Engel mit gebrochenem Flügel? Amira Willighagen, die Oper und der betäubende Duft des Ruhms.

Aktualisiert am 26. November 2015.

Meine Heimatregion Sachsen ist bekanntlich ja der Ort, wo die schönen Mädchen auf den Bäumen wachsen. Nun, so sagt zumindest der Volksmund. In Holland allerdings, wachsen anscheinend nicht nur schöne Mädchen auf den Bäumen, sondern auch überaus musikalisch begabte. Eineinhalb Jahre, nachdem die damals 9-jährige Amira Willighagen aus Nijmegen mit ihrer außergewöhnlichen Stimme den Talentwettbewerb „Holand’s got Talent“ (HgT) gewann und in Windeseile eine weltweite Fangemeinde um sich scharte, hat das Land der Grachten nun mit der elfjährigen Sterre van Boxtel aus Heiloo sein nächstes Goldkehlchen hervorgebracht. Bekannt wurde auch van Boxtel über einen Talentwettbewerb, als sie im Mai 2015 die holländische „Superkids“-Staffel in der Kategorie „Musik“ gewann. Wie Willighagen besticht Sterre mit einer ungewöhnlich ausgereiften Stimme und einem für dieses Alter phänomenalen musischen Gefühl. Wie Willighagen wurde sie im Jahr 2004, dem Jahr des Affen, geboren – ein Jahr, das Charme, Humor, Ehrgeiz, Expressivität, aber auch Geltungsdrang, Stolz und Überheblichkeit begünstigt. Kurzum: Affen sind die geborenen Entertainer, aber auch talentierte Lebenskünstler. Alles Dinge, die man mehr oder weniger braucht, wenn man einmal erfolgreich auf der Bühne stehen will. Trotzdem scheinen beide Mädchen Welten zu trennen.

Als Willighagen damals das Internet mit ihren Auftritten stürmte, war ich fasziniert von der stimmlichen Kraft, der Unbedarftheit und der Sangesfreude, die dieses neunjährige Energiebündel auf die Bühne brache. Dieses Mädchen, so damals meine Überzeugung, hatte alle wichtigen Anlagen, um einmal eine ganz Große in der Opernwelt zu werden. Es ging mir wie Hunderttausenden anderen rings um den Globus, die ihr zuhörten und absolut geflasht waren. Den Youtube-Kanal der mittlerweile Elfeinhalbjährigen und ihr Facebook-Profil bevölkern inzwischen Zigtausende Fans, die von früh bis spät an den Lippen dieses Kindes hängen. Taub waren meine Ohren anfangs für die mal vorsichtig und verhalten, mal ziemlich drastisch geäußerte Kritik gerade aus der professionellen Gesangsszene, dass dieses Kind einfach nur verheizt und wie Willighagens großes Vorbild aus den USA, Jackie Evancho, von Auftritt zu Auftritt gejagt werden könnte. Ich wähnte ausschließlich Neider und Missgünstige am Werk – bis mir Ende letzten Jahres langsam, sehr langsam zu dämmern begann, dass sie womöglich recht behalten haben könnten.

Wer die alten Aufnahmen Willighagens aus 2013 bis etwa Mitte 2014 mit den neuesten vergleicht, wird – und dazu muss man wahrlich kein Opernkenner, Gesangslehrer oder Feuilletonist sein – mehrere besorgniserregende Dinge feststellen. Zum einen haben sich sowohl stimmliche Fähigkeiten als auch die Körpersprache Willighagens maximal zu ihrem Nachteil verändert. Zum anderen scheint ihr Umfeld, das ihre Auftritte organisiert und ins Internet stellt, dies in keiner Weise zu beunruhigen. Es war ungefähr mit ihrem Auftritt beim Weihnachtskonzert in der Royal-Albert-Hall in London im Dezember 2014, als mir zum ersten Mal auffiel, dass sie die Töne förmlich herauspresst, sodass gerade die hohen Tonlagen mehr einem schrillen Kreischen glichen, während die tiefen oft heiser und holprig kamen. Gleichzeitig schien sie massive Probleme mit der Atmung zu haben: Häufig war sie gezwungen, mitten im Gesangsfluss abrupt abzubrechen, um dann deutlich hörbar um Luft zu ringen, was die Darbietung insgesamt holprig und abgehackt erscheinen ließ. Diese seltsamen Erscheingungen gab es in den Anfangstagen einfach nicht, sie waren aber auch bei Jackie Evancho zu beobachten, deren Stimme nach jahrelanger Dauerbelastung ab ihrem 13. Lebensjahr ihr Leben zusehends auszuhauchen begonnen hatte. Bei Willighagen aber nimmt das Ganze bisweilen beängstigende Formen an, wie etwa ihr Auftritt beim Junior Festival im italienischen San Remo im April dieses Jahres zeigte, wo Willighagen mit ihrem Siegerlied von 2013, Pucchinis „O Mio Babbino Caro“ (Gianni Schicchi), kaum einen Ton traf und eher klang, als würde sie um ihr Leben singen.

Als Amira vor zwei Jahren HgT gewann, wurde sie schlagartig berühmt. Die Jury-Mitglieder Gordon Heuckeroth und Dan Karaty sowie andere aus dem Umfeld der Sendung hypten das Mädchen gar als „neue Maria Callas“ und „total Star“. Und ein solcher muss natürlich vermarktet werden. Binnen weniger Wochen reiste die kleine Amira um die Welt, trat in Fernsehshows und an der Seite anderer Talentshow-Größen wie Paul Potts auf und veröffentlichte im März 2014 ihr erstes Album „Amira“ bei der Sony-Tochter Masterworks, die auch Jackie Evancho unter Vertrag hat. In den Nachwehen der Sendung unablässig beworben, stieg es erwartungsgemäß auf Platz eins der holländischen Albumcharts ein und erreichte zwei Wochen später Goldstatus. Die Fachpresse allerdings strafte die junge Debütantin weniger mit dem befürchteten Verriss – sie ignorierte sie vielmehr vollständig. Und das wird seine Gründe gehabt haben.

Vor allem aber behielt sie Recht. Denn all die Vorschusslorbeeren – und so ehrlich muss man auch dann sein, wenn man wie ich dieses Mädchen total süß und einfach nur goldig findet – konnte Amira Willighagen bislang nicht rechtfertigen. Was in erster Linie schlecht für das Kind selbst ist. Denn in der Opernszene wird man allenfalls milde lächeln über die „neue Maria Callas“ – nicht aber über deren Manager oder die Talentshowmacher. Und es wird sie auch in ihrem privaten Umfeld angreifbar machen – z.B. für Neider und für jede Art von Mobbing. Weder wuchs seit ihren ersten Auftritten ihr Repertoire noch verbesserte sich in zufriedenstellender Weise ihre Aussprache. Auch das zweite Album „Merry Christmas“, das im November erschien, in den holländischen Album-Charts gerade noch unter die Top 70 kam und somit mehr oder weniger floppte, änderte daran nichts. Das Mehr an Anspruch, das das Liedmaterial darauf erahnen lässt, bringt Willighagen deutlich hörbar an ihre stimmlichen und darstellerischen Grenzen. Ein Beispiel dafür, wie weit Anspruch und Wirklichkeit bei Willighagen mittlerweile auseinanderklaffen, das muss man ehrlicherweise so konstatieren. Gerade was stimmliche Kommunikativität, Expressivität und Ausstrahlung betrifft, hat ihr die gleichaltrige Sterre van Boxtel bereits einiges voraus.

Währenddessen hat man immer öfter den Eindruck, als fehle Willighagen jede Freude auf der Bühne. Hatte man 2014 noch den Eindruck, die Töne der anspruchsvollsten Arien entwichen diesem kleinen Körper völlig mühelos, ist Willighagens Gesicht mittlerweile bei fast jedem Auftritt von großer Anstrengung statt Hingabe gezeichnet.
Tatsächlich fragt man sich immer öfter: Warum steht sie eigentlich dort vor ihrem Publikum, das sie vergöttert? Da ist ein Mädchen mit wahrlich begnadeten stimmlichen Anlagen. Doch statt diese zu hegen und zu entwickeln, um später mit ihnen auf den Opernbühnen dieser Welt das Publikum millionenfach zu verzaubern, scheint ihr und ihrem Umfeld an Langfristikeit und Nachhaltigkeit eher weniger gelegen zu sein. Man beutet das Talent lieber kurz- bis mittelfristig aus und lässt es dadurch mehr und mehr verblühen, statt es mittels einer adäquaten Ausbildung irgendwann zu voller Perfektion erblühen zu lassen. Unzählige Auftritte hat das Kind in diesem Jahr bereits absolviert. Kaum ein Monat vergeht, ohne dass sie auf irgendeiner Bühne steht. Manchmal sind es sogar mehrere Auftritte pro Monat. Dazu kamen die Aufnahmen zu ihrem zweiten Studioalbum – getreu dem Talentshow-Codex natürlich eine Weihnachtsplatte. Und im nächsten Jahr soll das Kind dann erstmals Konzerte in den USA geben. Und das, obwohl seine Stimme schon jetzt merklich unter der Dauerbelastung ächzt. Das alles – und das muss betont werden – neben dem ganz normalen täglichen Schulwahnsinn einer Siebtklässlerin.

Ich weiß nicht, wie es anderen geht. Ich selbst habe keine Kinder. Und trotzdem frage ich mich, wie Willighagens Familie ihr das alles weiter zumuten kann. Warum lässt man ein Kind überhaupt vor der Pubertät zum Klassikstar aufbauen? Oft ist genau die Pubertät ein wesentlicher Kurskorrektor – denn mit ihren unberechenbaren Launen kann sie der Bühnenkarriere eines Kindes, über die es vermutlich bis dato auch einen guten Teil seines Selbstbewusstseins generiert haben dürfte, mit einem Schlag beenden – etwa durch stimmliche Veränderungen, Stimmungsschwankungen, identitäre Konflikte oder auch gesundheitliche Probleme. Und dann? Wer wird ihr dann erklären, warum sie plötzlich nicht mehr gefragt ist, Fans sich abwenden und die zur Normalität gewordene Begeisterung ausbleibt? Aber selbst jetzt ist die Bürde nicht unerheblich, die man dem Mädchen aufgeschnallt hat. Sobald ein Auftritt mal nicht läuft, kann sie zur Zielscheibe von öffentlichem Hohn und Spott werden. Ein seelischer Druck, den ich als Erwachsene nicht haben möchte. Und wie real dieses Szenario bereits ist, zeigen ihre jüngsten Leistungen, wie etwa die in San Remo, unter der dann auf youtube Kommentare wie dieser stehen:

„Very ugly. It’s a rape for my ears.“

Trotz ihrer offensichtlichen zunehmenden stimmlichen Defizite lässt man Amira dennoch weiter auftreten – was bisweilen zu Vorstellungen wie der erwähnten in San Remo oder erst kürzlich in der Superkids-Show der Welttalente des deutschen Privatsendes Sat.1 führt, die jenseits von gut und böse sind. Zu meinem großen Entsetzen legte Willighagen dort eine Darbietung von Cacchinis „Ave Maria“ hin (Näheres dazu weiter unten im Text), bei der es jedem, der nur ein bisschen etwas von klassischem Gesang versteht, die Schuhe ausziehen muss. Gleichzeitig wird offenbar nichts getan, um die stimmlichen Fertigkeiten zwar eines großen Talents, aber letztlich doch einer Amateursängerin dem Auftrittspensum und dem hohen künstlerischen Niveau der vorgetragenen Werke anzupassen – ihr also das nötige stimmbildnerische Rüstzeug mitzugeben, um den starken Belastungen überhaupt standhalten zu können. Bis heute erhält Amira Willighagen – entgegen meiner Annahme vom Februar-Artikel – offenbar keinerlei professionelles Gesangstraining. Ihr bisheriger Coach ist nach der offiziellen Webseite von Willighagen Maike van der Wiel, eine Kinderchorleiterin aus Ede, Anfang 20, die mit Operngesang offenbar keinerlei Erfahrung hat und selbst noch Gesang studiert.

Hier ist wahrlich der größte Unterschied zur eingangs erwähnten Sterre van Boxtel zu sehen. Alles scheint bei ihr eine Nummer, leiser, bescheidener, zurückhaltender und vor allem kindgerechter vonstatten zu gehen. Anders als bei Amira Willighagen musste es bei van Boxtel nicht gleich die ganz große Chose in Form DES holländischen Supertalents schlechthin sein. Stattdessen ließ man das Kind zunächst ausschließlich unter Altersgenossen seine allerersten TV-Auftritte absolvieren. Kurz nach Sterres Sieg bei Superkids im Mai, wo sie im Finale in einer beachtlichen Darbietung das „Ave Maria“ in der Version von Vavilov/Cacchini zum Besten gab, trat Amira Willighagen im September mit demselben Song bei der internationalen Superkids-Show von Sat.1 auf, sodass es schon verwunderte, warum man ihr den Vorzug gegenüber van Boxtel (dem eigentlichen holländischen „Superkid“) gab. Doch schnell wird klar, warum: Den Namen Willighagen kannte man schon in Deutschland, van Boxtel hingegen ist hierzulande noch völlig unbekannt. Und diese Art Shows zielen allesamt auf dasselbe ab: Sie Funktionieren getreu dem berühmten Circus-Motto „Menschen, Tiere, Sensationen“. Je größer Name und Kunststück, desto besser. Vom goldenen Kleid bis hin zum (opulenteren) Haarschmuck war denn Amira Willighagens Auftritt beinahe schon eine Kopie van Boxtels. Gesanglich allerdings geriet er zum Desaster. Im direkten Vergleich merkt man Sterre van Boxtel deutlich an, dass sie seit vier Jahren Gesangsunterricht bei einer professionellen Opernsängerin erhält. Wo Amira Willighagen einfach nur ohne jedes Gefühl für musikalische Stimmungslagen, Ausdruck und die Möglichkeiten ihrer eigenen Stimme durch diese so emotionale, sakrale Hymne hasardiert, viel zu laut und viel zu steif, strahlen bei van Boxtel jede Silbe, jeder Ton eine Anmut, ein Gefühl aus, die beeindrucken müssen, wenn man bedenkt, dass sie zum Zeitpunkt des Vortrages ebenfalls erst zehn Jahre alt war. Bei Willighagen hingegen ist dahingehend nicht die geringste Entwicklung in den letzten zwei Jahren zu erkennen gewesen. Im Gegenteil – fast scheint es manchmal, als habe sie sich im Vergleich zu ihren furiosen ersten Auftritten bei HgT auch dahingehend sogar zurückentwickelt.

Man kann nur spekulieren, ob Willighagens stimmlicher Verfall der Mischung aus Überbelastung und mangelnder stimmlicher Ausbildung geschuldet oder aber auf physische Umstellungen im Zuge der beginnenden Pubertät zurückzuführen ist. Man möchte hoffen, dass es lediglich eine vorübergehende Erscheinung ist. In jedem Falle aber sind Auftritte von Willighagen derzeit meist kein Genuss. Und es fällt einem schwer, sich vorzustellen, dass es das dann ausgerechnet für das Kind selbst sein soll. Allerdings macht man es der Elfjährigen auch wirklich nicht leicht, ein gesundes, realistisches Selbstbild zu entwickeln, wenn man ihr täglich in mehreren Foren ausschließlich sagt, wie großartig sie sei. Womöglich könnte deshalb das Erwachen irgendwann ziemlich schmerzhaft ausfallen.

Was man ihr damit unter Umständen verbaut, scheint bei alledem keinerlei Rolle zu spielen. Immer wieder verweist Vater Gerrit Willighagen (53), der Amira bis heute persönlich managt, darauf, dass seine Tochter freiwillig und aus lauter Freude am Singen auf der Bühne stehe, dass sie selbst entscheiden könne, welche Auftrittsangebote sie wahrnimmt und welche sie ablehnt. Man sollte annehmen können, dass auch Sterre van Boxtel aus Freude am Singen auf der Bühne steht. Trotzdem stand sie mit neun Jahren noch nicht vor einem Millionenpublikum, hatte kein eigenes Album veröffentlicht oder jettete teils mehrmals im Monat um den Globus. Stattdessen ersang sie sich die Aufnahme in den Heilooer Oratoriumkoor für Kinder und träumt davon, aufs Konservatorium in Den Haag zu gehen.

Haben wir es hier bei Willighagens also einfach nur mit einem besonders antiautoritären Elternhaus zu tun, in dem ein Kind alles ganz allein entscheiden darf? Oder wird hier die Verantwortung einfach nur auf das Kind abgewälzt, das sich dagegen gar nicht wehren kann, weil es von alledem, was da draußen abgeht, sehr wahrscheinlich noch so gut wie nichts begreift und vermutlich tatsächlich einfach nur Freude am Singen hat? Man könnte auch direkter Fragen: Wäre es nicht eigentlich die Pflicht eines Vaters oder einer Mutter, ein Kind – notfalls auch gegen dessen erklärten Willen – vor öffentlicher Bloßstellung und Überlastung zu schützen? Wäre es nicht Aufgabe der Eltern, einen verantwortungsvollen Umgang mit einem solch besonderen Talent des eigenen Kindes zu wählen, statt es meistbietend anzubieten? Geht es also am Ende auch in diesem Fall tatsächlich mal wieder nur ums Geld? Oder lassen sich die Eltern tatsächlich nur vom Ruhm, den vielen Fans und positiven Feedbacks von netten Omis oder unverbesserlichen Klassik-Laien blenden, die einfach irgendetwas suchen, das sie anhimmeln können?

Es wäre vermessen, zu sagen, dass ich diese Frage eindeutig beantworten könnte. Ich kenne die Familie nicht persönlich und kann nicht in ihre Köpfe schauen. Ein wenig Recherche zeigt: Geld sollte eigentlich nicht unbedingt ein Kernmotiv sein. Amiras Vater ist Ingenieur bei einem holländischen Halbleiterunternehmen. Mutter Frieda Willighagen-Brand (44) ist Juristin, arbeitete als Flüchtlingsanwältin und saß sogar vier Jahre lang für die Grüne/Linksfraktion im Nijmegener Stadtrat. Das klingt nicht nach einer Familie, die sich über ihr talentiertes Kind finanziell emanzipieren oder sanieren müsste. Doch manchmal ist es gar nicht das Geld. Manchmal geht es einfach darum, eigene ehrgeizige Träume, die aus dem einen oder anderen Grunde unerfüllt blieben, über sein Kind doch noch zu verwirklichen. Der Traum vom Berühmtsein, zum Beispiel, davon, Teil etwas „Großen“ zu sein. Der eigene Name, den man nun fast überall in der Welt kennt – wenn auch nur unter youtube- oder Castingshow-Klientel. Und natürlich ermöglichen die Einnahmen der CD-Verkäufe und Auftritte auch Familie Willighagen ein sorgloseres, aufregenderes Leben mit vielen schönen Reisen und Einladungen zu interessanten Events. Anreize, diesen Zustand unbedingt aufrecht erhalten zu wollen, gibt es also wahrlich genug.

Eine Karriere im Opernbusiness, etwa als „neue Maria Callas“, deren Vorbereitung langjährige Ausbildung und vor allem ressourcenschonendes Verhalten erforderte, ist für Amira jedenfalls offenbar gar keine Option. Vater und Manager in Personalunion, Gerrit Willighagen, antwortete mir dazu über Facebook Folgendes:

Amira is a 11 year old girl that likes to sing opera songs with the solely intention to make people happy and to help making this world a better place, specially for children by raising funds for her charity foundation to build and maintain playgrounds. Amira never claimed that she is a perfect singer with the best vocal coaching you can think of; to achieve her primary intentions personal characteristics, other then being a perfect singer or having worldclass vocal training, are maybe even more important, such personal characteristics can’t be teached or trained by coaches.

Es geht also gar nicht um eine seriöse Karriere für Amira. Es geht einzig darum – Gutes zu tun. Wenn Gerrit Willighagen über seine Tochter spricht, hört sich das alles wunderbar an: Ein Mädchen, das ein großartiges Talent hat, mit dem es anderen helfen, andere glücklich machen, die Welt verbessern will. Ein Mädchen, das Facebook und youtube, Zitat:

„nutzt, um sein Talent und seine Ziele mit der Welt zu teilen.“

Doch kann das wirklich alles eine neun-, zehn- oder Elfjährige bewusst steuern und einschätzen? Oder ist es nicht vielmehr der leidenschaftliche Hobbymusiker Gerrit Willighagen, der im Namen seiner Tochter die Knöpfe drückt und ein Image vom selbstlosen kleinen Engel inszeniert, das helfen soll, sie am Markt zu halten? Fakt ist: Gerrit Willighagen scheint Musik wichtig zu sein und überdies einen ausgesprochenen Drang zu verspüren, dafür zu sorgen, dass der Welt dies zur Kenntnis gereicht. Selbst passionierter Hobby-Organist und -Akkordeonist, verfügt auch er über einen eigenen youtube-Account, auf dem er regelmäßig eigene Darbietungen, manchmal auch die seiner Kinder, veröffentlicht. Stets verquickt mit dem youtube-Account seiner bekannten Tochter. Auch der älteste Spross, Fincent (13), ist in das Haus- und Hofensemble der Willighagens fest eingebunden und spielt Geige. Allerdings weitaus weniger erfolgreich als seine kleine Schwester. Trotzdem muss der Junge stets seinen öffentlichen Auftritt haben – egal, wie sehr die Violine knarzt und wie wenig Begabung er offensichtlich für dieses Instrument an den Tag legt. Es gibt sie eben einfach, die Eltern, deren Kinder immer überall möglichst die Ersten und die Besten sein müssen – und zwar so, dass alle Welt es möglichst auch sieht.

Aber zurück zu Amira. Muss man sein Kind wirklich in einer Talentshow anmelden, braucht es Talkshow-Auftritte weltweit, eine Goldene Schallplatte und Chartplatzierungen, um „andere Menschen glücklich zu machen“? Nein. Auch um Benachteiligten zu helfen, braucht es all das nicht wirklich. Aber um in aller Munde zu sein, um viele Fans anzuziehen, gefragt zu sein, eingeladen und hofiert zu werden und damit auch fortlaufend neue Auftritte und Einnahmen zu garantieren – dazu braucht es all das sehr wohl.
Und bei allem Respekt, aber diese Frage muss erlaubt sein: Welches Kind entscheidet sich eigentlich ganz bewusst und auf eigenen Wunsch hin, auf der Gala für einen Unternehmer-Award aufzutreten, der nachhaltige Geschäftsideen prämiert und von dem es vermutlich zuvor noch nie etwas gehört hat? Hand aufs Herz: Gerrit Willighagen lässt seine talentierte Tochter buchen – und zwar immer häufiger von Privatpersonen und Unternehmen. So viel Ehrlichkeit muss sein. Und sie singt dabei sicherlich nicht umsonst und völlig selbstlos, nur, um die Menschen glücklich zu machen. Und im Grunde hat ihr Vater mit diesem Bekenntnis auch gar kein Problem:

I run the Amira booking agency 🙂

rühmt sich der 53-Jährige stolz und freimütig auf das Lob eines Users hin, Amira müsse einen guten Agenten haben, wenn sie neuerdings sogar für Firmen und Gesellschaften singt. Undenkbar offenbar für ihn, die Amira-Fans könnten einen anderen als ihn hinter der perfekten Organisation der Vermarktung seiner Tochter vermuten. Wer genügend innere Distanz zu all dem Zirkus entwickelt hat, der sich alltäglich auf den Amira-Kanälen abspielt, der bleibt da einfach nur kopfschüttelnd zurück.

Die erwähnte „charity foundation“ gibt es übrigens tatsächlich. Sie nennt sich „Gelukskinders“ (Glückskinder) – und sie finanziert sich offiziell aus Amiras Gewinnen. Angeblich fließt (laut Wikipedia) dort die Hälfte aller Einnahmen hinein. Allerdings wird nirgends Bericht erstattet, wie viel Geld in realisierte Projekte fließt oder wie hoch das Stiftungsvermögen ist. In der Regel wird bei Gründung ein festes Stiftungsvermögen festgelegt. Von den Zinsen, die es im Jahr abwirft, werden dann ausgewählte Projekte unterstützt. Ein einziger Spielplatz wurde über „Gelukskinders“ bislang gebaut – in Ikageng, einem Township in der südafrikanischen Heimat von Amiras Großmutter. Die Einweihung fand erstaunlicherweise und somit ausgesprochen werbewirksam zur gleichen Zeit statt, als Amira Anfang März 2014 ihre erste CD veröffentlichte – also hieraus noch gar keine Einnahmen generiert waren. Derweil scheint auch die Stiftung fest in der Hand der Familie zu liegen: An den entscheidenden Hebeln sitzt als Stiftungsvorsitzende Amiras Mutter Frieda Willighagen-Brand.

Nein. Das alles erscheint einem nicht wie das Märchen vom talentierten Mädchen, das durch Zufall entdeckt wird, plötzlich im Rampenlicht steht und nun seine Fähigkeiten ausschließlich in den Dienst an den Menschen stellt, wie es sein Vater öffentlich so gerne hinstellt. Oder wie es die Familie vielleicht tatsächlich selbst gerne sehen und glauben mag. Das alles sieht vielmehr nach einem perfekt geplanten und durchorganisierten Familienunternehmen aus – und Amira, „Holland’s youngest opera talent“, wie die Stiftungs-Homepage sie vollmundig anpreist, ist das Produkt, das verkauft wird. So reicht es eben nicht aus, den Kindern im trostlosen Ikageng endlich einen lang ersehnten Spielplatz zu bauen. Nein – er muss für immer und für alle sichtbar den Namen der edlen Spenderin tragen: „Amira Park“. Eine aufwendig gearbeitete Tafel, die mehr wie ein Monument wirkt, erinnert die Kinder im Township nun bis in alle Ewigkeit daran, wer ihnen ihre Spielgeräte finanzierte.

Ich erinnere mich an ein Interview mit Amiras Großmutter, aufgenommen kurz vor Amiras Sieg in HgT im Dezember 2013. Die alte Dame, die in einem Seniorenstift in Südafrika lebte, sah ihre Enkelin kaum mehr als einmal im Jahr. In dem Gespräch sagte sie unter anderem über Amira: „Ich denke, sie ist bereits das Eigentum der Welt“ – und bewies damit eine ziemliche Weitsicht. Amira habe „ins Fernsehen“ gewollt, „um etwas zu verändern“. Neben ihrer Sorge darüber, dass ihrer Enkelin schon in so jungen Jahren eine derartige Aufmerksamkeit zuteil werde, äußerte sie damals auch die Hoffnung, dass Amiras Eltern sie auf ihrem Weg sicher geleiten würden. Zwei Wochen später war Elsa Brand tot. Amiras großen Triumph erlebte sie nicht mehr. Amira sang auf ihrer Beerdigung – das Lied von der liebestollen Maid, die ihrem Vater androht, sich aus Herzschmerz in den Tod stürzen zu wollen, sollte er ihr den Geliebten verwehren („O Mio Babbino Caro“). Selbst dieser eigentlich so private und intime Moment wurde von der Familie auf Video fest gehalten – und landete auf youtube.

Alles in allem beschleicht den Beobachter immer mehr der Eindruck, dass hier einer Familie die Situation entglitten ist. Unter dem häufig bei ambitionierten Eltern talentierter Kinder zu findenden Vorwand, nur dem Kind all seine Wünsche erfüllen, seinem Glück nicht im Wege stehen zu wollen, werden seine Naivität und sein natürlicher Idealismus benutzt, um es zu vermarkten. Wie ein Apfelbaum, den man jahrelang ganz selbstverständlich beerntet, ohne ihm aber die notwendige Pflege in Form von Bewässerung und Rückschnitt angedeihen zu lassen. Die Früchte, die er gibt, werden daraufhin immer kleiner – bis er eines Tages gar keine mehr trägt. Wenn Amira Willighagens Stimme irgendwann ihren Dienst versagt, wird keiner mehr nach ihrem großen Talent fragen. Aber Familie Willighagen wird bis dahin aus- oder zumindest gut vorgesorgt haben.
Und so lange verbittet sich Gerrit Willighagen – wir erinnern uns: der Ehemann einer Juristin und Politikerin – jedwede Kritik oder Besorgnis in Amiras öffentlichem Fan-Profil auf Facebook. Kritische Kommentare (genau genommen handelte es sich um einen einzigen, auf den ein regelrechter Shitstorm der versammelten Fangemeinde folgte) werden mitsamt den daraus entstandenen Diskussionssträngen und dem Ursprungsbeitrag einfach über Nacht gelöscht. Auf Nachfrage heißt es dann, dass „Amiras Facebook definitiv nicht der richtige Ort für lebendige Diskussionen“ sei. Solche Art Kritik solle man doch besser in eine private Nachricht fassen. Heißt: Darüber, wie toll Amiras Auftritte vermeintlich sind, wie hübsch das Kind und wie groß die jüngsten Fortschritte, kann den ganzen Tag im offiziellen Facebook-Profil „diskutiert“ werden. Nicht aber über berechtigte Sorgen und Kritik am Verhalten der Eltern – das soll man bitte nicht unter den Augen der marktrelevanten Zielgruppe ansprechen. Bei Vater Willighagen heißt das dann: So was soll Amira in „ihrem“ Facebook nicht sehen. Dabei handelt es sich gewiss nicht um das private Profil einer Elfjährigen, sondern um eine reine PR-Veranstaltung des Vaters und Managers. Wie kann das sein? Ein Vater, der sein eigenes Kind zunächst freiwillig in die Öffentlichkeit stellt – und der dann fürchtet, es könnte dort Schaden an (sachlich geäußerter) Kritik nehmen? Irgendetwas passt da ganz und gar nicht.

Man kann nur hoffen, dass das Umfeld von Sterre van Boxtel mit dem Talent des Mädchens sorgsamer umgehen möge. Die Zeichen stehen bislang noch gut – auch wenn auch hier nun im Zuge des Talentshow-Sieges vom Mai mit einer vier Songs umfassenden EP ein Debüt ansteht – das sie selbstverständlich ebenso unter einen gewissen Vermarktungsdruck setzen wird. Dennoch stand Sterres Schicksal bislang unter einem völlig anderen Stern als das von Amira oder Jackie Evancho. Trotz ihres fraglos massiven Talents und mehrerer Siege in lokalen Talentwettbewerben blieb es um die blonde Elfjährige bislang erstaunlich ruhig, und auch die in diesen Tagen erschienene EP wird eher dezent und züchtig und ausschließlich über die private Homepage der jungen Künstlerin vermarktet. Youtube kennt bislang neben ihren drei Superkids-Auftritten lediglich ein paar ganz wenige private Aufnahmen, die meist daheim oder bei privaten Auftritten entstanden. Nach ihrem Sieg gab es keine Promo-Tour durch Talkshows, reihenweise Interviews, Konzerte oder gar ein ganzes Album. Ihre Homepage wirkt schlicht und einfach und informiert nicht über jedes Detail aus Sterres Leben wie Amiras, kein youtube-Kanal oder Facebook-Profil halten jede Bewegung quasi in Echtzeit fest. Statt des schnellen Ruhms und des großen Geldes scheint Sterre ganz andere Ambitionen zu hegen. Vielleicht ist es genau das, was man Sterre auch in ihren Darbietungen anmerkt: Die Leidenschaft, das Wahrhaftig-Ernsthaftige, und auch eine gewisse Reife, das sie umgeben. Wenn Sterre singt, scheint sie tatsächlich zu LEBEN und zu FÜHLEN, was sie tut. Und zwar um dessentwillen, nicht, um sich als grundgütiger Engel oder Superstar zu inszenieren. Es ist etwas, das ich anfangs auch bei Amira Willighagen zu erkennen glaubte, das ihr aber offenbar zunehmend abhanden gekommen ist. Man kann Sterre nur Glück wünschen – und dass ihr Weg so dezent und zielstrebig bleiben möge. Dann werden ihre größten Auftritte (in welchem Genre auch immer, denn bei erfolgte bislang keine Festlegung auf das Opernfach) noch vor ihr liegen, statt bereits hinter ihr. Bislang scheint sie zumindest in guten Händen. Doch das Beispiel Amira Willighagen hat mich mittlerweile mit einem gesunden Misstrauen ausgestattet. Überall dort, wo talentierte Kinder in Castingshows mit hoher Publikumsfrequenz geschickt werden, ist meist auch der Wille zum schnellen Erfolg nicht weit.

44 Gedanken zu „Engel mit gebrochenem Flügel? Amira Willighagen, die Oper und der betäubende Duft des Ruhms.“

  1. Das Thema interessiert mich, aber der Artikel ist viel zu lang. Könnten Sie mir bitte eine kurze Zusammenfassung geben. Danke sehr.
    Einar Dahl

    1. Hallo, leider lässt sich das Thema nicht kurz zusammenfassen. Grob geht es um meine persönliche Sicht auf die – meiner Ansicht nach negative – Entwicklung, die Amira Willighagen seit ihrem Talentshow-Sieg stimmlich und künstlerisch genommen hat. Ich vergleiche ihren Werdegang mit dem von Sterre van Boxtel, einem weiteren holländischen Gesangstalent im klassischen Bereich, der bislang sehr viel anders verlief. Meine Hauptkritik richtet sich im Falle Willighagens an ihr Umfeld, insbesondere ihre Eltern, die sie meines Erachtens nach gegen Geld anbieten und von einem Auftritt zum nächsten zu schicken, ohne sich parallel um eine angemessene stimmliche Ausbildung zu bemühen. Meines Erachtens nach hat das bei Amira stimmlich bereits starke Spuren hinterlassen.
      Die Lektüre des Artikels lohnt sich übrigens allemal, wenn Sie das Thema interessiert. In 15-20 Minuten haben Sie den durchgelesen.

  2. Wer sind sie denn eigenlich – wie sieht ihre vita aus, dass sie glauben sie dürften über Menschen richten ? Schreibtechnisch und auch fach-terminologisch sehe ich keine Qualifikation ihrerseits in ihrem Artikel ! Könnten sie sich bitte mal dazu äußern, wenn es ihnen möglich ist. Ich kenne Amira, ich kenne Jackie ich kenne …….. nur von Ihnen habe ich weder in der Opernwelt noch im Crossoverbereich, noch als qualifizierte Kritikerin der Klassik je etwas vernommen. Es stellt sich mir die Frage – wer sind sie und wer gab ihnen das Recht über jungen Menschen den Stab zu brechen ????? Woher haben sie ihre hellseherischen Fähigkeiten ?? Schnell sind Menschen egal welchen Alters in eine Schublade gesteckt und leiden für immer darunter. Ach da fällt mir etwas ein, Amira kann lesen. Es wird sie sicherlich erfreuen, wenn sie ihre Stellungnahme liest ! Wenn Sie glauben andere gingen mit ihr nicht kindgerecht um – was machen sie denn ????? Man sollte schon vordenken, bevor man einem Menschen weh tut und nicht nachdenken ! Lieben Gruß Wilfried

    1. Ich habe intensiv nachgedacht, ob ich Ihnen wirklich antworten soll, Herr Janocha. Sie scheinen mir exakt zu jener Art „Fan“ zu zählen, die in ihrer grenzenlosen Begeisterung für diese Kinder jedweden Blick für die Realität und vor allem für moralische Prinzipien verloren haben.

      Ich bin weder Opernkritiker noch Opernsänger und habe selbiges nie für mich in Anspruch genommen. Sie wüssten im Übrigen mehr über mich, wenn Sie mein Blog nicht derart oberflächlich lesen würden. Unter dem Menüpunkt „Über die Autorin“ finden Sie einen Kurzabriss meiner Biografie und meines Werdeganges. Hinzu kommt, dass ich in meinen Artikeln über Amira mehrfach geschrieben habe, dass sich meine praktische Erfahrung mit klassischer Musik auf jahrelange Choraktivitäten und eine allgemeine Liebe zur klassischen Musik zurückführen lassen.

      Ich gehe davon aus, dass Sie weder Amira Willighagen noch Jackie Evancho bzw. deren familiäres Umfeld tatsächlich (persönlich) kennen. Ebenso wenig kennen Sie mich persönlich. Wie eine kurze Recherche ergab, sind sie Informatiker, also beruflich wohl mehr am PC als in Opernhäusern, in Konservatorien oder auch in Zeitungsredaktionen unterwegs.
      Deshalb frage ich einfach mal umgekehrt: Was qualifiziert SIE denn eigentlich zu einem fachlichen Urteil über die künstlerische Leistung dieser Mädchen, und was qualifiziert SIE zu einem Urteil über meine schreiberischen und fachlichen Fähigkeiten? Dies vor dem Hintergrund, dass ich als Journalistin längere Zeit auch in der Kulturredaktion einer renommierten Tageszeitung tätig war und dies gewiss nicht die erste Rezension ist, die ich in meinem Leben verfasst habe.
      Welchen renommierten und qualifizierten Kritiker der Klassik kennen Sie denn? Und welcher solcher hat denn jemals überhaupt auch nur eine Besprechung einer der beiden jungen Künstlerinnern vorgenommen? Schon daran lässt sich erahnen, welchen Stellenwert diese beiden Mädchen in diesem Segment einnehmen.

      Ich habe nie über irgendjemandem „den Stab gebrochen“, „gerichtet“ oder sonst irgendetwas der Art getan. Wenn man Sie so lamentieren hört, fällt es einem schwer, sich vorzustellen, dass man es mit einem erwachsenen Menschen zu tun hat.
      Haben Sie sich eigentlich mal gefragt, Herr Janocha, was Kinder von 9, 10 oder 11 Jahren im Musikbusiness verloren haben? Haben Sie erwachsene MusikerInnen wie Whitney Houston oder Amy Winehouse unter dem Druck und der ständigen Kritik im Drogen- und Medikamentenrausch zusammenbrechen und zugrunde gehen sehen? Denken Sie vor diesem Hintergrund wirklich, dass das der richtige Platz für ein Kind ist? Wer sich in diese Welt begibt, der muss zwangsläufig mit Kritik und Druck leben. Und genau deshalb kritisiere ich die Familien dieser Kinder auch so dafür, dass sie sie all diesem ohne mit der Wimper zu zucken aussetzen – des Profites wegen. Wenn, dann habe ich den Stab nicht über den Kindern gebrochen, sondern über deren Umfeld.
      Ich werde mir jedenfalls nicht den Mund verbieten lassen, damit Sie, Herr Janocha, sich keine unschönen Gedanken machen müssen. Für Sie zählt doch nur eins: SIE wollen süße kleine Mädchen mit entzückenden Stimmen hören und vor allem auch sehen. Unkompliziert, daheim auf dem Sofa, kostenlos. Und wer das nicht genauso sieht wie Sie, nicht genauso verzückt ist, der ist eben ein Unmensch. Punkt. Was all das Auftreten, die Öffentlichkeit, der Druck, die möglichen Misserfolge, Kritik usw. mit der Kinderseele machen, ist Ihnen völlig offenbar völlig egal. Sie machen dann lieber diejenigen zum Sündenbock, die das Verhalten der Eltern anprangern, die ihr Kind im Grunde wie ein Produkt vermarkten.
      Eines sollten Sie begreifen: Ich bin nicht für Amira verantwortlich. Ich reagiere nur auf das, was ich sehe und höre. Und das ist mein gutes Recht. Auch wenn es Ihnen nicht passt. Amira soll nach dem Willen ihrer Eltern (und wohl auch nach ihrem eigenen) in der Öffentlichkeit stehen und als „neue Maria Callas“ und „total Star“ Geld verdienen. Daran muss sie sich auch von derselben Öffentlichkeit messen und – ja – auch begutachten und mit anderen Klassik-Stars vergleichen lassen. Die Verantwortung für die Folgen tragen diejenigen, die sie nach vorne schieben. Dies ist mein privates Blog. Schon das gibt mir das Recht, hier über das zu schreiben, was mich gerade bewegt. Und das Schicksal solcher sogenannter „Wunderkinder“, die von ihren Eltern häufig ohne Rücksicht auf Verluste am Markt gehandelt werden, bewegt mich nun mal.

      Im Übrigen wage ich zu bezweifeln, dass die kleine Holländerin Amira gut genug Deutsch spricht, dass sie Texte wie diesen lesen kann. Und „wehgetan“ habe ich ihr damit auch nicht. Dafür aber ganz offensichtlich Ihnen. Das tut mir leid. Aber vielleicht müssen Sie einfach aufhören, alles persönlich zu nehmen, was Kritiker über eine völlig andere Person schreiben, mit der Sie sich aber offensichtlich untrennbar verwachsen sehen.

      1. Mein Gott, Sie haben sich ja an diesem Thema förmlich festgesaugt und fühlen sich bei Kritik angegriffen, aber austeilen geht. Sie wagen es zu bezweifeln, dass Amira genug Deutsch kann um Ihren Artikel zu lesen. Also munter weiter so. Dies tut der Psyche eines kleinen Mädchen sehr gut. In Teilen haben Sie recht was die Stimmentwicklung betrifft, aber es ist nicht okay eine solche Kritik (ich gehe davon aus, dass das Mädchen evtl. Deutsch kann) meiner Meinung nach schonungslos zu unterbreiten. Ihre Abhandlung sollten sie den Eltern schicken. Es gehört eine Menge Feingefühl dazu dieses Mädchen zu lenken ohne dabei ihr Kind sein zu verletzten. Im übrigen habe ich in Teilen eine klassische sowie eine Musical Ausbildung. Ich weis also worüber ich rede. Ein einfühlsamere Kritik wäre wünschenswert. Ich habe noch heute, im gesetzteren Alter, sehr gute Erinnerungen an sogenannten negativen Kritiken. Es nagt immer noch ein wenig in mir. Wenn schon Kritik dann bitte behutsam. Sprechen Sie die Eltern direkt an wenn möglich. Talente zu fördern, sei es in der Musik oder in verschiedenen Sportarten usw. sind nicht einfach. Gezwungen werden aber darf ein Kind natürlich nicht. Leider stehen manche Leute (auch Eltern) unter permanentem Erfolgszwang. Sie sehen das Talent ihres Kindes in sich selbst. Herzliche Grüße W. Kurz

        1. Naja, das kommt wohl ganz auf den Standpunkt des Betrachters an. „Festgesaugt“ scheinen sich an Amira Willighagen ja ganz andere zu haben. Nur so ist auch die Vehemenz zu erklären, mit der sich Kritik an dem verbeten wird, was ihre Eltern ihre „Karriere“ nennen. Ich glaube, ich habe mich und meine Motive hier ausführlich genug erklärt. Und wenn Sie meine Beiträge zum Thema in diesem Blog aufmerksamer gelesen hätten, dann wüssten Sie auch, dass ich natürlich versucht habe, direkt an die Eltern heranzutreten. Mit der Konsequenz, dass mein Eintrag in ihrem FB-Profil gelöscht und auf meine direkte Anfrage hin alle Kritik abgebügelt und mit Plattitüden abgetan wurde.
          Ich habe niemals gegen das Mädchen Amira persönlich „ausgeteilt“. Die Stelle werden Sie in meinen Postings nicht finden. Meine Kritik galt ausschließlich Kommentaren, die mir persönlich gegenüber unflätig werden. Das ist ein Unterschied zur „Kritik“, den man übrigens auch oder gerade mit vorgeblicher Musical-Ausbildung erkennen sollte. Und wissen Sie, was ich „nicht okay“ finde? Ich finde es nicht okay, wenn man einem 10-, 11-jährigen Kind ein Selbstbild vermittelt, das ihm suggeriert, es sei „die neue Maria Callas“, ein „Riesen-Operntalent“ oder gar ein „Weltstar“. Nicht nur ist das „nicht okay“, es ist auch unverantwortlich, weil es ihm eine realistische und gesunde Sicht auf sich selbst verwehrt. Für mich ist das Kindesmissbrauch. Und am allerschlimmsten finde ich es, wenn es ausgerechnet die Eltern sind, die Derartiges noch unterstützen und befeuern.

          Ich finde das ja wirklich bemerkenswert: Ich frage mich die ganze Zeit, wo eigentlich das Interesse all der Großen aus der Klassik-Szene an A. Willighagen bleibt – nun, sie scheinen sich alle hier in meinem Blog zu tummeln… 😉

        2. So einiges habe ich ja hier dazu schon geschrieben und was meine Meinung darüber ist.
          Nun hatte ich das Vergnügen beim Konzert in Steenbergen dabei zu sein was live erlebt wirklich toll war, auch ihre Stimme wirkte live besser als im aufgezeichnetem Video auf Youtube.
          Zusätzlich hatte ich die Möglichkeit etwas länger mit ihr selbst und mit dem Leiter ihres FanClubs zu sprechen, der ein wirklich fürsorglicher Betreuer von ihr ist. Er ist Holländer und spricht ausgezeichnet Deutsch. Insofern weiß Amira und ihr Umfeld sehr genau, was hier geschrieben steht.
          Was ich bestätigen kann ist, das die Kritik, die hier geübt wird ihr näher geht aber nicht wirklich richtig versteht in ihrem Alter warum das so geschieht. Ihr Umfeld versteht das da wesentlich besser. Insofern muss ich W. Kurz hier recht geben. Sie singt einfach sehr gerne und denkt nicht unbedingt darüber nach, was in der Zukunft so auf sie zukommen wird.
          Also gebt ihr einfach Zeit sich zu entwickeln im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Einige Kritik ist sicherlich berechtigt, nur übt nicht Druck aus, damit ihr Selbstwertgefühl, was sich gerade entwickelt keinen grösseren Schaden nimmt…
          Die Meinungen aus ihrem Umfeld über den Block hier werde ich besser nicht wiedergeben, sonst scheitert die Veröffentlichung meines Kommentars an der Zensur…..

          Herzliche Grüsse…

          1. Hallo Gerhard,

            wenn Sie noch einmal behaupten, in meinem Blog würde „zensiert“, dann wird das der Grund für die Löschung Ihres Postings und auch die Löschung Ihres Accounts hier sein. Betrachten Sie es als Warnung. Würde ich zensieren, wären Sie jetzt schon Geschichte hier, statt gleich mehrere kritische Postings hier stehen zu haben. Sie können Ihre Meinung zu Amira Willighagen vertreten wann immer und so oft Sie wollen. Das steht Ihnen frei und wird auch nicht „zensiert“. Ganz im Gegensatz zu Gerrit Willighagen bin ich nämlich kein Freund von Zensur. Aber es gibt in diesem Blog Hausregeln. Die haben Sie offensichtlich gar nicht erst gelesen, ehe Sie sich zum Kommentieren entschlossen, ich helfe Ihnen aber gerne nach:

            4. Kurilka bekennt sich zum Meinungspluralismus gemäß dem Credo „Die Freiheit ist stets auch die Freiheit des Andersdenkenden“. Es werden daher keine Kommentare willkürlich gelöscht, weil sie der Geisteshaltung des Betreibers zuwiderlaufen.

            6. Beim Kommentieren ist das Gebot der gegenseitigen Achtung zu berücksichtigen. Beleidigungen oder Drohungen gegen Mitdiskutanten oder Dritte sind untersagt.

            So, wie Sie vermutlich bei jedem Ihrer Freunde des Hauses verwiesen würden, würden Sie anfangen, die Hausherren wüst zu bepöbeln und zu diffamieren, geschieht das selbstverständlich auch in meinem virtuellen „Haus“. Sie sind hier Gast und haben sich entsprechend an die Regeln zu halten. Wenn Sie hier Pöbeleien Dritter gegen micht breittreten wollen – bitte. Aber die werden dann natürlich des Hauses verwiesen. Und das hat null mit Zensur zu tun, denn Kritik an meiner Kritik können Sie und andere auch sachlich kundtun. Ich beschimpfe hier schließlich auch niemanden einfach so. Ich denke, dass das eine Frage der Höflichkeit und des guten Benimm seitens des Besuchers ist und nicht der vermeintlichen „Zensur“ durch den Blogbetreiber. Leider bin ich gezwungen, mehr oder weniger strenge Diskussionsregeln aufzustellen, weil Leute wie Sie nicht nur zu fanatischem Anbetertum neigen, sondern gleichsam dazu, sich innerhalb ihrer Fanszene gegenseitig hochzuschaukeln und regelrecht rudelweise über unliebsame Kritik herzufallen. Das habe ich nicht nur in diversen sozialen Netzwerken, sondern zunehmend auch hier in meinem Blog zu spüren bekommen.

            Übrigens: Ich habe meine Kritik nicht umsonst in Blogform öffentlich gefasst – sie darf und soll gelesen und besprochen werden. Wenn Amira Willighagen diese Kritik bekannt wäre, dann könnte sie sich jederzeit vertrauensvoll an mich wenden und nach meinen Beweggründen fragen. Ich denke aber nicht, dass Amira diese Beiträge jemals gelesen hat. Vielmehr wird sie über ihr Umfeld von Schleppenträgern in entsprechendem Zungenschlag davon erfahren haben. Dass es eine 13-Jährige nicht versteht, wenn ihr vertraute Personen erzählen, dass da im Netz jemand ist, der für alle Welt sichtbar vorgeblich seinen „Hass“ und „Neid“ über sie ausgießt, kann ich sehr gut nachvollziehen. Das, was ihr aus ihrem Umfeld möglicherweise über mich und mein Blog (nicht „Block“) zugetragen wurde, dürfte aber sehr wenig mit der Realität zu tun haben. Falls Amira meine kritischen Blogeinträge jemals lesen sollte, wird sie erfahren, dass ich im Grunde große Stücke auf sie halte als das talentierte Mädchen, das sie ist. Und irgendwann wird sie hoffentlich auch verstehen, dass das, was gerade mit ihr geschieht, einer seriösen Karriere vermutlich mehr geschadet hat als alles andere.

            Überdies habe ich Ihnen bereits gesagt, dass es niemandem irgendetwas bringt, wenn Sie hier immer wieder neue Geschichtchen aus ihrem angeblichen privaten Kontakt zu den Willighagens auftischen. Wenn sich irgendjemand aus dem Umfeld von Amira meint, über mich beschweren zu müssen, dann wissen diese Leute ja, wie sie mich erreichen. Und wenn sie Deutsch sprechen – noch besser. Dann gibt’s ja gar kein Problem. Und was Amiras angebliche Deutschkenntnisse betrifft, über die hier herumfabuliert wird: Woher sollte eine 13-Jährige, die in den deutschsprachigen Raum offenbar null verwandtschaftliche Verbindungen hat, die haben? Selbst wenn sie in der Schule Deutsch lernen sollte, dann sollte sie nach kaum mehr als zwei oder drei Jahren Schulunterricht kaum in der Lage sein, solch umfangreiche Texte richtig zu verstehen. Ich konnte das nach drei Jahren Schulenglisch jedenfalls nicht. Ihr Vater sprach mir gegenüber zumindest kein Deutsch, sondern Englisch. Und ihre Mutter stammt aus Südafrika.

            1. Es liegt mir fern Ihnen irgend eine Art von Zensur unterstellen zu wollen, das kann ich Ihnen versichern.
              Und natürlich gibt es Hausregeln die eingehalten werden müssen. Angriffe und Pöbeleien muss man in seinem eigenem Haus nicht dulden, völlig richtig.
              Das ist auch der Grund, warum ich Zitate bei dem Gespräch während des Konzertes hier nicht wiedergeben möchte. Das ist der Hintergrund meines letzten Satzes von meinem letzten Beitrag und nicht die Unterstellung von Zensur.
              Wie Sie selbst geschrieben haben in einem anderen Blogbeitrag (und nicht Block.. sorry) haben Sie einen Beitrag nicht veröffentlicht, weil der Angriffe auf Ihre Person beinhaltet. Das ist legitim.
              Aber eine Frage stellt sich mir da…
              Es ist Ihr Haus, sicherlich, aber sind Sie die einzige die beurteilt, ob ein Beitrag einer anderen Person beleidigend ist oder nicht?
              Da stellt sich dann die Frage der Objektivität bzw. Subjektivität…..
              Deswegen verwundert es mich etwas das Sie so empört über die Unterstellung sind, wobei genau das Gegenteil der Fall ist.
              Wie erwähnt gehen die Meinungen über Ihren Blog sehr auseinander, insofern ist das nicht objektiv, daher auch keine Zitate hier darüber von andere Seiten.

              1. „Es liegt mir fern Ihnen irgend eine Art von Zensur unterstellen zu wollen“

                Oh tatsächlich? Dann muss ich bei Ihrem letzten Satz im vorigen Posting wohl irgendwas missverstanen haben?

                „Die Meinungen aus ihrem Umfeld über den Block hier werde ich besser nicht wiedergeben, sonst scheitert die Veröffentlichung meines Kommentars an der Zensur…..“

                Es gibt hier keine „Zensur“, denn Zensur geschieht willkürlich und ist auf das Aussortieren unliebsamer Standpunkte gerichtet. Wenn hier Postings gelöscht werden, dann, weil sie gegen die Nutzerregeln dieses Blogs verstoßen (z.B. Beleidigung Dritter), nicht, weil hier bewusst Meinungen zensiert würden.
                Und ja, da haben Sie völlig recht: Es ist mein Blog, und ich entscheide, was beleidigend ist. Aber eben nicht spontan und willkürlich. Jeder Nutzer kann die Regeln, die diesen Entscheidungen zugrundeliegen, jederzeit einsehen. Wer sie nicht akzeptiert, braucht hier nicht zu kommentieren. Und im erwähnten Falle meinte die betreffende Dame, auf recht unschöne Weise Rückschlüsse auf die Art meines Charakters ziehen zu müssen. Und wie Sie selbst sagen – ist hier ein Einschreiten völlig legitim. Und wenn Sie’s genau wissen wollen: Es gab auch schon weitere Kommentare von „Fans“, die ohne Umschweife beleidigend wurden, die von mir gelöscht wurden.

                1. Genauso ist es. Sie haben es falsch verstanden.
                  Während der Unterhaltung über Ihren Blog wurde kontrovers diskutiert. Manches war beleidigend, anders konstruktiv. Aber nie ging es um Ihre Person sondern nur um die Art und Weise, wie man Amira fördern kann. Wenn abfällige Bemerkungen über den Betreiber dieses Blogs fielen dann hat die Mehrzahl der Teilnehmer nicht darauf reagiert, weil es mit der Förderung und Entwicklung Amiras nichts zu tun hat.
                  Obendrein gibt es genügend Leute aus Amiras Umfeld die Deutsch und Englisch ins Holländische übersetzen können. Darum stellt sich nie die Frage wie gut Amira Deutsch oder Englisch spricht.
                  Hauptaugenmerk in der Fanszene liegt primär auf Amiras Entwicklung und Förderung, so ist mein Eindruck und nicht die Kritik an der Art und Weise die in irgendeinem Blog getätigt wird. So wichtig ist dieser Blog nun hier auch wieder nicht.
                  Wie schon erwähnt sind einige Kritikpunkte berechtigt, andere wieder nicht, bzw. kann man geteilter Meinung darüber sein.
                  Im übrigen habe ich Ihre Hausordnung vor meinem ersten Beitrag hier gelesen so wie viele andere Beiträge zu anderen Themen hier auch. Daher erübrigt es sich Ihrerseits in Antwortbeiträgen gezielt darauf hinzuweisen. Bei anderen Usern mag das ja nötig sein, was ich nicht beurteilen kann.
                  In der Regel gehe ich immer gut vorbereitet in Diskussionen und nicht blauäugig, obwohl ich blaue Augen habe. 🙂

                  1. Interessant. Sie schreiben von Zensur – und am Ende habe ich es „falsch verstanden“. Da frage ich mich schon, was es an dem Wort „Zensur“ falsch zu verstehen gibt. Offenbar haben Sie sich falsch ausgedrückt, denn was Sie meinen, ist eben keine Zensur, sondern Moderation gemäß der öffentlich bekannt gegebenen Blogregeln.

                    Ich finde es überdies bemerkenswert, das lediglich im „geschützten Rahmen“ unter Gleichgesinnten teils beleidigend über mein Blog diskutiert wird, die Betreffenden mit Ausnahme von Ihnen aber offenbar nicht die Courage haben, sich direkt hier mit mir auseinanderzusetzen. Und wenn dies geschieht, dann fast immer unter Pseudonym und unter haarsträubenden Beleidigungen in sozialen Neztwerken. Ich kenne die entsprechenden Leute nur zu gut. Als Beleidigung empfinde ich klar abwertende Aussagen, die auf meine Person zielen oder sich mit meiner Person in Verbindung bringen lassen. Die Aussage „So ein Scheiß-Blog“ z.B. wäre ebenfalls als Beleidigung aufzufassen und würde von mir gelöscht. Im Übrigens widersprechen Sie sich ohne es scheinbar zu merken, wenn Sie schreiben:

                    Manches war beleidigend, anders konstruktiv. Aber nie ging es um Ihre Person … Wenn abfällige Bemerkungen über den Betreiber dieses Blogs fielen dann hat die Mehrzahl der Teilnehmer nicht darauf reagiert

                    Wer glauben Sie, ist denn der Betreiber des Blogs?

                    Wenn sich die Frage nach Amiras Deutschkenntnissen gar nicht stellt, warum wird sie dann hier erst aufgemacht? Ich habe lediglich darauf reagiert, und Ihre Kritik müsste demzufolge an ganz anderer Stelle platziert werden. Ich glaube überdies nicht, dass Amiras Vater oder andere Nahestehende sich die Mühe machen werden, meine Beiträge ins Holländische zu übersetzen und Amira vorzulesen, wenn es doch der Vater ist, der damit argumentiert, das seine Tochter Kritik am Verhalten ihrer Eltern gar nicht zu Gesicht bekommen soll. Denn – und da bin ich völlig bei Ihnen – so „wichtig ist dieser Blog nun hier auch wieder nicht.“
                    Genau deshalb frage ich mich auch, warum sich hier seit nunmehr zwei Jahren (!) in mittlerweile über 40 Kommentaren zum Thema abgearbeitet wird, wenn das alles doch gar nicht so wichtig ist.

                    Das Hauptaugenmerk in der Fanszene liegt meiner Ansicht nach auch nicht in „Amiras Entwicklung und Förderung“, sondern darin, eigene Bedürfnisse zu bedienen und Kritik – und sei sie auch noch so gerechtfertigt – möglichst abzuschmettern. Die Fanszene versteht sich auch ganz offensichtlich nicht als Förderer Amiras, sondern als Kreis von Privilegierten im Umfeld eines ihrer Meinung nach „Weltstars“, deren oberste Zielsetzung der Erhalt und die Vertiefung ihrer persönlichen Beziehung zum Objekt ihrer Anbetung ist. Und dafür wird mit harten Bandagen auf allen möglichen Kanälen ein regelrechter Infowar um den „guten Ruf“ ihrer jungen Heldin geführt, in dem Kritik nicht den Hauch einer Chance hat. Es verwundert mich übrigens auch nicht, dass diese Menschen fast ausschließlich männlich und altersmäßig meist deutlich jenseits der 50 angesiedelt sind. Damit meine ich nicht, dass ein sexuelles Interesse besteht, sondern dass ältere Männer häufig noch mal so etwas wie einen Kick im Leben oder aber ein „Projekt“ suchen, in dem sie noch mal voll und ganz aufgehen, für das sie streiten und kämpfen können. Oft hängt das mit eigenen Versagensgefühlen, dem Gefühl „zum alten Eisen zu gehören“. einem ramponierten Selbstbewusstsein und innerer Labilität zusammen. Ein 10- bis 13-jähriges Kind sollte aber eben kein Projekt sein. Ein solches Kind gehört geschützt – und wenn es sein muss auch vor solchen Fans.

                    1. Stimmt, es ist bemerkenswert, dass die Leute, welche dabei waren angeblich keine Courage besitzen sich hier unter klaren Namen zu beteiligen. Aber das sind vermutlich diejenigen welche zu Beleidigungen neigen und daher auch keine Rolle spielen.
                      Andere machen konstruktive Vorschläge… z.B. fragen sich manche davon, warum Sie als professionelle Journalistin nicht die Courage aufbringen und bei einem wenn auch drittklassigen kostenlosen Konzert auftauchen, sich Amira live anzusehen und mit der Fangemeinde direkt diskutieren als sich mit der Kritik in einem privaten Blog zu verstecken bzw. lediglich überwiegend auf Facebook Fragen stellen?
                      Manche ziehen auch den Schluss, dass der Blog betrieben wird von jemand der es selbst nicht geschafft hat aus seiner Stimme mehr zu machen. Bzw. leider es nur dazu gebracht hat hinter Russischen Kasernenmauern spanischen Stierkämpfern zu zusehen. (ehrlich gesagt eine nicht schöne Wortzusammenstellung). Auf dieses Niveau möchte ich mich nicht herablassen.
                      Wenn ich Ihren Kommentar des letzen Beitrages zur Priorität der Fans lese dann kann ich nachvollziehen, warum sich die meisten es sich nicht antun wollen hier mit zu diskutieren. Nicht nur deswegen, weil der Blog zu unwichtig ist sondern auch z.B. Ihre Schlussfolgerung zu älteren Männern reine Spekulationen sind und eigentlich für eine ernsthafte Journalistin unwürdig sind wie so manche andere Vermutungen auch.
                      Da es aber Ihr Blog ist können Sie schreiben was Sie möchten, aber von einer auf recherchierte Fakten bezogene Diskussion ist es weit entfernt.
                      In diesem Sinne belassen wir es wie es ist.

                    2. Okay, für mich hat sich die Diskussion an dieser Stelle erledigt. Denken Sie von mir aus, was Sie wollen. Über mich, über Amira Willighagen, worüber auch immer. Es ist mir egal. Und es ist mir offen gestanden nicht minder egal, was alte Männer über mich und meine Beiträge denken, die einem kleinen Mädchen hinterhergeifern und es nicht mal fertig kriegen, mir ihre Kritik fundiert und unter Klarnamen vorzutragen. Und wie richtig ich damit vermutlich liege, zeigt mir Ihre pikierte Reaktion der Art, dass Sie abermals versuchen, mich als Journalistin fuer eine private Meinungsäusserung in Haft zu nehmen, um mich zu treffen. Das ist doch wirklich einfach nur armselig. Ich glaube auch nicht, dass Sie Kontakt zu Willighagens haben, vermutlich waren Sie auch nicht beim Konzert und haben mit Fans ueber mein Blog diskutiert. Sie fahren hier Ihren einsamen Feldzug, und um sachliche Diskussion geht es Ihnen gewiss nicht.

  3. Ich habe mit Interesse ihre Artikel gelesen und den Wandel von der anfangs begeisterten zur überwiegend kritischen Kommentatorin verfolgt. Ich muss gestehen, dass ich in der Opernszene absolut kein Fachmann bin. Deswegen kann ich natürlich auch nicht beurteilen, nach welchen Kriterien (außer Atmung und Tonlage) man als Fachmann achtet, um solche Bewertungen abzugeben, wie es die Opernkenner tun. Ich selbst bin von Amira begeistert, auch heute noch. Ich bin nicht der Meinung, dass sie nachgelassen hätte, vielmehr habe ich das Gefühl, sie hat sich sogar verbessert. Ich beziehe mich dabei auf das Weihnachtskonzert 2015 in Reikjavik (die beiden Videos haben Sie sicher auch gesehen). Mir kam ihre Stimme da viel kräftiger und von der Tonlage auch höher als früher vor. Und Probleme mit der Atmung konnte ich dort nicht feststellen. Aber wie gesagt, ich bin kein Experte… Bei dem Konzert im gleichen Monat in ihrer Heimatstadt allerdings waren Probleme bei der Atmung nicht zu übersehen (auch musste sie mehrmals schlucken (trockener Mund?) Allerdings muss man dort feststellen, dass sie mehr als nur ein oder zwei Lieder zum Besten gab. Solch ein Pensum ist für ein (zu dem Zeitpunkt) elfjähriges Mädchen natürlich anstrengend und ihr deshalb auch anzumerken.
    Was das Umfeld und der Umgang seitens ihrer Familie angeht, kann ich natürlich nicht mitreden. Allerdings sind seit Reikjavik keine Auftritte in ihrem YouTube-Channel aufgeführt, was natürlich nicht heisst, dass sie keine Auftritte seitdem hatte. Da scheinen Sie die besseren Quellen zu haben.

    1. Hallo Herr Klesse, vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Zum einen: Ich bin auch kein „Opernfachmann“ (bzw. -frau). Ich mag klassische Musik, habe selbst als Kind in einem recht renommierten Kinder- und Jugendchor gesungen und singe auch heute noch in einem Laienchor, der vorwiegend klassische Stücke im Repertoire hat. Nach insgesamt über 20 Jahren ohne Gesang habe ich selbst gemerkt, was ein intensives Gesangstraining für einen Unterschied machen kann.
      Im Übrigen höre ich Amira Willighagen durchaus immer noch gerne singen. „Kritisch“ sein heißt ja nicht, sie nicht zu mögen. Ich habe nur selbst gemerkt, wie schnell man in diesen Strudel aus Verzückung und Identifizierung mit dem „süßen Engelchen“ hineingerät, und wie er einem die Sicht buchstäblich vernebelt: Man sieht die Defizite nicht mehr, weil man gerne die absolute Perfektion in Verbindung mit dem schier Unmöglichen („ein Kind mit solch einer Stimme!“) entdeckt zu haben glauben möchte. Das Resultat: Es werden immer neue Superlative aufgetischt, damit der „Kick“ weiter anhält. Ein wenig ist es wie im Rausch. Kritik wird da oft als Majestätsbeleidigung und fast schon schmerzhafte Herabregelung der Euphorie empfunden – und sich daher meist umso unsachlicher und feindseliger verbeten. Die Befriedigung eigener Bedürfnisse steht dabei im Vordergrund, nicht die realistische und kritische Beurteilung tatsächlichen Könnens und des Umgangs damit.

      Ob sie „nachgelassen hat“, ist übrigens immer vor dem jeweiligen situativen Hintergrund zu bewerten. Natürlich war sie in den Weihnachtskonzerten gut. Aber warum war sie es dann, zuvor im Jahresverlauf aber so gar nicht? Weil sie während der Aufnahmen ihres Weihnachtsalbums professionelles Training erhalten hatte! Das erhielt sie zuvor nicht, und auch während der Aufnahmen nur auf Anordnung der Plattenfirma. Das ist genau mein Kritikpunkt: Die Eltern lassen das Kind und ihr Talent mehr oder weniger steuerungslos vor sich hintreiben, sodass die Plattenfirma schon einschreiten muss, damit sie die Gesangsausbildung zumindest punktuell bekommt, die sie kontinuierlich bräuchte, wenn sie sich weiterentwickeln will.
      Ich habe neulich mit einem Stimmforscher der Dresdner Musikhochschule über Amira gesprochen und ihm einige Aufnahmen vorgeführt. Ihre Probleme bei der Atmung kommen seiner Ansicht nach daher, dass ein Kind diese Art von Literatur bei normalen anatomischen Voraussetzungen noch gar nicht bewältigen kann. Kinder singen naturgemäß mit Kopfstimme, sie haben noch keine Bruststimme. Das bedeutet, dass Amira viel mehr Kraft aufwenden muss, um eine solche Resonanz (Stimmkraft) erzeugen zu können, wie es diese Lieder erfordern. Das geht zwangsläufig zulasten der Atmung, denn sie muss viel mehr Luft holen, um das Mehr an Kraft aufzuwenden. Auf Dauer kann sie sich damit irreparabel schädigen. Das ist der Grund, warum ich so vehement Kritik übe: Der Stimmforscher bezeichnete das permanente Vermarkten von Amira (und anderen Stimmwunderkindern) mit unpassendem Repertoire (um des Sensationsfaktors willen) als „Unzucht am Kinde“.

    2. Danke für die Antwort zu einer nach meinem Eindruck geradezu hinterhältig und mit Akribie zusammen geschusterten Kommentation einer Neiderin.

      1. Sehr geehrte Frau „Dr. Hölzer“, leider muss ich Sie an die Regeln des guten Benimm erinnern (die Grundlage der Nutzerregeln dieses Blogs sind). Ihren zweiten Kommentar habe ich nicht freigeschalten, weil er unzulässige Angriffe gegen meine Person als Autorin dieses Blogs enthielt (u.a. Rückschlüsse auf das, was Sie als völlig Fremde als „meinen Charakter“ vermuten). Die „Neiderin“ lasse ich durchgehen, weil das mittlerweile eine ziemlich gängige – nichtsdestoweniger ziemlich billige – „Watschn“ in Richtung anderslautender, nicht minder unliebsamer Standpunkte hinsichtlich Personen geworden zu sein scheint, denen die eigene uneingeschränkte (und unkritische) Zuneigung gilt. Auch wenn ich diese Bezeichnung persönlich als Schmähung empfinde, sagt sie doch mehr über die Sprecherin aus als über mich. Einer „Frau Dr.“ hätte ich einfach einen weiteren Horizont zugetraut als einen mehr als sachlich argumentierenden Artikel einzig und allein den vermeintlichen Hirngespinsten einer „Neiderin“ zuzuschreiben, statt sich inhaltlich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. So einfach ist vielleicht IHRE Welt. Meine ist deutlich komplexer.

        Nennen Sie mir einen einzigen vernünftigen Grund, weshalb ich – eine erwachsene Frau von fast 40 Jahren, die zwar spät, aber mit viel Zielstrebigkeit und Hingabe zu ihrem Traumberuf gefunden hat, die selbst mit viel Freude seit Kindertagen auf Hobby-Ebene singt – neidisch sein sollte auf ein 13-jähriges Mädchen, das einem meiner Ansicht nach eher leidtun kann? Auf ein Mädchen, das schon mit 11 Jahren sagte, sie fühle sich als „Erwachsene“, wenn sie eine Bühne betrete? Auf ein Mädchen, das von seinen Eltern von Auftritt zu Auftritt geschickt und gnadenlos als „Weltstar der Klassik“ und „größtes Opern-Talent der Niederlande“ vermarktet wird? Entschuldigung, aber mit solchen Eltern braucht das Kind keine Feinde mehr.
        Ich finde, Amira hat tatsächlich eine wunderbare Stimme und viel Talent. Das habe ich stets in meinen Beiträgen betont und meine es auch genau so. Nicht umsonst sähe ich es lieber, sie würde das Ziel, etwas aus diesem Talent zu machen, um einiges ernsthafter und dafüf etwas weniger öffentlich und schon gar nicht auf die derzeit praktizierte Art und Weise des „jederzeit Buchbarseins“ verfolgen, die bei einem 10-,12-, 13-jährigen Kind an Ausbeutung erinnert. Gerade, wenn man sich vor Augen hält, dass das Mädchen eben längst nicht das stimmliche und technische Level erreicht hat, erfolgreich und glaubhaft öffentlich als „Opernsängerin“ aufzutreten. Es trotzdem zu tun, verschreckt die Fachwelt und bedient den niederen Voyeurismus eines sensationsgeilen Laien-Publikums.

        Und dass das von der Fachwelt weithin genauso beurteilt wird, zeigt nicht zuletzt die Zurückhaltung – um nicht zu sagen Nichtbeachtung – aufseiten der echten Klassik- und Opern-Profis. Schauen Sie doch nur, wo Amira auftritt! Das sind fast durchweg drittklassige Events von Akteuren aus der Privatwirtschaft sowie fürs Fernsehen oder für irgendwelche seichten Shows produzierte Formate, wo es nicht um Qualität, sondern um Glitzer, Sensation und nette Unterhaltung geht – und natürlich um den Verkauf von DVDs und Tickets. „Classics is Groot“ ist zum Beispiel solch ein Format. Mit „Klassik“ oder „Oper“ hat so was so viel zu tun wie mit Dosenmilch. Ihre Eltern fokussieren jetzt total auf den südafrikanischen Markt und lassen ihr Kind von den dortigen Produzenten vereinnahmen – weil das so ziemlich das einzige Land neben ihrer holländischen Heimat ist, in dem Amira überhaupt noch als Sängerin gefragt ist. Die seit anderthalb Jahren geplante USA-Tour – (gottseidank!) auf den St.-Nimmerleinstag verschoben, und auch sonst gibt es keine ernsthaften Pläne für eine echte Tournee. Und von einer solchen wäre Amira bei ihrem derzeitigen Ausbildungsstand und auch angesichts ihres jungen Alters auch dringend abzuraten. Nun auch noch der Plattendeal mit den Coleske-Brüdern, die eng mit den Machern von Classics is Groot verwoben sind. Ich bin mir sicher, auch das war eher eine Verlegenheitsentscheidung, weil Sony den Vertrag nicht oder nur zu deutlich schlechteren Konditionen verlängern wollte. Einen so lukrativen Deal bei einem der weltweit führenden Labels hätten die Willighagens sicher nicht freiwillig aufgegeben. Aber auch dort scheint man mittlerweile auf den Trichter gekommen zu sein, dass Amira Willighagen derzeit kein Garant für weltweite Plattenverkäufe in nennenswerter Zahl ist, wie etwa eine Jackie Evancho. In deren Fußstapfen zu treten hatte man sich ursprünglich aber von Willighagen erhofft – und wurde enttäuscht. Der Wechsel ist rein von den Möglichkeiten und Konditionen her betrachtet auf jeden Fall ein Rückschritt – und somit ein kleiner Reality-Check für die Willighagens dahingehend, in welches knallharte Business sie ihre Tochter in so jungen Jahren schon geworfen haben.

        Ich fürchte einfach, dass die Strippenzieher im Hintergrund Amira mit dieser Praxis mehr Chancen kaputt machen als dass es mit Blick auf eine ernsthafte spätere Karriere im Klassikbereich dienlich wäre. Spricht SO eine Neiderin? Einer Neiderin wäre es wohl herzlich egal, ob das Mädchen später tatsächlich einmal ein Weltstar werden könnte oder nicht.

  4. Lasst AMIRA nicht verkommen ! Gebt Ihr eine schonende Gesangsausbildung , damit wir auch wirklich später noch etwas von Ihr hören können .

  5. Liebe Jane,
    als ich Ihren Artikel letztes Jahr das erste Mal gelesen habe, da ergriff mich eine grenzenlose Wut. Spontan setzte ich mich hin und verfasste einen scharfen Kommentar, den ich – zum Glück – nie veröffentlichte. Für meine Gefühle zu dieser Zeit hatten Sie Amira von ihrem gerechtfertigten Thron gestoßen. In der Zwischenzeit habe ich Ihren Artikel immer wieder gelesen, auch zwischen den Zeilen, soweit das möglich ist.

    Damals war ich fasziniert von Amiras Vortrag und der Tatsache, dass dieses Kind sich zu so einer außergewöhnlichen Leistung autodidaktisch und völlig allein hochgearbeitet hat. In den Jahren 2013 f konnte man beobachten, wie sie selbst nach anstrengenden Partien am Ende ihres Vortrags in Sekundenschnelle dem Auditorium ein strahlendes und erkennbar stressfreies Lächeln zeigte. Nichts deutete auf eine Überforderung hin. Doch durch das – Verzeihung – Gift Ihres Stachels wurde ich sensibler und auch kritischer. Ich entdeckte die gleiche Entwicklung von Schwächen, die auch Sie beschrieben haben. Dafür danke ich Ihnen und obwohl ich meinen damaligen Wutkommentar nicht veröffentlichte, muss ich Ihnen Abbitte leisten. Die Teile ihres Artikels, die Amira selbst betreffen, haben Sie zutreffend analysiert. Immerhin habe ich den Eindruck gewonnen, dass Sie eine Advokatenrolle für überforderte Kinderstars übernommen haben.

    Betrachtet man das menschliche Dilemma, dem das Kind womöglich bald ausgesetzt sein könnte, das kann schon traurig machen. Nach wie vor sehe ich mich – schon verwunderlich in meinem hohen Alter – als einen ‘Fan‘ von Amira, die ja nicht nur eine bezaubernde Stimme hat, sondern auch sportlich sehr begabt sein soll. Ungeachtet dessen habe ich mich, animiert durch Ihren Beitrag auch mit dem gleichaltrigen holländischen Wunderkind – Sterre van Boxtel – befasst. Auch da muss ich Ihnen zustimmen: Sterres Werdegang, insbesondere die Stimmausbildung tritt bei jedem Vortrag wohltuend hervor. Mehr Aussage dazu würde hier unnötige Details vermitteln und Ihre Beschreibung nur wiederholen. Zweifelsohne haben Sterre und Amira eines gemeinsam: eine große Liebe zu anspruchsvoller Musik, das ist unverkennbar. Ich frage mich aber immer wieder, warum kann man zwei so hochbegabte Kinder nicht zusammenbringen? In Freundschaft und in gegenseitigem Respekt? Kinder können durchaus voneinander lernen und – profitieren. Das Duett mit Amira und Alma Deutscher war ein guter Auftakt, obwohl die Begabungen dieser beiden Mädchen auf so unterschiedlichen Gebieten liegen.

    Ganz anders aber beurteile ich Ihre Feststellungen zu Amiras Eltern. Wer ein so begnadetes Kind hat und es liebt, mag durchaus der Verführung erliegen, mitunter den passenden Maßstab zu verlieren. Ihren Ausführungen entnehme ich, dass Sie die Familie Willighagen nicht persönlich kennen. Ich übrigens auch nicht, schade. Ich hielt es für denkbar, sie zu beraten, aber nicht bevormundend öffentlich zu kommentieren. Allerdings lebt der Erfolg jeglicher Beratung vom Wunsch des Ratsuchenden. Ich selbst habe in meiner beruflichen Vergangenheit so manchen Schulversager mal als ein Familienmitglied kennengelernt und somit auch die Eltern dieser Kinder. Elterliche Erziehungsfehler gehen in den meisten Fällen nicht auf egoistische Rücksichtslosigkeit zurück, viel häufiger liegt das Dilemma bei Sorglosigkeit durch mangelndes Wissen. Andere menschliche Schwächen, wie Sie sie beschreiben, sind oft nicht undenkbar, aber lassen keine so kühnen Rückschlüsse zu, wie es bei Ihnen nachzulesen ist.

    Sie haben ja selbst auch eingeräumt, dass die mutmaßliche materielle Situation von Amiras Eltern nicht unbedingt auf Bereicherungsmotive schließen lässt. Sicher hinkt auch der Vergleich mit Jackie Evancho, deren Vater mit seiner gewiss unpassenden Bemerkung, Jackie wird mal der Welt größte Opernsängerin, dem Kind bestimmt keinen Gefallen erwiesen hat, jedoch nur seine persönlichen Ambitionen raushängen ließ. Eine solche PR-Musik ist mir aus Nymegen nie zu Ohren gekommen. Der beschämende Vergleich mit Maria Callas stammt auch nicht von Gerrit Willighagen, sondern von einem dilettantischen Mitglied der Jury. Jedenfalls würde ich aus einer theoretischen Möglichkeit keine definitive Aussage machen. Auch Advokaten dürfen bescheiden auftreten.

    1. Hallo Jochen,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Vorab: Hut ab – Sie haben den komplizierteren Weg nicht gescheut, sich mit meiner Kritik sachlich und sogar konstruktiv auseinanderzusetzen. Die meisten „Fans“ gehen den leichteren Weg und brüllen sie einfach nur nieder. Ich mache das auch gar nicht so sehr daran fest, dass Sie mir in manchen Dingen nun offenbar zustimmen. Es geht eher darum, den ersten Impuls des Zornes und damit sich selbst im Griff zu haben und dazu in der Lage zu sein, auch mal die eigene Sichtweise zu hinterfragen. Ich habe diesen Weg als „Fan der ersten Stunde“ selbst hinter mir und weiß, dass er nicht einfach ist. Naja, in gewisser Weise stellt man ja das eigene Handeln infrage und ändert seine Meinung. Das ist nie eine leichte Übung.

      Das mit der „Advokatenrolle“ lasse ich mal so stehen. Das ist Ihre Auffassung, und vielleicht liegen Sie damit auch gar nicht so falsch. Meine Beweggründe, für Amira auf diese Weise Partei zu ergreifen, resultiert aus meiner eigenen Begeisterung für ihr fraglich großes Talent. Ich würde mir einfach wünschen, man ginge behutsamer damit um – WEIL ich Amira gerne irgendwann auf den großen Opernbühnen stehen sehen würde. Die Teilnahme an einer Casting-Show halte ich dafür einfach denkbar schlecht geeignet. Welchen PR-Wust das nach sich zieht, sieht man ja an Amira sehr schön.

      Was die Eltern betrifft, sehe ich das Ganze anders als Sie. Ich will die Familie sicher nicht bevormunden. Aber sie (besonders der Vater) tut ja nun wirklich alles, um Amira als eine Art Familienunternehmen ausschauen zu lassen. Das fängt dort an, dass der Vater offenbar keine qualifizierten Personen in den Kreis lassen möchte, den er um Amira herum errichtet hat, und lieber alle Fäden selbst und alleinig in Händen halten will. Und es endet dort, dass auch Bruder Vincent, Mutter Frida und er selbst immer wieder ihren Auftritt haben müssen. So etwas tut keine Familie, der es einfach nur um die Förderung des begabten Kindes geht. So etwas tun Menschen, die das Rampenlicht suchen oder zumindest im Abglanz des Ruhmes anderer (hier: Amiras) strahlen wollen. Wie soll denn eine angemessene Förderung erfolgen, wenn man Kompetenz gar nicht erst hinzuzieht und stattdessen den schnellen Ruhm sucht? Ich halte Gerrit und Frida Willighagen für alles Mögliche, aber nicht für dumm und unwissend. Daher muss man hier schon Berechnung unterstellen.

      Was die Vermarktung betrifft, die Sie ja anzweifeln, empfehle ich Ihnen hin und wieder einen Blick in das Facebook-Profil Amiras oder ihre Webseite, beides gepflegt von ihrem Vater. Dort werden Sie sehr schnell auf die besagte Attributierung „what a total star!“ stoßen, mit der – auch wenn sie von Simon Cowell stammt – er auf der Seite seiner Tochter wirbt. Und das gleich auf Seite 1. Dort wird sie des Weiteren als „Celebrity“ und „youngest opera Talent“ angepriesen. Man mag davon halten, was man will. Aber mich beschleicht da der Eindruck, als verlöre Gerrit Willighagen da manchmal etwas die Balance zwischen seinen Rollen als Vater und Manager seiner Tochter.

  6. Agree about Amira’s unstable performances once and a while. In some she has a cold. Another example is when she travelled direct from an event in France to Spain. No prepararation and tiredness and it end with expected result. Same procedure at „Max Maakt Mogelijk“ with O Holy Night.
    It’s evident that when Amira before concerts are well prepared with proffesional training her performances in most cases are unparalleled unique and glorious.
    It’s a lot of praising of Sterre and how she is raised in this article. But have you listen to her OMBC on YT. That’s a real disaster to be very concerned about. To be honest. Search YT and you will find talents (classicbirds) like Sterre in abundance. Actually you will find them in every grade in every „high level“ music school. Sterre should be compared with Solomia, in the category with continously professional training, and you will find only Solomia is an exceptional talent at the same level as Amira.

    1. Hello Mikael, I wouldn’t put Amira on the same Level as Solomia. Solomia is older and way ahead of Amira regarding her vocal abilities. And when I say WAY AHEAD, I really mean it. At least I never heard Amira sing a Donizetti. You can’t compare the two and it wouldn’t be fair either. Since Solomia’s almost four years older than Amira – and that being a lot for a girl developping a mature voice. I also don’t see Sterre at this Level. Even an Amateur must see it – you just need to watch Solomia and realise her Advantages in singing and breathing techniques, Expression and voice control. While Amira’s still imitating and still looking for her own style – Solomia is literally „breathing“ the pieces she sings. While Amira’s still a talented child, Solomia is almost a woman, an Artist on the stage.

      So, please – have a look yourself, everyone:

      I’d rather see her on one Level with this Young jewish-armenian Lady, Viktoria Oganesyan, who in this Video was only 14 years old:

      The difference between These two Young ladies and Amira is: They are singing opera, while Amira’s still pretending to do.

  7. One just cannot compare singers as has been clearly shown by Miranda van Kralingen when she illustrated this by comparing the rendition of „una voce poco fa“ by Maria Callas with the one by Kathleen Battle who has a higher register. Does it make one of them better? No way! Miranda correctly stated thereby that each singer is different, no more, no less. In this context Amira’s register proves to be closer to Kathleen’s.
    Dan Karaty judged at the 2013 finals: „It’s a gift that you have. I think we are all looking forward to watching you grow with that gift and seeing how far it can go because you are positively spectacular“. The proof of the pudding is in the eating as we say. Checking her recent renditions in „Classics is Groot“ and in „Amira in Concert“, I can’t find much realism in this blog. Amira’s burlesque encore in the latter shows an outstanding breath control. No wonder when taking her athletics into account. So what? Without any doubt: “yes she can!”
    Years ago Amira said: „I like to show people that opera is not boring but really fun“. Some months ago I read following confession: „I’ve never been a fan of opera, but Amira has opened my eyes to the beauty of operatic expression in general and of Amira’s voice in particular“. So what? Without any doubt: “yes she does!”
    As a bottom line she was told by her coach: „Sing as yourself – that’s the most important thing; and always remain true to your own instrument! That’s what it’s all about“.
    Nobody but Amira is entitled to look into her possible future. Most important in this context is what I cannot find in the blog: her personal opinion. Her father does a really good job allowing her to pave her path in her own pace. Amira again: „I know that my technique is not the best. However, when I sing it is more about feeling rather than to make every note perfect. That in fact is my strength“.
    Amira recently said to be happy not having to decide right now on becoming a professional singer or a lawyer. An unexpectedly pragmatic and “grown up” view for an only twelve year old girl.

    1. Oh, of course you can compare everything. The question is to which result this comparison will lead you in the end. Miranda van Kralingen too did compare Callas to Battle. She clearly came to the conclusion that Battle’s voice would fit Amiras better than Callas. So I don’t really know what you are talking about. I didn’t say who’s better. I just explained what I think about the two ways both girls chose to deal with their huge talent and where it lead them so far. These are my personal views, it’s not sacrosanct. I also wonder if you protest as vehemently against those who constantly keep on telling the whole internet that Amira Willighagen is the best opera singer ever or similar. Or does that criticism of yours work only one direction?

      There is one huge problem I see in your comment which makes it very hard to react in a serious way: You obviously dismiss a statement as „not realistic“ which is primarily a matter of taste and personal rating. So I am asking you: Who are you to dismiss that as false? Even more so, as it becomes obvious to me that there isn’t pretty much knowledge of the functionality of vocal chords on your side. Amira herself said in the recent docu about her on dutch TV, that her technique is „not the best“. And she’s absolutely right about that. It’s not only about breathing, it’s about resonance too. She doesn’t sing with the whole of her body, and her diction is just horrible. And these are things, which I simply see Sterre doing way better.

      So who, what kind of person, profession, is necessary to convince you that her technique is insufficient? I am a classical singer myself, an amateur yet but at least – a singer. I talked to professionals about Amira and showed her videos to them. They all told me that she lecks technique and thus jeopardizes her vocal chords. So how do you want to prove them wrong?

  8. Dear Jane,
    Why do you attack me personally?
    For your information: two facts.
    First, I used to be a singer myself. “Used to”, because I am now 71 and I only can give an opinion based on a pretty long experience in the matter.
    Second, I cannot remember to have “vehemently protested” against your nor any other opinion, albeit positive or negative. Extreme praise nor extreme disapproval can impress me, I am too old for that. My reasoning is based on an unbiased and inquisitive point of view that I couldn’t trace in the blog. Correct me if I’m wrong, but reading the comments I feel a fundamental rejection of Amiras possibilities and that feeling is what I call a deficiency of realism. I don’t praise her into heaven, nor dismiss her as a loser. But there is one thing I do believe: she anyway will be different from what’s usual, a basic element in artistic expression. Let it be, wait and see…

    1. I didn’t attack anybody, I reacted on your comment. Please show me the phrases in my comment in which I did. If you look up your own previous comment carefully instead, you will rather find some questionable points in it.
      I can’t see any „facts“ in your comments. A fact is something that is proven. But I can only see assumptions here you declare as fact. And if you really don’t see the vehemency in your previous comment – well, I simply can’t help. I never said anything bad against Amira. The opposite is the case. Multiple times I wrote that I like her very much, but dislike her environment and the irresponsible way it deals with her huge talent. Everything else I wrote in the article above is based on my own personal views and experiences. I welcome everybody to speak his or her opinion, also if it contradicts my own. But what I truly dislike is a tone that from the beginning makes other opinions look like unrealistic morons (I may cite you: „Checking her recent renditions in „Classics is Groot“ and in „Amira in Concert“, I can’t find much realism in this blog.“).

      Correct me if I’m wrong, but reading the comments I feel a fundamental rejection of Amiras possibilities and that feeling is what I call a deficiency of realism.

      Of course you’re wrong about that. And this above sentence clearly shows that you do not read the entries unbiased that are linked to Amira. I consider a further discussion useless if you don’t fortify your assertions by explicitely naming the relevant passages but keep on bashing my blog as a whole instead. Neither is there in the above text nor was there ever anything like a „fundamental rejection of Amiras possibilities“ in my entries. Quite the contrary, did I express my deep concern about her throwing her potentials away several times. Saying she throws them away doesn’t mean that there aren’t any, but that there are indeed some – but she (or better her environment) simply abuses them to make some money and play opera star. So it’s not me denying „her possibilities“, but it’s others who constantly rob her of those by letting her tour third class events for money instead of building a solid basis for her on which later she would be able to start a serious career.

  9. My feeling was wrong? Point taken, fair enough.
    So the whole discussion boils down to: “Amira has a huge talent”, which I can consider a fact; and to: her education is a disaster, which is an opinion I cannot agree with for one simple reason. Amira declared in an interview (Kwêla, KykNET, august 2016): “I think about becoming a lawyer”, a statement she confirmed in the “Ave Amira”-documentary you’re quoting. Even when she might change her mind, it turns the discussion at this time into a non-issue, in which I already spent too much time.

  10. Hallo Jane,
    Seit langer Zeit beobachte ich hier, was so über Amira geschrieben oder kritisiert wird bzw. was alle Kommentatoren so hinterlassen.
    Aufmerksam wurde ich auf Amira als ich sie beim Konzert von Andre Rieu gesehen und gehört habe. Danach war ich von ihrer Stimme vollends begeistert und bin seitdem ein treuer Fan von ihr.
    Trotz all dem, das ich ein Fan bin sehe ich ihre Entwicklung doch mit wachen Augen. Was klassische Musik angeht kenne ich mich ein bisschen aus, bin aber kein Profi in diesem Bereich.
    Was ich hier vermisse ist die Sichtweise des ganzen aus den Augen von Amira selbst. Sie schreibt selbst hier zwar nicht, aber wenn man selbst Kinder hat, sollte man versuchen sich in die Lage von ihr zu versetzen und versuchen ihre Gefühle zu verstehen, welche sie in dieser Situation begleiten.
    Ich kenne sie persönlich von verschiedenen Auftritten, welche sie hatte und hatte das Vergnügen mit ihr sprechen zu können, auf englisch, was sie heute besser beherrscht als zu dem Zeitpunkt des Gespräches.
    Da ich selbst Kinder habe mit ähnlichen Erfahrungen, wenn auch nicht in der Gesangsbranche, kann ich gut nachvollziehen, was sie bewegt bei den Auftritten auf grosser Bühne. Daher sehe ich ihrer Entwicklung zwar auch etwas kritisch aber im ganzen doch noch normal an.
    Mit 9 Jahren war es ihr egal denke ich, wieviele Leute als Zuschauer anwesend waren und hat gesungen mit vollem Einsatz wie sie sich gefühlt hat. Daher auch der Sieg bei HgT mit einer engelsreichen Stimme. Langsam wird ihr aber mit zunehmenden Alter bewusst, das eine Menge Dinge zu tun sind um auf einer grossen Bühne auf Dauer bestehen zu können. Und das denke ich überfordert ihre Gefühlswelt und ist dem noch nicht gewachsen. Das führt dazu, das ihr Elan zu singen darunter leidet. Ihre Konzentration läßt bei grossen Auftritten nach, was dazu führt, das sie des öfteren einfach nicht den Ton trifft und vergißt an den richtigen Stellen Luft zu holen. Das zu kompensieren schaffen auch die Eltern nicht richtig und ist meiner Ansicht nach auch sehr schwer.
    Ich hatte die Möglichkeit sie singen zu hören, wenn kein grosses Publikum anwesend ist und stellte fest, das sie dann befreit singen kann und sich gut konzentriert auf den Gesang selbst.
    Der Druck entsteht bestimmt auch dadurch, das eine gewisse Vermarktung ihrer Stimme seitens der Eltern gewünscht ist und auch forciert wird. Das ist erstmal was normales wenn man als Eltern das Glück hat so ein Kind zur Welt gebracht zu haben. Allerdings gehört dazu viel Augenmaß. Ob das ihre Eltern haben vermag ich nicht genau zu beurteilen.
    Daher meine ich, dass diese Umstände niemand dazu verleiten sollten zu behaupten, das die Förderung ihrer Stimme vernachlässigt wird. Ich sehe, das im Rahmen der Möglichkeiten der Familie das auch getan wird, nur reicht das natürlich nicht aus um die Fähigkeiten einer Maria Callas zu erreichen, geschweige denn Maria Aleida oder Pavarotti mit dem sie in Videos zusammen geschnitten wurde.
    So sehr man das alles auch gerne vermarkten möchte so gut das geht, denke ich eher, das Amira die grosse Lust verloren hat auf der Bühne singen zu wollen, lieber eher in engen Kreisen, wo ihre Stimme sehr gut zur Geltung kommt, wenn das Tonequipment auch stimmt.
    In Huizen konnte ich aus 2 Metern Abstand das Konzert verfolgen und war nicht angewiesen auf die Tontechnik der Kirche. Daher bin ich davon überzeugt, das sich ihre Stimme weiterentwickelt, wenn auch langsam. Die Kirche in Huizen hatte leider nicht die richtige Technik und Akkustik um ihre Stimme richtig zur Geltung zu bringen. Daher ist der Versuch eines eigenen Konzerts ein wenig daneben gegangen aber trotzdem für mich gut gelungen gewesen.
    Bedenke einfach dass sie jetzt grade 13 geworden ist und in der Pubertät ist mit all den komplizierten Dingen, die sich daraus ergeben. Gebt ihr einfach die Zeit die sie braucht die Welt der Erwachsen zu verstehen und setzt den Maßstab so an, der ihrem Alter entspricht. Sie liest bestimmt auch diese Seite hier und weiss was hier geschrieben steht, denn es gibt genug Leute in dieser Welt die das übersetzen können. Zu harsche Kritik an ihr selbst und ihrem Umfeld fördert bestimmt auch nicht grade ihr entstehendes Selbstwertgefühl.
    Bei Jackie Evancho hat man es sicherlich falsch gemacht sie gleich vollends zu vermarkten. Das Ergebnis sieht man bei heutigen Auftritten. Gut aber eben nur gut aber nicht mehr aussreichend für die grosse Bühne.
    Ich werde Amira weiter beobachten und hoffe, wenn sie erwachsen ist, das ihre Stimme noch genauso gut oder besser ist als heute und dann mit der richtigen Einstellung und Erfahrung auf der Bühne stehen kann…. Wenn sie dann dazu noch bzw. wieder Lust hat.

    Gerhard

    1. Lieber Gerhard,
      vielen Dank für Ihre Gedanken. In gewisser Weise geht es mir wie Ihnen: Ich denke auch, dass all dieser Rummel ein Kind dieses Alters schlicht überfordern muss. Und genau das ist es ja auch, worüber ich hier geschrieben habe. Ich wüsste auch gern, was Amira über all das denkt. Was sie mit 9 Jahren über das Singen oder Bühnenauftritte dachte, können wir Außenstehenden nur ahnen, anhand ihrer Körpersprache oder der Überlieferungen einer alten Frau, die noch vor Amiras großem Sieg gestorben ist. Ihre Großmutter sagte damals, dass sie gerne ins Fernsehen wollte, um Gutes zu tun.

      Nun, das tut sie ja. Wenn man über die Aktivitäten der Gelukskinders-Stiftung auch absolut geteilter Meinung sein kann. Ich persönlich halte sie für einen einzigen riesigen PR-Gag. Die Einnahmen der Stiftung wurden bislang nie transparent gemacht. Wenn aber tatsächlich die Hälfte aller Einnahmen Amiras aus Gagen und CD-Verkäufen da hineinfließt, wie anfangs behauptet, dann muss man sich schon fragen, warum da in dreieinhalb Jahren für die Kinder Südafrikas nur dreimal Spielgeräte bei rausspringen, die dazu minderwertiger nicht sein könnten und vom Kostenfaktor her kaum einen kleinen Bruchteil der Einnahmen ausmachen dürften. Oder auch, warum über die Stiftung sogar dazu aufgerufen wird, für ein Geburtstagsgeschenk für Amiras Bruder zu spenden usw. usf.

      Was Amira selbst betrifft, so hat man ihr offenbar von kleinauf beigebracht, dass es erstrebenswert ist, ein besonderes Talent zu haben und sich damit in der Öffentlichkeit zu zeigen. Das zeigen schon die vielen Videos von Konzerten und Auftritten Amiras samt der kompletten Familie Willighagen vor ihrer Teilnahme bei HGT. Ich denke, es ist offensichtlich, wer da der treibende Keil in der Familie ist.
      Auf mich macht Amira mehr und mehr den Eindruck als nervten sie all die Auftritte, all der Rummel zunehmend nur noch. Die Qualität ihrer Auftritte hat merklich nachgelassen, Fehler und Patzer häufen sich (besonders stark zutage getreten während ihres Auftritt-Marathons letzten Herbst in Potchefstroom, wo sie u.a. auch für die Gelukskinders-Stiftung insgesamt 9 Auftritte binnen einer Woche hinlegte), die es so früher nie gegeben hat, ihre Körpersprache hat sich maximal zum Negativen verändert, sie wirkt steif und wenig expressiv. Kinder und Jugendliche im Showbusiness sind unberechenbar. Wenn sie „keinen Bock“ haben (und das soll in der Pubertät häufiger vorkommen), dann merkt man ihnen das in der Regel an. Aber genau das ist es, was im Gedächtnis haften bleibt bei denen, die was von klassischer Musik verstehen. Soll heißen: Schwächen, die sie jetzt zeigt, könnten ihr Türen dauerhaft verschließen. Und genau deshalb kritisiere ich ja auch, wenn Kinder so früh ins Showbusiness geworfen werden: Weil die Pubertät (und in der ist Amira mitten drin) häufig ein wesentlicher Kurskorrektor ist und man davor noch überhaupt keine Aussagen treffen kann, inwiefern das Kind (trotz Talent) mal ein Opernstar wird oder nicht. Warum das Kind also in diesem jungen Alter schon ins Rampenlicht stellen und als kommenden Opernstar hypen?

      Ich fände es toll, wenn Amira noch die Kurve kriegt und sich für eine ernsthafte Hinwendung zur klassischen Musik entscheiden würde. Das Talent dazu hat sie. Aber das bedeutet eben deutlich mehr, als Lieder über youtube nachzusingen und die Stimmen der Großen einfach nur nachzuahmen.

      Ich sehe übrigens wenig Unterschied zu Jackie Evancho, was die Vermarktung betrifft. Bei Amira läuft das alles vielleicht eine Nummer kleiner ab. Aber vermarktet wird sie trotzdem – und zwar weniger durch Plattenfirmen, sondern bei ihr übernimmt das ihr Vater persönlich. Sie singt nicht nur auf Konzerten, sondern auch auf unzähligen Firmenfeiern, drittklassigen Awards und privaten Festivitäten. Wenn ich mir das Auftrittspensum Amiras in den letzten zwei Jahren ansehe, schwindelt mir. 20, 30 Auftritte pro Jahr neben der Schule – wann hat das Mädel eigentlich noch Zeit gehabt, Kind zu sein?

      Was Sie da über angebliche persönliche Kontakte zu Amira schreiben, ist schön und gut – aber weder für mich noch für irgendeinen anderen Außenstehenden nachprüfbar. Ich will nichts unterstellen, aber – und da werden Sie mir wohl auch Recht geben – das kann jeder sagen. Und niemand außer Ihnen selbst wird wissen, ob es sich dabei um Tatsachen handelt oder um Fiktion/Wunschdenken. Ich kann auch nur davor warnen, nach ein oder zwei Treffen auf einem Konzert zu sagen, man kannte Amira „persönlich“. Dazu braucht es ein wenig mehr Kontakt als eine Begegnung zwischen Kinderstar und Fan.

  11. Hallo Jane,
    Natürlich wird Amira vermarktet, aber nicht mehr und nicht weniger als andere Kinder mit einem aussergewöhnlichem Talent. Wenn man sich DSDS und Voice of Germany anschaut, oder auch in anderen Ländern … Dann auch genug Leute ohne Talent… Diese Aussage bedeutet natürlich nicht, das ich das gut finde. Nur leider ist die heutige Gesellschaft so geworden durch den täglichen Konsumterror, dass man alles kaufen muss was die Werbung einem anbietet…. Oder? Am Ende eine Frage des Charakters…
    Also werden auch Kinder dazu eingespannt um den Profit zu erhöhen. Nur ob das wirklich auch so auf die Familie Willighagen zutrifft wie Sie es darstellen wollen kann ich nicht beurteilen, bzw. teile ich diese Darstellung so nicht. So nahe bin ich nun auch nicht an der Familie dran. Ausserdem fehlt mir aus beruflichen Gründen natürlich die Zeit immer uptodate zu sein.
    Ich versuche das ganze aus Sicht von Amira zu sehen. Sie möchte Gutes tun, daher wohl auch die Gründung der Stiftung. Der rechtliche Hintergrund ist sicherlich von Leuten zu schaffen, die sich damit auskennen, ob der Vater das beherrscht weiss ich leider nicht. Wenn er es tut dann auch sicherlich Amiras wegen, weil sie es momentan so möchte aber die Komplexität des Unternehmens nicht überblickt. Die finanziellen Mittel der Stiftung kann ich nicht einschätzen. Was ich aber aus meiner Erfahrung weiss ist, das Spielplätze nicht so billig sind und meistens mehr Geld kosten als geplant… und nicht nur Spielplätze. Das sollte allerdings die Stiftung nicht daran hindern ihre Finanzen im rechtlichem Sinne offen zu legen. Allerdings tun das auch andere Stiftungen nicht im richtigem Rahmen die z.B. den politischen Parteien in Deutschland und in den Niederlanden nahe stehen….. das aber nur am Rande.
    So ein Blog wie Sie ihn hier betreiben kann natürlich Kritik veröffentlichen und auch Diskussionen ermöglichen. Aber ebenso auch Möglichkeiten aufzeigen, was man anders machen kann um Kindern mit sochen Talenten nicht zu verheizen.
    Ich arbeite seit Jahren für eine holländische Firma und bin mit deren Mentalität eigentlich bestens vertraut. Es ist ein kleines überschaubares Land aber seit jeher mit dem Streben nach Grossem. (siehe Kolonialpolitik).
    Was ihre Auftritte betrifft weiss ich nicht wieviele es wirklich sind pro Jahr da es nicht einfach ist zu erfahren wo solche stattfinden, aber 20 bis 30 Auftritte sind realistisch. Im Schnitt also alle 2 bis 3 Wochen. In dem kleinem Land kann man also morgens hin fahren und abends oder am nächsten Tag zurück, eigentlich wie ein Besuch bei Verwandten. Das habe ich auch problemlos managen können mit meiner Tochter in Deutschland, was doch ein wenig grösser ist als Holland. Zeit genug zum Kind sein und Schule ist dann noch genug, ob es ausgereicht hat weiss man erst später genauer.
    Geht es ins Ausland wird es komplizierter, dauert länger und verursacht erheblich mehr Stress für alle Beteiligten. Daher hatte ich mir auch die Frage gestellt, warum man für einen Auftritt mit nur einem Lied nach Polen reisen muss… Aber das muss Amira selbst entscheiden bzw. ihr Umfeld. Möglicherweise ein wirklich gutes Angebot… aus zu schliessen ist das ja nicht.
    Kinder in dem Alter vertrauen den Eltern bedingungslos, erst mit Beginn der Pubertät kann sich das gewaltig ändern, wie alle Eltern das wohl erleben dürfen. Daher ist es auch wichtig ein gutes Augenmaß zu haben was die Entwicklung solcher Kinder angeht.
    Auf der anderen Seite kann es passieren, dass einem das Management solcher Talente aus der Kontrolle gerät wenn man Verpflichtungen eingeht, deren Konsequenzen man als halber Laie nicht weit genug überblicken kann. So etwas könnte erklären warum Amira teilweise genervt von Auftritten ist und ihr die Konzentration fehlt. Das Talent hat sie allemal dazu, das steht ausser Frage.
    Trotzdem ist es als Eltern immer schwierig den Wunsch der Kinder nach zu kommen und deren Entwicklung ohne Nachteile zu steuern.
    Ob nun bei Amiras Eltern reine Geldgier im Vordergrund steht wage ich zu bezweifelen. Einige grosse Auftritte wie demnächst bei „Classic is groot“ in Südafrika mag Amira sicherlich gerne, da es das Heimatland ihrer Mutter ist. Wie ihre Haltung dort sein wird werde ich mir anschauen wenn alles klappt.
    Mein Appell in diesem Blog richtet sich daher eher dahin Amira so zu nehmen wie sie ist, ein Mädchen mit 13 Jahren, wenig Erfahrung auf der Bühne aber mit Lust auf den eigenen Gesang von klassischen Liedern. Das hinterher Hecheln dem grossen Geld nicht als primäre Angelegenheit zu sehen sondern eher aus dem menschlichen Bedürfnis heraus etwas mehr zu haben als der Durchschnitt der Bevölkerung. Das suggeriert einem ja täglich der Komsumterror…. (smile)
    Für Amira selbst wünsche ich mir, dass sie die Lust aufs Singen nicht verliert, lieber ein paar drittklassische Auftritte hinlegt und sich dabei wohlfühlt als auf einer Bühne zu stehen, die einem Mädchen in dem Alter eher Angst als Freude macht. Insofern drücke ich ihr alle Daumen das sie nie das Gefühl bekommt sie sei schlechter als andere nur weil der Rahmen vielleicht nicht ganz passend ist. Denn das ist sie wahrlich nicht.
    Trotz allem auch was das etwas undurchsichtige Management des Mädchens angeht, bleibe ich ein Fan von Amira und sehe mir gerne manchmal zum x-ten male Videos von ihr auf Youtube an. Sie sind besser als so manche anderen Videos dort wo man nicht mal weiss welchem Zweck sie eigendlich dienen sollen.

    in diesem Sinne…

    Gerhard

  12. Normalerweise beteilige ich mich nicht an Spekulationen wenn keine Chance besteht beide Seiten anhören zu können, weil das einfach nicht fair ist. Gerne wüsste ich von Seiten der Willighagen’s wie sie es als Familie sehen. Leider besteht dazu aber kaum eine Möglichkeit. Daher bleibt zumindest für Sie und mich auch nur die Analyse der offiziellen Äußerungen bzw. wie Sie bemerkten… die Spuren im Netz oder Kommentare in Facebook, wobei Facebook nicht gerade dafür bekannt ist wahre Fakten wieder zu geben. Dort ist vieles einfach nur subjektiv dargestellt und sollte mit grosser Vorsicht beurteilt werden.
    Was Amira angeht so bin ich deswegen davon überzeugt, dass sie die Kurve kriegt, weil sie noch keine Entscheidung getroffen hat, was sie in Zukunft wirklich machen will. Entscheidet sie sich gegen die Berufung als Sängerin dann werden zwangsläufig die Aktivitäten in der Richtung einschlafen. Auch Vater Gerrit wird dann wohl wenig Einfluss auf die Entscheidung von Amira haben können. Sie fühlt eventuell das sie zur Zeit nicht in der Lage ist wie andere Kinderstars vielleicht eine kontinuierliche Weiterentwicklung machen zu können. Die mentale Kraft dazu fehlt ihr womöglich, aber das ist ein wenig Spekulation meinerseits.
    Die Erfahrung mit meiner eigener Tochter, als sie sich gegen eine Karriere in sportlicher Hinsicht entschieden hat, sagt mir, dass man dann als Vater die Entscheidung zu respektieren hat. Tut man das dann auch wirklich, dann steigt genau wegen dieser selbst gefällten Entscheidung des Kindes dessen Selbstwertgefühl und verhindert das ein grösserer psychischer Schaden entsteht. Daher hoffe ich, dass Amira in naher Zukunft so eine Entscheidung treffen wird. Mit 13 ist das allerdings nicht ganz so einfach und etwas früh. In der Hinsicht wohl auch ein sinnvoller Grund eine US Tournee auf Eis zu legen. Wir werden sehen.
    Natürlich liegt, wie Sie bemerken, der Verdacht nahe mit dem Talent des Kindes Geld zu machen indem man Amira vermarktet. Das bedeutet aber nicht, das ich deswegen damit sorglos umgehe um nicht in Gewissenskonflikte zu geraten als Fan.
    Fan bin ich, weil ich Amiras Stimme mag und gerne höre. Auch andere Sänger und Sängerinnen höre ich gerne… nicht nur Amira.
    z.B. Bocelli, Pavarotti, Rolando Villazón, Anna Netrebko, Ashley Thouret, Emily Newton, natürlich Maria Aleida um so ein paar zu nennen. Manche kann man sich nicht immer live ansehen, weil sie entweder aus dem Leben geschieden sind oder dafür das eigene Budget dann wohl ein wenig zu klein ist. Ebenso ist es schwer mal mit solchen Stars in Kontakt zu kommen, denn meistens ist man ja nur ein Fan, eventuell auf einem Event, was Diese natürlich respektieren aber näherer Kontakt durch das professionelle Umfeld verständlicherweise unterbunden wird. Dazu kommen auch andere Richtungen von Musik und deren Sänger und Sängerinnen, aber das nur nebenbei bemerkt.
    Wenn jemand eine gute Stimme hat oder hatte, wie z.B. Edith Piaf, dann versuche ich ein bißchen etwas über deren Lebensgeschichte und Entwicklung zu erfahren und wenn möglich auch die Einstellungen desjenigen bzw. die Konsequenzen des Ruhms nach zuvollziehen. Welches Leben die Piaf hatte und welches traurige Ende es nahm ist ja hinreichend dokumetiert.
    Da es diese Beispiele gibt und ich sie im Hinterkopf habe gehe ich sicherlich nicht sorglos als Fan damit um sondern mache mir Gedanken darum wie man es ggf. beeinflussen kann. Im eigenen Umfeld ist das einfacher zu beeinflussen als im Umfeld von Menschen wie Amira, die man mal auf Events sehen und vielleicht auch sprechen kann aber sonst kaum persönlichen Kontakt bekommt.

    Manchmal entsteht durch das was Sie hier antworten bei mir der Eindruck dass Sie mir und auch anderen Kommentatoren Dinge unterstellen die Ihnen so durch den Kopf gehen und sie als Fakt hinstellen ohne den tieferen Gedankengang zu kennen, der die eigentliche Diskussion hat entstehen lassen. Ebenso stellen Sie Dinge als Wunschdenken hin, nur weil sie eventuell nicht nachprüfbar sind Ihrerseits, aber für den einzelnen selbst, der hier etwas schreibt, Fakt ist. Ob Sie mit Herrn Willighagen direkt Kontakt hatten kann ich ebenso nicht nachprüfen wie Sie den Kontakt meinerseits mit Amira. Ich gehe erstmal davon aus das es stimmt und unterstelle nicht, dass es Wunschdenken oder einfach eine Behauptung ist.
    Der Satz von Ihnen: „Ach, das wird schon werden. Damit macht man es sich einfach, diese fast schon einfältige Sorglosigkeit ist heute leider häufig zu beobachten“ ist Ihrerseits ein Beispiel für eine Unterstellung solcher Art.
    Die Diskussion an sich hier hat als Hauptthema Amira mit ihrer Entwicklung in naher oder ferner Zukunft und in wieweit man als Beobachter es mit gestalten kann, aber wohl doch nicht was Ihre oder meine Person angeht. Das unterliegt noch mehr der Spekulation als die Dinge, welche Amira und ihrem Vater angeht.
    Was den Zusammenhang der BRD mit der DDR angeht haben sie vermutlich den Zusammenhang nicht richtig gelesen in dem ich es geschrieben habe. Mit Amira hat das garnichts zu tun sondern war nur ein Beispiel dafür, das man vergangene Zeiten besser nicht miteinander vergleichen sollte weil sich Dinge mit der Zeit gewaltig verändern können und auch tun. Dafür war der Vergleich gedacht in Hinsicht der Veränderungen in der BRD und DDR nach der Wende, und ebenfalls ohne Wertung des Ganzen.
    Als Journalistin sollten Sie eigentlich Fakten veröffentlichen und von Spekulationen Abstand nehmen, Kritik üben ist berechtigt, sollten aber nicht Spekulationen als Grundlage haben. Zumindest ist das meine Vorstellung was Journalismus angeht.
    Wenn ich Ihren beruflichen Werdegang lese, den Sie hier freundlicherweise dokumentiert haben könnte ich auch spekulativ werden…. was ich aber ungern mache…. ich könnte vielleicht den Schluss ziehen, warum teilweise anderen Leuten der Vorzug gegenüber Ihnen gegeben wurde.. vielleicht haben die Personen die über Personal entscheiden beim persönlichen Gespräch mit Ihnen erkannt, das Beurteilungen Ihrerseits doch mehr abhängig sind von Ihren eigenen Gedanken als von recherierten Fakten…. Nun das ist auch spekulativ meinerseits, insofern auch nicht mit Fakten unterlegt, sondern nur ein möglicher Schluss aus Ihrer Darstellung.
    Da ich Sie aber nicht kenne und Sie mich auch nicht, gebietet es eigentlich der normale Anstand keine Unterstellungen in einem öffentlichem Blogs zu tätigen, was andere Mitleser oder intressierte Menschen als Wahrheit auffassen könnten obwohl es doch nur Gedankengänge Ihrerseits bzw. meinerseits sind. Schlichtweg eine normale Diskussion wobei die eigentliche Person, um die es hier geht, leider nicht einbezogen ist.

    in diesem Sinne…..

    1. Hallo Gerhard,

      ich denke, dass wir hier einen ganz guten Schlusspunkt gefunden haben, und es ist besser, die Diskussion hier nun zu einem Ende zu bringen, ehe es doch noch in ein Hin- und Herschieben von Unterstellungen und Vorhaltungen mündet. Die Gefahr sehe ich durchaus. Eines vielleicht vorangestellt: Dieses Blog betreibe ich als Privatperson, nicht als Journalistin. Auch als Journalistin bin und bleibe ich irgendwo noch Privatmensch mit Hobbies und Neigungen und selbstverständlich eigenen Ansichten und Meinungen – und dies Blog hier ist der Platz, wo genau all das hingehört. So werden wohl auch Sie Ihre hier getätigten Äußerungen wohl kaum als Angehöriger Ihrer jeweiligen Berufssparte tätigen.

      Im Übrigen unterstelle ich niemandem etwas, auch Ihnen nicht. Ich urteile anhand dessen, was Sie hier schreiben und schildere Ihnen meinen Eindruck. Eine Unterstellung würde einen unbedingten Wahrheitsanspruch voraussetzen – und den postuliere ich mitnichten. Ich schrieb nicht umsonst, dass es „mir scheint“. Dasselbe betrifft übrigens auch Gerrit Willighagen und Facebook: Wenn Gerrit Willighagen mir dort persönlich etwas antwortet, dann nehme ich das sehr wohl für bare Münze und ist nicht zu vergleichen mit den vielen Fake-Meldungen, die dort täglich herumgeistern. Denk Kontakt kann ich Ihnen übrigens sehr wohl nachweisen – die Korrespondenz ist im Messanger und teils auch noch im entsprechenden Forum gespeichert. Was denken Sie, wo ich das in (fehlerhaftem) Englisch im Artikel herzitiert hatte?

      Und wenn Sie wirklich glauben, Sie beteiligten sich nicht an Spekulationen und könnten das anderen aber im selben Atemzuge vorhalten – dann sollten Sie sich mal fragen, wie man es wohl bezeichnen würde, wenn Sie da unfundiert mutmaßen, dass „98 Prozent der Kinder in den Sparten wenig von der Kindheit“ haben, dass „Amira die Kurve kriegt“ und „keinen Schaden“ nimmt (davon sind Sie „überzeugt“) oder darüber, dass Gerrit Willighagen „seine Aktivitäten stark zurückschrauben“ wird, sobald Amira Unwillen signalisiert. All das ist nichts anderes als Spekulation – aus Ihrer individuellen Perspektive als Fan heraus. Und ich habe daraus die beschwichtigende Schönwetter-Haltung abgelesen, die ich mit „einfältiger Sorglosigkeit“ umschrieb.

      Im Übrigen hatten Sie geschrieben: „Vergleiche in der Hinsicht zu der Zeit der DDR oder Bunderepublik hinken da sehr. Die Zeiten haben sich gewaltig verändert,…“
      Ich hatte nie DDR und Bundesrepublik irgendwo verglichen und auch nicht die heutige Zeit mit der damaligen, deshalb hatte ich nachgefragt. Ich hatte das Auftrittspensum eines renommierten Chores mit dem von Amira verglichen. Und was Ersteren betrifft, so hat sich heute im Vergleich zu damals so gut wie gar nichts verändert, was das Auftrittspensum betrifft. Nehmen Sie zum Beispiel den Dresdner Kreuzchor – einen der berühmtesten Chöre der Bundesrepublik. Das war er auch schon zu DDR-Zeiten, und damals wie heute gab bzw. gibt es dort ein straffes Auftrittspensum samt Auslandsreisen rund um den Globus. Mit dem Unterschied, dass damit kein Geld verdient wurde und wird – und dass der durchaus verhandene Vermarktungsrummel keinesfalls auf den Schultern eines einzelnen Kindes lastet. Stattdessen ist dieses Auftrittspensum eingebettet in eine professionelle Lernatmosphäre mit intensiver musikalischer Ausbildung samt Stimmbildung, Theorie und Instrument.

  13. Dann wünsche ich Ihnen weiter viel Spass in diesem Blog…
    Nichts für ungut…. Wir beide müssen nichts beweisen… und warum auch?
    Am Ende wird Familie Willighagen es so machen ohne das wir was verändern konnten… so sehr wir es auch wollten…
    Sich eine eigene Meinung bilden und deren Art sie zu vertreten liegt immer in der eigenen Hand. Gut das es so ist sonst gäbe es keine Diskussionen und die Welt wäre um vieles ärmer.

  14. Hi Mark, I totally agree with you in most points. What I found pretty interesting were your remarks about the documentary and Amira talking about the reasons for splitting from her former vocal coach in it. That’s very interesting since I did watch the documentary indeed, but do not understand the dutch language at all and thus didn’t know about such statements so far. So thank you for enlightening me in that point. It truely changes my view on her former vocal coach Maike van der Wiel, a young classical singer in her early twenties who was still studying herself when teaching Amira. As it seems now she will give a damn good vocal coach, since – despite her young age – she obviously had developped a somewhat professional attitude regarding her young pupil – realising the damage all the opera-imitating would do to her vocal chords and thus to her physical health.

    Singing lessons for children usually don’t include singing opera arias. They teach basics – both technical and vocal. The kids get to know their voices and learn what it’s all about, how it works – and how to strain AND RELAX it. But that’s not the case when you have the order to just teach a 10yo how to sing „O Mio Babbino Caro“ sounding as close as possible to Maria Callas.

    And that’s exactly the difference to Sterre van Boxtel. Her singing teachers ist an opera singer, yes. But the training she received had little to do with that. That’s why Sterre today, at the age of 13, can almost sing everything – classical, folk, popular and musicals. I wouldn’t predict that she will be on the opera stages of the world one day – since this is something she will decide on her own when she is old enough. Another difference I see to Amira is, that obviously, Sterre can’t be booked for money. She – contrary to Amira – rarely sings at awards and business-ceremonies. Sterre does projects that will support her ambitions and contribute to her personal muscial developpment. She doesn’t do it for money or just for fun. And there’s even nothing bad about singing just for fun – as long as you don’t tell people you’re one of the greatest opera talents in the world to make sure you’re being booked for money.

  15. Dear Jane,

    following the website of Amira Mike van der Wiel seems to be her 3rd and „current“ vocal teacher. The elderly lady in the called documentary video in my opinion was her 2nd voice coach after break with her 1st teacher due to the called reasons… At this day Amira said in the video it would be her 1st lesson with her…I don’t know if she is still present in this function in Amiras musical life.

    I also don’t speak dutch. If I listen to the dialogues in this video attentionally something I can intuit „what could be meant“ on beeing said there, but mostly I follow up the English subtitles…

    So far to recognize in at her official website her audience frequencies seemed to be declined since the beginning of this year, at least I couldn’t find any newer yt videos from this year. In an other video Amira told analogous her school only allow her to stay away for max. 10 days for such audience purposes and in her schooling performances she may not decline underneath a „set level“, otherwise her school can deny the permission to go to audiences over more contiguous days during regulary school time…

    I think this is absolutely ok to handle it at this kind for keeping such talented kids like Amira „at a regulary way of schooling education“ and to protect them to go a wrong way could be end in a professional „deadend street“…

    I also guess it shalls get more and more difficult for her to keep up the balance between her schooling tasks and her audiences. In the higher classes the number of subjects and the complexity of subject matter growing up and so obviously she is needed to spent more time to accomplish her schooling tasks successfully… For recreation of her voice surely it’s no „disadvantage“…

    By the way a mostly „2nd main purpose“ to install any kind of foundations ist to reduce or avoid taxes at all… . „Shamed be he who thinks evil of it…“.

    An sadly destiny of „downfall“ of a talented kids voice by missing suitable regulary voice coaching (in my private opinion) is Hollie Steel, finalist of the BGT 2009. In the age from 10 to 13 she owned a very nice soprano voice, although the weaks of her vocal perfomances had been obviously already there. (Look to here performance from january 2011 here: https://www.youtube.com/watch?v=glcTpxrtTo8). Especially at 3:20 min (for my appreciation) her voice sounds „scratchy and hoarsely“….for me a typical sign of missed suitable voice education…

    Inspite I love this emotional performance of „Music of the night“ by her and her brother very much…

    And compare her performances of „Oh mio babbino caro“ from january 2011: https://www.youtube.com/watch?v=yUMfNXOnLSs (beginning ca. at 35:40 min)

    to its perfomance by her from august 2014:
    https://www.youtube.com/watch?v=tLGw7ZPBd-A
    (the first song…)

    Comments are deactivated at these videos… Since then newer „classical repertoire“ singing audiences, published on yt by her, are not known to me…

    In 2014 Hollie faced very much difficulties to reach and to sing the „high notes“ clearly. That’s why I think she can never had absolved a regulary suitable voice coaching over the years…and now her earlier wonderful „soprano voice level“ has declined or reduced to its of a very normal pop singer. Her last published song „Patched and Sewn“ (https://www.youtube.com/watch?v=sK0YYNmNAPU) from december 2016 was lovely well performed for a pop song, but far away from her earlier classic singing level.

    I hope, Hollies sadly „musical way“ its not the „anticipated“ to its of Amira…

    Regarding Sterre van Boxtel I don’t know if some more detailed information are available on you. You wrote: „Sterre can’t be booked for money“… But she has also several expenses on doing her audiences, e.g. her voice coaches have to be paid and generally speaking it’s fair to give „a suitable fee“ to the kids for its finally „hard work“ they perform at their audience places… So its heavy for me to imagine that Sterre is singing „for free“ ??? Ok, perhaps you have the better information…

    Finally said as long as it’s „joyfully“ to Amira or other voice talented kids to sing ambitious classic and opera pieces too, it should be OK and I also enjoy listenting to such performances. It becomes „questionable“ if its turning from „joyfully“ to „obligatorily“ due to the started „marketing machine“…

    In this point I absolutely agree with you that the „environment“ of these kids (family, school, voice teacher, record labels etc.) are obligated to take care for a suitable „balance“ at all and…this is the most important thing for me…the kids can be kept up in beeing kids to grow up in a „very normal way…“

    Best regards
    Mark

    1. Mark, Maike van der Wiel was Amiras first serious vocal coach after her victory at HGT. She started accompanying her for the recordings of her first Album in early 2014. The fact that she is still portrayed as her coach on her website is very likely due to the administration which lately has become quite neglectful. Meaning that the site isn’t really up to date.
      Yes, I also think that things have calmed down a bit around her. Which I personally sense very pleasent. It fuels hopes that her singing ambitions at last will be steering into more serious fairways. I mean if you watched her latest performances in south africa at the end of last year – it just can’t can go on like this. She seemed at an historical low, both vocally and in terms of attitude and body language.

  16. Dear Janne,

    so far so good, Regarding her changed voice coaches I didn’t follow-up such detailed resp. „in strictly chronology“ to those all things happened in the surroundings of Amira. Indeed, her website seems not to be kept up „up to date“ and Amiras „public view“ with announced most-recently (audience) events has obviously shifted to her facebook site: https://www.facebook.comAmira.Willighagen.Zangeres

    Here is impressive video demonstration (https://www.youtube.com/watch?v=UZvgmpiQCcI) what it really means to sing at the „great opera stage“ at all, especially concerning the demanded „voice volume“ for requested vocalizing without microphone…

    I still believe, that Amira can achive it, because she will grow up and can surely increase their voice volume as well, but she will face „a long and hard way to go“ for it, first and foremost in her voice education…

    The next years will show if she will find the necessary „power and ambition“ to run this way and doesn’t become „worn-out“ due to the running marketing-machine before her musical carreer can right launch successfully. It would be really pity, if her pretty voice would hush suddenly…

    We wish her all the best and will wait and see…

    Best regards
    Mark

  17. Hallo Jane,

    ich werde nächstes Jahr 60 Jahre alt, habe in meinem Leben schon
    sehr viel gemacht und gesehen und teile komplett Ihre Bedenken!
    Im übrigen ist Ihr Blog offensichtlich sehr gut recherchiert und Ihre
    Aussagen verstehe ich als höflich formulierte Sorge um ein
    wirkliches Ausnahmetalent!
    Ich habe selber 3 Kinder groß gezogen und kann dem Vater nur
    empfehlen, das Kind aus dieser Vermarktungsmaschinerie heraus
    zu holen und Amira auch mal wieder nachhaltig! „verschnaufen“
    und sich ggfs. im etwas beruhigtem Umfeld weiter entwickeln zu
    lassen…
    Ich mag das Mädchen sehr, sieht man doch ihren innersten
    Charakter sehr wohl bei ihren Auftritten und es wäre schade,
    diesen jungen Menschen und dieses gesangliche Juwel durch
    kurzfristig ausgerichtete Entscheidungen „zu verheizen“.

    Ich habe gesehen, dass es hier einige ziemlich unqualifizierte
    Anfeindungen gegen Sie, Jane, gab/gibt.
    Sollte ich in ähnlicher Form dumm angemacht werden, werde ich
    darauf nicht reagieren, da mir dazu meine Zeit zu wertvoll ist.

    Beste Grüße
    K.S.

  18. Hallo Kurt,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Es freut mich natürlich, dasss Sie sich in meinen durchaus kritischen Beiträgen zu Amira wiederfinden und diese auch als „sachlich“ empfinden. Genau das ist auch meine Absicht. Tatsächlich richtet sich meine Kritik niemals gegen das Kind Amira persönlich, sondern stets gegen die Art, wie andere ihr Talent ausbeuten, sie sogar teilsweise der Lächerlichkeit preisgeben oder sogar als aufreizende Lolita im Internet präsentieren.
    Aber immerhin reduziert sich aktuell ihr Auftrittspensum deutlich – was ja immerhin schon ein Schritt in die richtige Richtung ist. Leider fürchte ich, dass das nicht etwa einem Umdenken bei den Willighagens geschuldet ist, sondern vielmehr dem Verlust des lukrativen Sony-Plattenvertrages, der sicher auch nicht aus dem Nichts kam. Aber ich will Ersteres auch nicht ausschließen. Menschen machen Fehler und können daraus lernen – auch die Willighagens.

    Überdies können Sie unbesorgt sein. Anfeindungen oder Beleidigungen werden in diesem Blog nicht geduldet. Egal, wer welchen Standpunkt vertritt.

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