Welch entwürdigendes Spektakel.

Zum Tod von Michael Jackson ist viel geschrieben und gesprochen worden. Eine Musik-Legende ist gestorben, so viel steht wohl fest. Doch, Hand aufs Herz: Wie viele dieser über die Bühne der „Trauer-Show“ flanierenden, sich im Scheinwerferlicht und im allgemeinen Sturm der Anteilnahme sonnenden Promis haben sich in den letzten 10 Jahren für Michael Jackson interessiert, nachdem seine Karriere ins Trudeln geraten und Jackson selbst den Medien lediglich noch Schlagzeilen wert war, die zwischen  Mitleid und reißerischem Rufmord pendelten? Keiner. Die wenigen, die ihm in den letzten schweren Jahren die Treue hielten, wie Diana Ross oder Liz Taylor, haben diese unwürdige Veranstaltung in Los Angeles nicht ohne Grund boykottiert.

Es dreht sich mir ehrlichgesagt der Magen um, wenn ich hier erleben muss, wie sich die gesamte Prominenz Amerikas im Abglanz des King Of Pop suhlt und für sich so viel wie möglich Aufmerksamkeit herauszuschlagen sucht. Mittendrin: die Familie des Verschiedenen. Seine 3 Kinder, die der Welt zum ersten Mal öffentlich ohne Maske präsentiert werden, die 11-jährige Tochter, der man eine Rede vor einem Millionenpublikum abnötigt, obgleich das Kind gerade seinen Vater verloren hat – geht es eigentlich noch entwürdigender?

Dann der Vater – ein Kinderschänder und Schläger – der völlig ungeniert seine eigenen Projekte im Zuge der Trauerfeier bewirbt und von seinem toten Sohn nicht als „Sohn“ spricht, sondern als „Michael Jackson“.
Ich wende mich ab vor Ekel dieser Tage.

0 Gedanken zu „Welch entwürdigendes Spektakel.“

  1. Mein Reden! Dieses scheinheilige Getue geht mir gehörig auf den Sa**. Hätten die, ach so trauernden Fans, seine Musik die ganze Zeit über so gekauft wie jetzt, wäre Jacko mindestens seine Geldprobleme los gewesen. Ich bin kein Jacko Fan und habe mich nie mit seiner Person befasst. Ich glaube aber, dass er ein ‚armer‘ Mensch war. Und mit 50 zu sterben ist einfach zu früh. Für Jeden!

  2. Wie sagt man so schön, Eigennutz kennt keinen Anstand. Mir tun vor allem die Kinder leid.
    Vielen Dank für deinen Beitrag.

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