HAHA, „Daisy“! Vom „Unwetter“ zum Sturm im Wasserglas.

Bereits vor 3 Tagen gab der Deutsche Wetterdienst Vorwarnungen zur Unwetterwarnung vor starkem Schneefall und Schneeverwehungen heraus. Bis zu 20 cm Neuschnee sollte das Niederschlagstief „Daisy“ weiten Teilen des Südens und Ostens Deutschlands bis Samstag bringen, starke Wind- und sogar Sturmböhen sollten zu starken Beeinträchtigungen im Verkehr führen.
Deutschland würde an diesem Wochenende förmlich in „Schneemassen versinken“, peitschten sämtliche Medien das „Daisy-Fieber“ an. Sogar, woher „Daisy“ ihren Namen bekam, war der Sächsischen Zeitung heute eine Meldung wert, und in der Extra-Ausgabe zum SZ-Neujahrsempfang im Eventwerk Dresden empfahl man für den Fall eines Totalausfalls bei den ÖPNV infolge des angekündigten „Daisy“-Verkehrschaos‘ schon den werkseigenen „Shuttle-Service“.

Seit gestern Abend nun lagen konkrete Unwetterwarnungen für beinahe den gesamten Osten sowie Teile der Mitte Deutschlands vor, die immerhin noch vor 10-15 cm Neuschnee innerhalb von 12 Stunden und starken Schneeverwehungen warnten. Halb Deutschland machte sich also auf etwas gefasst.
Püntklich gestern Mittag fing es auch langsam an, sich seichte einzuschneien. Doch schon gegen 17 Uhr abends rissen die Wolken immer wieder auf, und es fielen nur hin und wieder ein paar vereinzelte Flocken.
Bei mir machte sich schon langsam Zweifel am Daisy-Medien-Hype breit. Gegen 20 Uhr dann stand ich am Kongresscenter in dichtem Flockenwirbel und dachte schon: ‚ah, geht’s jetzt doch endlich los‘. Ein sanftes Lüftchen wehte.
22 Uhr: Bis auf leichte Griesel ist von Schneefall nichts mehr zu sehen.
10 Uhr heute Morgen: Tatsächlich – leichtes Schneetreiben. Aber der Blick in den gestern frisch geräumten Hof zeigt lediglich eine hauchdünne Neuschneeschicht von vielleicht 2 cm. Draußen ist es fast windstill.

UNWETTER sieht anders aus. Aber, man fasst es nicht: Beim Deutschen Wetterdienst besteht nach wie vor „Daisy-Alarm“ in Form einer Unwetterwarnung für Dresden vor starkem Schneefall und Schneeverwehungen durch Windböen mit Neuschneehöhen bis zu 10 cm innerhalb von 6 Stunden, die soeben nochmals bis Mitternacht verlängert wurde, während das Schneegeriesel draußen beinahe völlig zum Erliegen gekommen ist und momentan sogar in eine Art Nieselregen überzugehen scheint. 😯
Ein Blick auf das Niederschlagsradar verrät: Da kommt auch nicht mehr allzu viel.

Nach so viel künstlich produziertem Hype und dadurch erzeugter Spannung macht sich nun tatsächlich Ernüchterung breit. Haha, „Daisy“. Und, ob ein Wolkenband tatäschlich in der Lage ist, 15 cm Neuschnee in einem bestimmten Zeitraum zu produzieren, oder doch eher nur leichte Niederschläge bringen wird, sollten Meteorologen tatsächlich zeitnah prognostizieren können. Schaut man beim Deutschen Wetterdienst auf das Niederschlagsradar, das seit gestern Abend konstant für die nächsten Stunden lediglich geringe bis leichte Niederschläge aufzeigt, was in etwa auch dem entspricht, was bislang unten ankam, kann man über den Unwetter-Alarm nur noch den Kopf schütteln. Das steht nun wirklich in keinem Verhältnis.

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