Frieden.

Wer Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, der sollte dem Garnisonfriedhof an der Marienallee unbedingt im Winter einen Besuch abstatten. Nirgends ist es ruhiger, friedlicher und feierlich als dort, wenn der Schnee zentimeterhoch alles bedeckt, beinahe jedes Geräusch verschluckt und dabei im stahlenden Sonnenschein glitzert und funkelt. Kaum ein Ort hätte den Namen „FRIEDhof“ mehr verdient.

Der Schnee deckt gnädig die Spuren der Verwahrlosung im Nordflügel zu.
Der Schnee deckt gnädig die Spuren der Verwahrlosung im Nordflügel zu.

2 Gedanken zu „Frieden.“

  1. Hallo, ich beschäftige mich beruflich (MDR-Leipzig) mit dem Abzug der Sowjet-Armee aus Ostdeutschland. Habe „auf die Schnelle“ ihre Anmerkungen zum Thema gelesen. In welcher Form beschäftigen Sie sich mit dem Thema? Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen.
    Ulli Wendelmann

    1. Hallo Ulli,
      schön, dass Sie mich gefunden haben.

      Ich beschäftige mich noch nicht allzu lange, dafür aber, so denke ich doch, recht intensiv mit dem Thema Sowjetische Besatzung und dem Alltag der sowjetischen Soldaten hier in Dresden sowie deren Beziehungen zu den Dresdnerinnen und Dresdnern. Ich tue das sowohl beruflich als freie Journalistin bei den Dresdner Neuesten Nachrichten als auch privat hier in meinem Blog und mit eigenen Nachforschungen.
      Wie ich sehe, sind wir also Kollegen, zumal unsere „Headquarters“ ja mit der LVZ auch in Leipzig liegen 😉

      In meiner (knappen) Freizeit versuche ich, so viel wie möglich über den Besatzungsalltag herauszufinden, ich besuche ehemalige Kasernenanlagen, spreche mit ehemals hier stationierten Soldaten und Zeitzeugen. Im Zuge dessen kam es auch zu meinem Engagement für oben abgebildeten Friedhof. Der in einem Bild abgebildete Nordflügel beherbergt die Gräber von Soldaten und Zivilisten, die nicht mehr unter das Gräbergesetz fallen, also nach dem 31.3.1952 während der Besatzungszeit hier in Dresden verstarben. Dort sollen die originalen Grabsteine nach dem Willen des Freistaates jetzt abgerissen werden – die Gräber wohlgemerkt sollen bleiben, sie wären dann allerdings anonymisiert und für Angehörige nur noch sehr schwer und unter viel bürokratischem Aufwand zu finden.
      Zudem sind die originalen Grabmale mit Lebensdaten und vor allem Dienstgraden gerade für mich als Forscherin von großem wissenschaftlichem Nutzen. Auch soll die ursprüngliche Architektur des Friedhofsteils zerstört und in eine ebene Grünfläche umgewandelt werden – all diese Umgestaltungsarbeiten sollen rein aus Kostengründen erfolgen.

      Aber Sie können sich ja auch gerne mal in meinem Blog umschauen, ich habe zum Thema Friedhof und Besatzungszeit schon einige Artikel verfasst, einen weiteren finden Sie im DNN-online-Archiv.

      Darf ich fragen, inwieweit Sie sich mit dem Thema beschäftigen?

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