg des Holocausts bezeichnet hat. Anti- Hamas- Demonstranten wurden nicht nur von der Polizei eingekesselt und ihrer Transparente beraubt, wenn sie den Cordon sanitaire verlassen wollten, einige wurden auch wegen provokatorischen Zeigens von Israel-Fahnen zu Geldstrafen verurteilt, während Hamas- Fahnen und IS-Losungen unangetastet blieben. Nach einem Gerichtsurteil ist es nicht mehr strafbar, im Internet für den Jihad zu werben.

Und die Politik? SPD-Genossen wie Siegmar Gabriel und Ralf Stegner wollen, dass IS- Kämpfer aus Syrien unbehelligt nach Deutschland zurückkehren dürfen.  Gabriel,  sichtbar beunruhigt darüber, dass die Ereignisse des Sommers deutlich gemacht haben, wie verfehlt die als „Willkommenskultur“ und „kulturelle Sensibilität“ verbrämte Politik des Wegduckens vor den Problemen fehlender Integration von steigenden Einwandererzahlen ist, versucht krampfhaft auf business as usual zu machen.

Er eilte nicht nur als erster Bundespolitiker an den Schauplatz eines angeblichen Moscheebrandes in Berlin, der in Wirklichkeit ein Brand auf einer Baustelle war, dessen Ursache bis heute nicht geklärt ist und erklärte ihn zum „Anschlag“ auf den Islam, der zu verurteilen sei. Er fügte hinzu, dass Anschläge auf Synagogen und Kirchen ebenso ein Anschlag auf die Demokratie seien, ohne ein Wort über die Attacken von Muslimen auf Synagogen und Kirchen zu verlieren.

In Garbsen, einer weithin unbekannten Stadt, wurde die Evangelische Kirche nachweislich von muslimischen Jugendlichen abgefackelt. Es dauerte eine ganze Woche, ehe die EKD dazu Stellung nahm. Verurteilung der Tat durch muslimische Verbände? Mir nicht bekannt. Kein Siegmar Gabriel oder ein anderer Bundespolitiker seines Kalibers vor Ort, die überregionalen Medien schweigen, keine Lichterkette, nirgends.

Nach Gabriel eilt jetzt auch Innensenator Frank Henkel zur Moschee, statt mal auf dem Oranienplatz und in der Gerhard-Hauptmann-Schule in Kreuzberg nach dem Rechten zu sehen, wo gut trainierte junge Männer, die den Flüchtlingsstatus für sich beanspruchen, täglich demonstrieren, dass sie nicht gewillt sind, die Gesetze unseres Landes anzuerkennen.

Wozu auch, wo doch der zuständige Innensenator zeigt, dass er eben diese Gesetze nicht durchzusetzen gewillt ist? Beihilfe zum Gesetzesbruch leisten die gewählten Vertreter der Bezirksregierung, indem sie ohne Nachweise Ausweise an Flüchtlinge verteilen und Geld auszahlen lassen, sobald eine Bescheinigung unterschrieben wurde, dass man nicht noch an einem anderen Ort Geld bezieht. Wie lange hält eine Gesellschaft offenen Gesetzesbruch von denen, die für die Einhaltung der Gesetze sorgen sollen, aus? Wir befinden uns mitten in einem sozialen Großexperiment, dessen Ausgang mehr als ungewiss ist.

„Bleiben solln wie nach der Schlacht nur schwarze, leere Wänd?
Es brennt, Brüder , es brennt.
Ist euch euer Städtchen teuer,
nehmt die Eimer, löscht das Feuer,
löscht mit eurem eignen Blut, beweist, dass ihr das könnt!
Steht nicht, Brüder, steht nicht länger und regt nicht die Händ!
Steht nicht, Brüder, löscht das Feuer – unser Städtchen brennt!“

Um es kurz zu machen: Der Vorfall, auf den hin Frau Lengsfeld sich hier zu dieser Kampfansage an den Islam veranlasst sah, geschah wirklich. Allerdings nicht am 26. August 2014, sondern am 4. Juni 2012. Was Frau Lengsfeld nicht wusste – weil ihr ein paar Klicks Rechercheaufwand im Internet zu angstrengend waren oder weil sie die Zugkraft dieser vermeintlichen Neuigkeit einfach zu verlockend fand. Ein Blick in das Archiv der Berliner Zeitung hätte genügt. Das Blatt berichtete am 4. Juni 2012 ausführlich über genau diesen Fall.  Angeblich habe es Frau Lengsfeld – so schreibt diese später im Nachklapp zu ihrem eigenen Beitrag auf AchGut – den Beitrag unter dem aktuellen Datum angezeigt – was Quatsch ist, wie man sieht. Und selbt wenn: Anscheinend liest Frau Lengsfeld als gestandene Politikerin lieber Hetzblogs wie Die Achse des Guten, anstatt seriöser Tageszeitungen. Würde sie – wie man das von einer Frau der politischen Öffentlichkeit erwarten können sollte – den täglichen Pressespiegel studieren, hätte ihr auffallen müssen, dass die Tagespresse gar nicht über solch einen horrenden Fall berichtete. Ein paar Klicks im Netz hätten zudem schnell Aufschluss gebracht. Aber Lengsfeld lässt ihren damit auf einer Falschmeldung, die eigentlich überhaupt keinen Nachrichtenwert hat, aufbauenden Schrieb selbst dann noch auf AchGut stehen, als ein (aufmerksamerer) Leser sie auf den Fehler hinweist. Der hetzerische Schrieb, indem sie den Vormarsch des „gewalttätigen Islam“ als Flächenbrand mit für Deutschland bedrohlichen Ausmaßen darstellt, der gelöscht werden müsse, steht bis heute online.

Und so lesen Islamhassesr weiter: „Gestern hat ein muslimischer Mann in Berlin (mal wieder) seine Frau enthauptet“. Wie fragt Frau Lengsfeld noch triumphierend?

Die wievielte Enthauptung einer Frau ist das? Die zweite, die dritte?

Dass das den meisten derjenigen, die solch eine Postille konsumieren, reicht, dass viele kaum über diese ersten Zeilen hinauskommen, weil sie sofort in einem Strudel rassistischer Endzeitgedanken versinken, sobald sie sich mal wieder bestätigt fühlen in ihrem kranken Wahn – das interessiert dort keinen, oder besser: Darauf wird vermutlich sogar bewusst spekuliert.
Wer fragt denn noch nach ähnlich grausigen Vorfällen wie dem erst vor wenigen Wochen in Kaiserslautern geschehenen, als ein Mann seine 51-Jährige Bekannte im Streit enthauptete? Oder nach dem im ostfriesischen Leer vor sechs Jahren? In beiden Fällen waren die Täter brave Deutsche ohne Islam-Hintergrund. Wer fragt nach den wahren Ursachen in jenen Fällen, als tatsächlich ein Moslem die grausame Tat verübte, wie Atilla S. 2006 in Hamburg? Wie sich herausstellte, war S. nicht nur Moslem, sondern auch drogensüchtig und litt offenkundig unter einer Psychose, als er seine Frau köpfte. Vera Lengsfeld verschweigt nicht nur die Tatsache, dass solche grausamen Verbrechen eben nicht nur von Muslimen, sondern durchaus auch von Christen und Juden begangen werden, sondern auch, dass in den meisten Fällen pathologische Umstände vorlagen, die die Tat auslösten. Sie verschweigt diese Fakten, um ihre These vom blutrünstigen Islam halten zu können.

Und so muss man sagen: Es brennt tatsächlich in Deutschland. Und Leute wie AchGut-Betreiber Henryk M. Broder und Vera Lengsfeld fungieren dabei als unverantwortliche Brandbeschleuniger.

Eines darf man sich sicher sein: Hätte Frau Lengsfeld über jüdische Mitbürger solch einen Brandbrief veröffentlicht – es wäre ihr politisches Todesurteil gewesen. Egal, ob jüdische Politiker in Palästina seit Jahrzehnten Männer, Frauen und Kinder terrorisieren, ermorden, gezielt töten und gefangen halten, egal, ob jüdische Hassprediger zur Gewalt aufriefen oder aufrufen, ob sie aus religiösen Gründen morden. Und Frau Lengsfeld wird auch gewusst haben, warum sie sich mit ihrem Pamphlet nicht in der ZEIT oder der FAZ ausbreitete, sondern bewusst die schummrige Nische eines Blog wählte, von dessen Urheber- und Leserschaft sie sich dafür umso mehr verstanden fühlt.

Ich persönlich erachte es als eine Schande, dass eine Politikerin der CDU, eine Frau, die in Deutschland mit die Geschicke unseres Landes bestimmt, so etwas öffentlich sagen darf, ohne dass das Konsequenzen hat. Was Lengsfeld da schreibt, ist Volksverhetzung. Und das ist gemäß StGB ein Straftatbestand.

Noch Fragen?

Ein Mann schreibt ein israelkritisches Gedicht – und in Deutschland spannen sich die Stränge, die die ohnehin fragilen Wanden demokratischer Grundsätze bislang hielten, bedenklich. Pressefreiheit? Meinungsfreiheit? Kulturpluralismus? Wie es scheint nur, solange es nicht gegen die israelische Außenpolitik geht.
Erschreckendstes Zeugnis deutscher Scheinheiligkeit, was Demokratie und Pluralismus betrifft, ist wohl der Schulterschluss mit offen rechtsradikalen, rassistischen und radikal-prozionistischen Gruppierungen, der momentan quer durch die politische Landschaft und vor allem bei öffentlichen Vertretern des jüdischen Lebens in Deutschland zu beobachten ist. Ob sonst so geschätzte Köpfe aus Kunst und Kultur wie Marcel Reich-Ranicki oder die soeben noch Bundespräsidentschaftskandidatin Beate Klarsfeld und sogar der deutsche Außenminister Guido Westerwelle – alle reihen sie sich ein in einen Duktus, den man sonst in seiner ganzen Kompromisslosigkeit, Unduldsamkeit, Härte und somit Radikalität eigentlich nur von bedingungslos antiislamisch-proisraelischen Hetzplattformen wie Politically Incorrect kennt.

Die Betreiber des Portals, die sich offen volksverhetzend betätigen, wird’s freuen. Und vielleicht wird in der Debatte um Günter Grass‘ Gedicht klarer denn je, warum diese Hetzpostille bislang völlig unbehelligt im Internet ihren Hass und ihre einseitig-verzerrenden Darstellungen, in denen Israel stets die Inkarnation des Guten und alle, die etwas gegen seine Politik sagen oder es gar wagen, sich dagegen als unmittelbar Betroffene aktiv zur Wehr zu setzen, das Böse verkörpern, verbreiten darf:

Quelle: Politically Incorrect -  "grassfuehrer".
Quelle: Politically Incorrect - "grassfuehrer".

Noch Fragen?

Dass eine Scheindemokratie wie Israel – mehr, muss man zum Leidwesen insbesondere der israelischen Bevölkerung sagen, ist es nicht -, in der rassistische Anschauungen und offen zur Schau gestellte Menschenverachtung zum politischen und gesellschaftlichen Alltag gehören, derart auf einen Angriff auf ihr ureigenes Selbstverständnis, zudem noch aus Deutschland, reagiert, war nicht anders zu erwarten. Die Erklärung Grass‘ zur Persona Non Grata entspricht ähnlichen Reaktionen auf Widerstand und Kritik aus den eigenen Reihen wie etwa Schikanen gegen arabische Oppositionelle, Inhaftierung von Menschen wie Mordechai Vanunu über mehr als 25 Jahre, der 1986 Details über das israelische Atomprogramm an die Öffentlichkeit brachte oder Einreiseverbote für Israel-Kritiker wie Norman Finkelstein („Holocaustindustrie“, „Palästina“). Norman Finkelstein ist wohlgemerkt Jude und hatte mit den Nazis nie etwas am Hut. Im Gegenteil, seine Eltern litten im Krakauer Getto und überlebten die Lager.

Hieran sieht man auch, dass die Art und Weise, wie Israel das Einreiseverbot für Grass begründet, rein populistischen Zwecken dient: Man erklärt Grass quasi rückwirkend zum Nazi, zum SS-Schergen – dabei wäre dies überhaupt nicht nötig gewesen, ein solches Verbot zu legitimieren. Verlieren kann dabei allenfalls einer: Israel. Die Reaktion ist an Populismus und politischer Unreife nicht zu überbieten – wie nicht zuletzt auch Leute aus den eigenen Reihen finden. Kritik daran gab es unter anderem von Haaretz-Journalist Gideon Levi und dem ehemaligen israelischen Botschafter in Deutschland, Avi Primor.

Wie bereits angesprochen: Von einem System wie dem derzeitigen israelischen kann man beinahe nichts anderes erwarten – allenfalls von mutigen Einzelpersonen des öffentlichen Lebens (und die gibt es!). Ein System, das die Zeit – mit kurzen Phasen des Tauwetters – seit mehr als 60 Jahren anhält, das sein Volk zwanghaft in der Vorstellung hält, es sei von blutrünstigen, mordlüsternen Feinden umgeben, die es – in Nazimanier – auslöschen wollten und seine gesamte Innen- und Außenpolitik auf dieser Vorstellung aufbaut, ist geradezu dazu verdammt, diesen Mythos vom allseits bedohten Opfer aufrechtzuerhalten, um sich selbst nicht die Daseinsberechtigung zu nehmen. Dass dazu immer wieder das außer Frage stehende jüdische Trauma des Nationalsozialismus bemüht wird, erklärt sich aus sich selbst heraus.
Von Deutschland aber, einer an sich zumindest im Vergleich zu Israel oder dem Iran relativ gefestigten Demokratie, hätte man anderes erwarten MÜSSEN. Man hätte erwarten können müssen, dass dieses Land zumindest die öffentliche Schmähung eines anerkannten Künstlers als Nazi und Antisemit klar verurteilt. Von Deutschland (und anderen Nationen auch) hätte man erwarten dürfen müssen, dass sie die israelische Maskerade nicht billigen. Leider wiegen politische Interessen schwerer, und deshalb bedient man sich des israelischen Opfermythos.
Das war schon immer so – wie unter anderem die zahllosen Waffengeschäfte mit Schurken und Despoten in der Vergangenheit zeigte. Sind wir oder ist Israel wirklich so viel besser als der Iran? Der Iran liefert Waffen an Hamas und das Regime in Syrien, wir liefern Waffen an Despoten wie Saddam Hussein, Mohammed El-Gaddafi und wer weiß sonst noch wen – nicht zuletzt an ein Land wie Israel, das damit seinen Status als drakonische Besatzungsmacht im Nahen Osten manifestiert und dadurch Zigtausende von Menschen in den vergangenen 50 Jahren tötete – um dann öffentlich bei Eskalationen eben diese Gewalteruptionen zu geißeln.

Noch Fragen?